28.12.2013: Die Kampagne! Erfolge und Glücksgefühle – Geldmangel und Hoffnung zugleich – Die Fußball Bundesliga kommt! Ein kurzer Blick zurück! v. J.M. für LGN

„Wir stehen auf! – für eine Welt ohne Menschenverachtung!“ – Eine Bewegung!

Team

Foto: „Wir stehen auf!“ Auch der Deutsche Meister im Damen Basketball 2012, der BV Wolfenbüttel Wildcats, stand im März 2013 auf.

Sieben Städte, diverse Verbände, Vereine, Bundesligisten, einzelne Initiativen bundesweit. Mit der Nachfolge-Kampagne von „Hamburg steht auf!“-2012 starteten wir zu Beginn 2013 kräftig durch. Hamburg, München, Leipzig, Erlangen, Offenbach, Glinde und Oschatz waren die „Wir stehen auf!“-Hauptstädte. Am 07. Februar 2013 fand im Leipziger Rathaus die Auftakt-Pressekonferenz zu den Aktionswochen im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ statt. Insgesamt nahmen mehr als zwölf Podiumsteilnehmer daran teil. Darunter Smudo (Die Fantastischen Vier),, Sebastian Krumbiegel (Die Prinzen). Die Pressesprecherinnen von Google/YouTube und Facebook Deutschland, die Pressesprecher von Warner Music Central Europe, Skoda Deutschland u. v. w.. Aber vor Allem auch Initiativen und Menschen die etwas zu sagen hatten. Über 100 Veranstaltungen wurden in Deutschland unter dem Dach von „Wir stehen auf!“ umgesetzt. Lesungen, Schul Workshops, Konzerte , Lesungen, Podiumsdiskussionen, Stadionaktionen in den Bundesligen. Die Medienaufmerksamkeit war der Hammer. Nachrichtenformate wir ZDF „Heute“ oder die Tagesschau berichteten über die Gesamtkampagne. Die „Ohrbooten“, Sebastian Krumbiegel und viele Bands und Musiker (u. a. Nosliw, Mega Mega) spielten auf den Abschlussveranstaltungen in Hamburg, München und Leipzig auf. Ja, wir haben etwas bewegt.

Ein voller Erfolg für alle Beteiligten!

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Foto: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an unserer Pressekonferenz am 07.02.2013 im Rathaus zu Leipzig

Finanzen und das Glück im Unglück

Die bundesweite Kampagne „Wir stehen auf! – für eine Welt ohne Menschenverachtung“ wurde sehr eng kalkuliert. In die Kalkulationen flossen damals mögliche Eintrittsgelder der Liveveranstaltungen mit ein. Jedoch ging diese Kalkulation nicht ganz auf. In Leipzig wurden beispielsweise bei unserem Konzert im „Werk 2“ ca. 700 Besucher erwartet. Leider kamen nur 88 Gäste (welch Zynismus/ein Zahlencode). Hier mussten wir einen Ausfall von ca. 5.000,– € hinnehmen, unter dem wir auch heute noch zu leiden haben. Aber nicht nur das, wir sind leider auch oft in der Situation Bittsteller zu sein. So wurden gewisse Versprechungen von möglichen Geldgebern nicht eingehalten. Alles in einem produzierte die Kampagne ein Defizit von ca. 12.000,– €. Ein schlechtes Omen?

Nein, wir wären nicht wir, wenn wir das Handtuch aufgrund dieser Situation schmeißen würden. Natürlich räumen wir ein, dass wir bis heute noch an diesem Defizit zu knappsen haben und arbeiten unaufhörlich daran, jenes auszugleichen. Hierfür möchten wir uns bei allen denjenigen entschuldigen, die so lange auf ihr Geld warten mussten und teilweise gar noch müssen. Die Situation ist uns irgendwie auch peinlich, aber letztendlich sind wir auch von Zusagen Dritter (nicht unsere alten Partner) abhängig und das macht uns das Leben manchmal schwer. Der Glaube an unsere inzwischen zivilgesellschaftliche Verantwortung steht jedoch im Vordergrund. Wir müssen daher um Verständnis bitten.

Unser Autosponsor der sich bis zum Sommer 2013 noch als lanjähriger zuverlässiger Partner präsentierte und dies auch stets mit eigenen Pressemitteilungen kund tat, entschloss sich im Herbst dazu nach sieben Jahren das Engagement, nicht ganz so galant, auslaufen zu lassen. Für uns immerhin ein Kalkulationsfaktor von rund 12.000,– €, die wir derzeit versuchen mit anderen zuverlässigen und langjährigen Partnern auszugleichen. Vielleicht ein wenig eine „Milchmädchenrechnung“, aber unser Defizit von „Wir stehen auf!“ wäre 2013 damit ausgeglichen gewesen. Wie sagte einmal ein weiser alter Mann zu mir „Das Prinzip „Hoffnung“ darf nie gelten“. Und wer glaubt wir seien beleidigt, der täuscht. Letztendlich bestimmen die Art und der Zeitpunkt wie man Dinge beendet, das Gefühl.

