St. Pauli-Hansa Rostock: Wir verurteilen jegliche Gewalt – hierzu gehört auch die Gewalt durch Autonome nach dem Spiel – Spielansetzung war von vornherein eine Farce – hier ist die DFL gefragt

Polizei vor dem Rostocker Fanblock im Stadion

Wir akzeptieren durchaus, dass Rechtsextreme in Fangruppen bei Hansa Rostock deutlich in der Unterzahl sind (Antwort auf einen Kommentar). Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass diese Szene auch dort wächst. Es wäre ja auch noch bedenklicher, wenn diese den Hauptanteil in Rostock ausmachten. Wir schätzen keine Pauschalurteile. Die Fans die allerdings am Freitag mit in Hamburg waren, hatten definitiv mehrheitlich einen rechtsextremen Hintergrund. Wir wollen eigentlich nur, dass dieses Problem seitens der Liga-Verantwortlichen nicht nur erkannt wird, sondern das endlich mehr gehandelt wird. Wenn angestrebte Fanprojekte nicht ausreichen, dann sollten andere Wege durch die Verbände und Vereine gesucht werden, um diesen Tendenzen endlich erfolgreich entgegenzuwirken.

Die Rostocker Hooligans vom Freitag haben Gewalt gesucht und sind an der Polizei glücklicherweise hängen geblieben. Umso mehr müssen wir nun auch noch Stellung zu den Ausschreitungen nach dem Spiel, als die Rostocker schon im Zug saßen, beziehen. Wir selbst waren an der Feldstraße und in der Tat gab es dort nicht nur feiernde St. Paulianer. Die autonome Szene vermischte sich mit den Fans. Wie immer, wenn sich Polizei und Autonome gegenüber stehen, schaukelte sich die Stimmung (gerade im Schanzenviertel) auch hier leider sehr schnell hoch. Wir haben wirklich nicht verstanden, dass ca. 1.000 Autonome/St. Paulianer nicht wie die anderen 19.000 St. Paulianer in Ruhe mit einem Bier (wie sonst üblich) auf dem Kiez nach dem Abzug der Rostocker, den Sieg des Spiels feierten. Wir bedauern dieses kurze Intermezzo, weil Menschen zu schaden gekommen sind (8 Verletzte, darunter ein schwerverletzter Polizist und ein Passant- lt. Mopo HH) und letztendlich ein eigentlich erfolgreicher Abend einen sehr negativen Beigeschmack erhält. An diesem Abend hätte es nicht mehr um Politik gehen sollen. Vielleicht haben die Autonomen das Ende des Spiels mit einer Anti-Schill Demo verwechselt. Wir finden , soetwas geht nicht. Zumal FC St. Pauli Fans, zu den wir seit Jahren zählen, besser feiern statt prügeln können.

U- Bahn Feldstraße nach dem Spiel

Spielansetzung durch die DFL:

Schon vor dem Spiel wurde über die Ansetzung des Spiels FC St. Pauli – Hansa Rostock diskutiert. Nach den Ausschreitungen des Hinspiels hätten wir mehrere Dinge seitens der Verantwortlichen der DFL und Hansa Rostocks erwartet. Den Termin, trotz der bekannten Brisanz durch verfeindete Fangruppen, auf einen Freitagabernd in Hamburg zu setzen, grenzt schon fast an Verantwortungslosigkeit. Feier-/Sauflaune und der Kiez nicht weit. Weiterhin beschäftigt uns die Frage, ob nach Prüfung der Auseinandersetzungen zwischen St. Pauli und Rostock Fans im Hinspiel, es nicht besser gewesen wäre, keine Gastfans zuzulassen? Des Weiteren müssen wir uns fragen, warum ausgerechnet 750 gewaltbereite Rostocker Fans den Weg nach Hamburg finden konnten. Diese Fans, so bestätigte auch der Rostocker Fotograf den wir trafen, sind und waren den Vereinsverantwortlichen bekannt. Sicher, wir nehmen zur Kenntnis, dass der Club Hansa Rostock sich nach dem Spiel beim FC St. Pauli für seine Fans entschuldigt hat. Aber wäre es hier nicht angebrachter gewesen, diesen Fans keine Karten zu verkaufen? Prävention ist besser als hinterher schlau zu sein.

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