27.03.2014: Über 1.300 Veranstaltungen im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus 2014“ und über 20 Bundesliga-Aktionen – Wir sagen danke!!!

Über 1.300 Veranstaltungen im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus 2014“ und über 20 Bundesliga-Aktionen – Wir sagen danke!!!

Pressemitteilung

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Darmstadt, 26. März 2014 Internationale Wochen gegen Rassismus 2014: Erneut über 1.300 Veranstaltungen

In dem vom Interkulturellen Rat veröffentlichten Veranstaltungskalender zu den diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus wurden bundesweit über 1.300 Aktivitäten dokumentiert. Die Kampagne vom 10.- 23. März 2014 zeigt damit erneut, wie vielfältig und stark das Engagement gegen Rassismus und Ausgren- zung in Deutschland ist.

Insbesondere zivilgesellschaftliche Akteure wie Schulen und Volkshochschulen, Sportvereine, Gewerkschaf- ten, Betriebe, Wohlfahrtsverbände und lokale Initiativen haben sich mit viel Kreativität und persönlichem Einsatz an den Aktionswochen beteiligt. In zahlreichen Städten haben zudem eine wachsende Anzahl von kommunalen Trägern und zivilgesellschaftlichen Bündnissen eigene Veranstaltungsprogramme zusammen- gestellt und die Aktionswochen zu ihren eigenen gemacht: So hat die Stadt Karlsruhe mit über 120 Veran- staltungen ein beeindruckendes Zeichen gesetzt. Dortmund, Erlangen, Freiburg, Glinde, Halle (Saale), Ham- burg, Hannover, Heidelberg, Leipzig, Nienburg/Verden, Unna, verschiedene Stadtteilbezirke in Berlin und viele weitere beteiligten sich ebenfalls mit eigenen Aktionen.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr, in dem die Beteiligung auf Grund des anhaltenden Entsetzens über die Vorgänge um den „NSU“ einen Höchststand an Veranstaltungen aufwies, konnte in diesem Jahr ein erhöhte inhaltliche Qualität festgestellt werden. Darüber hinaus haben sich – in Korrelation zu aktuellen Debatten – die Schwerpunktthemen verschoben. So sind vor allem in den Themenbereichen Flucht und Asyl sowie Antiziganismus die Aktivitäten erheblich angestiegen. Dies macht deutlich, dass die Menschen die populisti- sche Debatte um sogenannte „Armutsflüchtlinge“ und die rassistischen Hetze vor Flüchtlingsunterkünften nicht ohne Widerspruch hinnehmen. Auch die anstehenden Europawahlen und die Besorgnis über eine mög- liche rechtspopulistische Wende wurden vielfach thematisiert.

Den Akteuren war es zudem ein großes Anliegen, den Blick auf Alltagsrassismus und strukturellen Rassismus in der Mitte der Gesellschaft nicht zu verlieren: Oftmals wurden Erscheinungsformen wie Racial Profiling, die Diskriminierung von Schwarzen Menschen oder von Migrant_innen in Bildung, Arbeitswelt und auf dem Wohnungsmarkt, ein anhaltender Antisemitismus oder rassistischer Sprachgebrauch aufgegriffen.

Durch das neue Projekt „Muslime laden ein“ rückte die Auseinandersetzung mit dem antimuslimischen Ras- sismus in den Fokus. Über 50 Moscheegemeinden beteiligten sich erstmals und luden am Freitag, 21. März 2014, dem UN-Tag gegen Rassismus, öffentlich auch Nicht-Muslime zum Mittagsgebet ein.

Die erfolgreiche Fortführung des Projektes ist auch ein Verdienst der mehr als siebzig Kooperationspartner, Sponsoren und Unterstützer des Projekts. Sie ermöglichen eine nachhaltige Projektarbeit, die darauf hin- wirkt, Rassismus als gesellschaftliche Realität zu erkennen und als politisches Handlungsfeld anzugehen.

Eine ausführliche Projektdokumentation wird erarbeitet und im Juni 2014 veröffentlicht.