27.07.2015: Noch brennen leere Häuser und bald? Der rechte Pöbel schlägt zu! J. M. für LGN

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Foto:Rassisten und Nazis in Berlin Hellersdorf 2014 (www.welt.de)

Allein in den letzten Tagen, gab es mehrere Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland. Inzwischen sind es weit über 250 registrierte Fälle allein 2015. Jedoch waren nicht nur Nazis am Werk. Die Qualität der der Angriffe wird brutaler und trotzdem gibt es immer noch Menschen die diese Signale nicht sehen, ignorieren oder gar still zustimmen, wenn Hass und Gewalt gegen diejenigen die unsere Hilfe benötigen, stattfindet.

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Foto: „1992 protestieren in München 400.000 Bürger mit einer Lichterkette gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und rechtsradikale Übergriffe. Der Verein, der damals gegründet wurde, ist überzeugt: „Das Thema hat sich noch nicht erledigt“/www.br.de

Wenn wir das alles so weiter hinnehmen. Wenn Politiker wie Horst Seehofer und seine CSU und andere noch mehr Benzin in das Feuer gießen, indem sie Unterschiede zwischen den Menschen suggerieren die bei uns leben möchten und Hilfe benötigen, dann werden bald nicht nur Häuser brennen. Die Neunziger des letzten Jahrhunderts sollten uns gelehrt haben, wie Menschen, gerade die nicht sensibilisierten und politikfernen, in das Feuer des Hasses treiben. Pogrome wie Lichtenhagen, Mölln, Solingen und die Ereignisse rund um die Zeit der Wende müssen doch dazu führen, dass die demokratisierte Zivilgesellschaft gegen das Treiben von Rechtspopulisten, rum eiernden und nichts sagenden Politik-Verantwortlichen endlich aufsteht. Gerade dieser Tage gab es eine Veröffentlichung der Bundesregierung aufgrund der Nachfrage der Grünen Fraktion, wie viele Todesopfer durch rechte Gewalt seit 1990 zu beklagen seien. Und wieder ignorierte die Führungselite unseres Landes zivilgesellschaftliche und journalistische Recherchen und kam auf 72 Fälle mit Todesfolge. Andere hatten indes über 180 Tote recherchiert. Erbärmlich ist der Zustand in Deutschland. Erbärmlich ist der Umgang mit dem Thema Nazis und Rassismus. Wenn Menschen sterben und es wieder flächendeckend brennt, dann werden wieder Lichterketten organisiert, oder gar ein Aufstand der Anständigen wie damals 2000 vom Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder. Und wieder werden alle sagen: „Wir konnten es nicht ahnen. Wir haben nichts gewusst.“ Ja, ja-warten bis das Kind in den Brunnen gefallen ist. Ganz Vorn dabei, ist natürlich die sächsische Landesregierung, die bis 2009 ja gar nicht mitbekommen hatte, dass bis dahin bis zu 8.000 Nazis 10 Jahre lang, durch die Landeshauptstadt von Sachsen marschierten. Dresden ist heute wieder Brennpunkt, wenn es um PEGIDA, Ansammlungen von Rassisten und Übergriffen geht.

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Foto: Nazis marschierten bis 2009 durch Dresden/www.zeit.de

Ein Beispiel für das Versagen von Politik ist der Umgang mit zivilgesellschaftlichen Initiativen wie dem Bündnis „Dresden nazifrei„, welches seit Jahren versucht, Gespräche mit Stadt-/u. Landesregierung zu führen und immer daran scheitert, dass man angeblich keinen Termin fände. Andererseits ist dieses Bündnis immer wieder irgendwelchen Repressalien der Exekutive ausgesetzt, wenn es sich dem braunen Mob entgegenstellt.

Im Jahre 2014 mussten wir rassistische Bündnisse erleben, die der heutige Grundstock der entstehenden Gewalt sind und sicher Benzin in das Feuer gossen. PEGIDA, HOGESA zum Beispiel. Massen liefen hinter diesen Leuten her. 25.000 Pegidioten fanden sich im Dezember in Dresden. Mehrere tausend Hooligans nahmen die Stadt Köln auseinander. Ein Anfang dessen, was heute zum Alltag mutiert. Täglicher Rassismus, Angriffe auf Menschen, wie z. B. am Wochenende in Berlin, wo versucht wurde ein Brandanschlag auf eine Flüchtlings- Familie in ihrer Wohnung zu verüben. Eine Meldung, die bundesweit kaum Aufmerksamkeit erlangte. Täglicher rechter Terror und Hass auf deutschen Straßen sind kein Phänomen, nein dies ist der neue Alltag.

Und die Nazis? Genau, die sehen heute nicht mehr so aus, wie manch einer vermuten mag. Im normalen Dress und vielleicht mit ein paar einschlägigen Nazimarken gespickt, schwingen sie heute ihre Keulen und nehmen immer mehr Einfluss auf die frustrierten doch so armen Wutbürger in einem der reichsten Länder der Welt, welches sich mit verantwortlich zeigen darf, dass sich überhaupt Flüchtlinge auf den Weg nach Europa machen. Rüstungsverkäufe und keine Politik des Friedens wie sooft suggeriert, sondern immer schön mitmachen und billigen. Nein, dieses Land hat die Aufgabe, nicht nur aufgrund seiner eigenen Geschichte, Menschen die Zuflucht suchen und vor Krieg und Elend fliehen, aufzunehmen. Nicht in Ghettos und Lagern! Sie mit Liebe und Herz an unserer Gesellschaft teilnehmen zu lassen, ist unsere Aufgabe, Zum Glück gibt es inzwischen sehr viele Menschen, die dies auch so sehen, aber die Gefahr rechten Hasses ist noch nicht gebannt.

An die Bundesregierung und an die oberste Herrin unseres Staates sei gerichtet: „Schauen Sie endlich hin und stärken sie verdammt noch einmal denen den Rücken die unser aller Hilfe benötigen,-ohne von irgendwelchen absurden europäischen Quoten für die Flüchtlingsaufnahme zu reden! Machen Sie endlich eine Politik die Kriege verhindert, indem Sie mit solcherlei aggressiven Staaten nicht mehr handeln und diese auch mit entsprechenden Waffengut beliefern“

Wir haben Angst davor, dass wieder Menschen statt Häuser brennen. Häuser sind schon schlimm genug!

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