12.06.2014: Unterlasst den Schlachtruf „Sieg!“- Dieser ist zum Kotzen v. J.M. für LGN

10153129_10150492896109945_323026537568496521_n Foto: Titel des „Der KULT-Heftes“-2006

Start der DFB Elf bei der WM 2014 gegen Portugal – heute 18.00 Uhr

Einer der schlimmsten Schlachtrufe der deutschen Fußballfans könnte heute ab 18.00 Uhr wieder in Bahnhöfen, beim „Public Viewing“ und auf der Straße zu hören sein. Der Schlachtruf „Sieg“ der sicherlich nicht nur bei mir Gänsehaut verursacht. Wer die Nazizeit als Opfer und Gegner erlebt hatte, den dürfte es gruseln, wenn dieser Ruf nach einem Takt-Klatschen aus tausenden von Kehlen zu hören ist. Unsensibel und absolut daneben! Es ist eben nicht nur Fußball, wie man es uns immer weismachen will

Bereits 2006 bei der WM in Berlin, musste ich diesen Dreck hören. Ich erinnere mich an ein Vorkommnis am Berliner Hauptbahnhof. Dort grölten Fans „Sieg“ und im Anschluss hörte man von einer kleineren Gruppe „Heil“. Klar, die Gruppe der „Heil“-Schreier ist kleiner, aber allein diese Akustik und die Tatsache an sich, ist bedrohend und beängstigend für diejenigen, die kein deutsches Fan-Utensil tragen. Aus dem vielleicht unbedachten Schlachtruf „Sieg“  wird eben dann doch schnell der Kriegsschrei der Nazis von damals. Der Schauspieler Peter Lohmeyer berichtete 2008 bei der EM, als die DFB Truppe ebenfalls gegen Portugal spielte von gleichen Szenerien im Stadion und hatte sich fremd geschämt.

Berlin, Großkundgebung im Sportpalast

Die Szene aus dem „Berliner Sportpalast in der Gobbels die Massen zum „Totalen Krieg“ forderte und die anwesenden mehreren tausend mit einem im Chor geschrienen „Sieg Heil“ erwiderten, lassen mich nicht los. „Als Sportpalastrede wird die Rede bezeichnet, die der nationalsozialistische deutsche Reichspropagandaminister Joseph Goebbels am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast hielt und in der er zum „Totalen Krieg“ aufrief.“ 

„Sieg Heil“ ist der Schlachtruf der Nazis, der Unheil über diese Welt gebracht hatte, der Menschen motivierte andere zu ermorden, zu töten und einen der irrsinnigsten Kriege mit über 55 Mio. Todesopfern, zu führen. Im Sinne unser kann es nicht sein, dass Fußballfans einen Teil dieses perversen Slogans verwenden. Wenn tausende deutsche Fußballfans ihn aus voller Kehle schreien, dann wirkt dies martialisch und grausam. Ich persönlich finde diesen Schlachtruf ekelhaft und zum Kotzen!

Mit einer gewissen Skepzis habe ich zudem vor ein paar Tagen ein Interview mit dem Trainer der deutschen Nationalmannschaft im ZDF verfolgt. Mit einem fast militant anmutenden Jargon erklärte Löw wie er seine Mannschaft zum „Sieg“ führen will. Propagierte das Sicherheitsdenken und verkündete, seine Jungs seien immer in „Alarmbereitschaft“, um den Gegner in Schach zu halten und gegebenenfalls zurückzuschlagen. Sätze, die ich woanders her kenne. Das ZDF hatte dann zwischendurch wahrscheinlich mit einem etwas schrägen Humor, das Security Personal (Militär) mit Maschinenpistolen bewaffnet, eingeblendet. Diese WM ufert irgendwie aus. Mit Fußball hat dieses Turnier manchmal wirklich wenig zu tun.

„Kein Fußball den Faschisten“

Hier glänzte der DFB ganz besonders beim Training am Hamburger Millerntor. Ein Fall den nun alle kennen werden. Heute werden wir sehen, ob Rechtsextremisten, Rassisten und Nazis sich wieder zwischen das bunte Volk auf den Fanmeilen mischen. Wir vermuten: Ja!

Abgesehen davon ist von den anfänglichen Problemen der brasilianischen Bevölkerung nichts mehr zu hören. Die WM läuft wie gewünscht! Kein Wunder, denn die brasilianische Militärpolizei hatte gleich am ersten Spieltag (Eröffnungsspiel) ein klares Zeichen gesetzt. Gummigeschosse, Pfefferspray und Knüppel waren die Antwort auf die Proteste die zeitgleich mit dem Spiel stattfanden. Wie viele Verletzte es gab, steht nirgends geschrieben. Ein Spiegel Redakteur interviewte einen Protestvertreter, der über die Angst sprach und erklärte warum die Menschen nicht mehr auf die Straße gehen, um ihren Unmut zu zeigen. Sie müssten damit um ihr Leib und Leben bangen…

Prost!-mit mir nicht…

J.M. für LGN

 

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