Unsere langjährigen Partner Google Deutschland, Facebook Deutschland, Warner Central Europe, Universal Music sowie weitere neue Partner und wir arbeiten daran, dass die jetzt laufende Kampagne „Wir stehen auf! – für eine Welt ohne Menschenverachtung ein solides Budget für 2014 erhält. Der Bedarf ist hoch, da wir inzwischen zwölf Partnerstädte-/Regionen begrüßen dürfen und natürlich auch die Löcher stopfen wollen.

In diesem Jahr hatte uns die Kampagne „Wir stehen auf!“ insgesamt ca. 70.000,– € gekostet. Ein hoher Preis? Nein, denn wir wissen wofür wir uns 10 bis 12 Stunden pro Tag, egal ob am Wochenende oder in der Woche, hingeben.

Wir werden es schaffen! Vor Allem deshalb, weil Geld nicht immer das Wichtigste ist. Ich hatte die Initiativen und Städte zu den letzten Aktionswochen persönlich betreut. Wenn ich die Menschen, die sich vor Ort engagiert haben besuchte, Menschen die sich zusammen taten, um in ihrer Stadt etwas zu bewegen, dann überkam mich manches Mal eine Gänsehaut. Fernab von Kalkulationen, Geld, Büro-/Planungsalltag. All das war nicht wichtig, wenn ich mit 10 bis 30 Vertreterinnen und Vertretern der Initiativen zusammen saß. Nach deren Feierabend, spät abends ohne auf die Uhr zu gucken, weil es ihnen wichtig war und ist, ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen gegen Menschenverachtung!

Dortmund, Rothenburg o. d. Tauber und Hamburg als Hauptpartnerstädte für „Wsa 2014“ bestätigt – Der Präsident von Borussia Dortmund und Aufsichtsratsvorsitzende der DFL (Die Bundesliga), Dr. Reinhard Rauball und das Präsidium von „Hannover 96“ sichern verstärktes Engagement der Fußball Bundesliga zu

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Foto: Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Pressekonferenz „Wir stehen auf! – für eine Welt ohne Menschenverachtung“ im Rathaus zu Dortmund am 20. November 2013: Gemeinsam für eine Welt ohne Menschenverachtung v.l. Jörn Menge (Kampagne „Wir stehen auf“), Olivier Bremer (BlaBlaCar), Friedrich Stiller (Pfarrer), Britta Graupner (Interkultureller Rat), Walter Hartl (Stadt Rothenburg ob der Tauber), BVB-Präsident Reinhard Rauball, Sebastian Krumbiegel (Die Prinzen), Thorsten Meier (Hannover 96), Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Hartmut Anders-Hoepgen (Stadt Dortmund)

Wir haben uns sehr gefreut, als uns im November 2013 die Nachricht übermittelt wurde, die Stadt Dortmund steht auf! Eine Stadt die ganz klar gegen ihre rechtsextremistischen Tendenzen kämpft, aber zeitgleich bestens aufgestellt ist. Eine Stadt, die drei Rechtsextremismus-Beauftragte beschäftigt. Eine Stadt die sich wehrt, wenn Nazis versuchen Präsenz zu zeigen. Die am 20. November 2013 statt gefundene Pressekonferenz im Rathaus hat noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig zivilgesellschaftliches Engagement ist. Der OB Ullrich Sierau sicherte seine volle Unterstützung zu.

Dr. Reinhard Rauball (Borussia Dortmund/DFL) sicherte neben unseren Gesprächen, die wir ebenfalls mit der DFL führen, auf dieser PK ein volles Engagement seines Clubs zu. Ebenso kündigte er gemeinsam mit Torsten Meier (Hannover 96) ein erhöhtes Engagement aller Bundesligisten im Rahmen von „Wir stehen auf!“ an, zumindest wollen beide dazu motivieren.

Fazit:

Das Jahr 2013 war auch für die Kampagne „Wir stehen auf! – für eine Welt ohne Menschenverachtung“ ohne Zweifel kein einfaches Jahr. Aber sollen wir deshalb missmutig werden? Nein, wir wissen um das Engagement so vieler Menschen die uns unterstützen. Mit diesem Engagement können wir andere unterstützen. Überall! Und Geld sollte eine sekundäre Rolle spielen. Nur leider lässt es unser System nicht zu, dass wir ohne Geld so viel bewegen können. Drum, wer uns unterstützen möchte, im Kleinen und im Großen, der ist herzlich eingeladen!

Ich bedanke mich bei allen Partnerinnen, Partnern  und Initiativen sowie geduldigen Menschen für eine so grandiose Hilfe, die dazu führte durchaus ein großes Zeichen zu setzen. Das Jahr 2014 kommt und wir werden jenes meistern und uns und Euch nicht unterkriegen lassen.

J. Menge für LGN

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