11.04.2014: Unsere Forderung bleibt seit Jahren bestehen – „Rechtsextremismus“ als Pflichtthema im Schulunterricht!

Eine stete Forderung: „Aktueller Rechtsextremismus als Thema im Schulunterricht!“

Bild-Gentleman

Im Rahmen der “Internationalen Wochen gegen Rassismus” besuchten wir mit “Gentleman” 2011 eine “Erweiterte Realschule” im saarländischen Völklingen. Gerade mit prominenter Unterstützung erzielen wir eine positive Wirkung bei Schülerinnen und Schülern. Selbst in ein paar Stunden, spüren wir in den Klassen, dass sich ein Bewusstsein zu den Themen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Menschenverachtung entwickeln kann. Der Besuch von “Gentleman” war wie so viele andere Schulbesuche unserer Partner sicherlich ein Highlight. Unter dem Dach der Kampagne „Wir stehen auf!-für eine Welt ohne Menschenverachtung setzten wir in den letzten drei Jahren über 100 Schulveranstaltungen bundesweit um.

Derzeit arbeitet der Verein „Laut gegen Nazis e.V.“ an einem breiten Schulworkshop-Angebot mit Partner-Trägern.  

Die kontinuierliche Aufklärung an Schulen zu den Themen, wird oft vernach-lässigt. Die für Schulen zuständigen Kultusministerien der Länder  setzen oft auf die Bewusstseinsschaffung von außen.

Mit unserer Kampagne bieten wir Workshops, Vorträge und Lehrerfortbildungen zum Thema “Rechtsextremismus” an. Sofern die oft engen Lehrpläne dies zulassen oder Lehrerinnen und Lehrer motiviert sind, werden wir angefragt. Die Kultusministerien der Länder haben bisher immer noch nicht beschlossen, dass der aktuelle Rechtsextremismus im Kontext mit der deutschen Geschichte unterrichtet werden sollte. Diese Forderung besteht auch unsererseits schon sehr lange. Schülerinnen und Schüler berichten meist von einem zügig durchgesetzten Unterricht, bei dem am Ende nicht viel hängen bleibt und kein Hinweis auf die aktuelle Situation, Bestand hat. Auch wir merken dies stets, wenn wir an Schulen Veranstaltungen durchführen. Meist liegt es an den Lehrkräften und der Schulleitung, auch zu ermöglichen, eine intensive Geschichtsaufarbeitung im Kontext mit dem “Heute” umzusetzen. Schul- Sozialarbeiter/innen sind eher die treibenden Kräfte, tolle Projekte anzuregen und letztendlich mit den Schülerinnen und Schülern durchzuführen.

Im Rahmen unserer zwei- bis dreistündigen Workshops (verschiedene Themen und Referenten) bewegt sich etwas in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler, können wir immer wieder feststellen. In einer Schulklasse saß beispielsweise ein sechzehnjähriges Mädchen, das zunächst eine absolut ablehnende Haltung uns gegenüber hatte. Zitat “Mein Freund ist Nazi, das ist doch gar nicht so schlimm”. Am Ende des Workshops und der Beleuchtung rechtsextremen Gedankengutes war merklich, dass genau dieses Mädchen intensiv über ihren Freund nachgedacht hatte. Sie vermutete, dass die Nazis mit Rattenfänger-Methoden ihren Freund wohl beeinflusst hätten. Um 180 Grad drehte sich ihr Bild des Ganzen. Was letztendlich aus ihr und ihrem Freund wird, können wir nicht erahnen. Aber dies sind genau die Momente, die unsere Forderung der Aufklärung an Schulen im Rahmen des Unterrichts unterstreichen. Zudem ist dieses Mädchen kein Einzelfall, wenn wir mit Schülerinnen und Schülern diskutieren. In jenen Momenten passiert viel in den Köpfen. Manchmal ist es gerade so, als würden die Schülerinnen und Schüler zum ersten Mal etwas über das Problem hören. Es ist an der Zeit, dass Politik endlich handelt. Die Zeitzeugen, die vermitteln können, sterben langsam aus. Wenn die Jugendlichen von heute nicht sensibilisiert werden, dann ist die Gefahr, dass sich Geschichte wiederholt, sehr groß. J. M. für LGN

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Festival, Fußball, Musik, Online Radio, Politik, Rechtsextremismus, Spenden, Veranstaltungen abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.