19.11.2014: Der Mythos von der „guten politischen Mitte“! v. N. Gerster für LGN

„Extremismus“ ist, im politischen Zusammenhang, ein schlimmes Wort. Schlimm insofern, als dass es alles und nichts erklären kann und will.
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Das Wort begründet den Mythos von der „guten politischen Mitte“ im Gegensatz zu den „bösen politischen Rändern“.
Dabei verhält es sich, wie die zahlreichen Analysen zeigen, angefangen von jenen Theodor Geigers und Jahre später jenen von Seymour Martin Lipset, ganz anders. Gruppenbezogen menschenfeindliche Einstellungsmuster sind bei vielen Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft und bei Wählern aller Parteien vorzufinden. Und diese Befunde werden wiederholt durch die so genannten „Mitte-Studien“der Uni Leipzig („Vom Rand zur Mitte“, „Die Mitte in der Krise“, „Die Mitte im Umbruch“, „Die stabilisierte Mitte“), durch die Studien des IKG (gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit) der Uni Bielefeld und vermittels des „Thüringen-Monitor“ der Uni Jena bestätigt.
Es geht darum, dass Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Sexismus, die Ablehnung körperlich oder geistig eingeschränkter Menschen, die Ablehnung von Obdachlosen etc. bei Menschen aller politischen und gesellschaftlichen Couleur vorkommen. Das heißt, dass ein Grünen-, SPD-, CDU-, FDP-, oder LINKE-Wähler auch so genannte rechtsextreme Einstellungsmuster haben kann.
Diese Einstellungen sind jedoch höchst unterschiedlich verbreitet, was das jeweilige Ausmaß angeht.
Also sind die ganzen Abgrenzungsbemühungen bestimmter Wähler verschiedener politischer Parteien, aber auch von den Parteien selbst, hanebüchen. Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Sexismus, die Ablehnung körperlich oder geistig eingeschränkter Menschen, die Ablehnung von Obdachlosen etc. können daher nur überwunden werden, wenn wir alt hergekommene und verkommene Denkmuster einzureißen verstehen. Es braucht eine gesellschaftliche Kultur der Anerkennung und der Akzeptanz, eine Selbstverständlichkeit der Einbindung und der gleichberechtigten Teilhabe.

 

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