19.09.2013: Wählen gegen Nazis – ein Appell unseres Kollegen Stephan Räder

Wählen gegen Nazis – ein Appell unseres Kollegen Stephan Räder 

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 Foto: „Hamburger Bündnis gegen Rechts“ www.keine-stimme-den-nazis.org/

Am 22. September ist es wieder so weit, die Bundestagswahl steht vor der Tür. Doch im Internet mussten wir oft lesen, dass sich einige Menschen gar nicht erst an der Wahl beteiligen wollen. „Gründe“ dafür gibt es einige. Vom resignierenden Sätzen wie „Die machen sowieso alle, was sie wollen.“ und „Meine Stimme bewegt eh nichts.“ Über rebellischen Aussagen wie „Ich zeige meine Abneigung zur Politik, indem ich Nichtwähler bin.“ bis hin zur wahrscheinlich ehrlichsten aller „Gründe“: „Ich habe keine Lust/Zeit Sonntags zur Wahl zu gehen.“„Gründe“ ist hier übrigens ganz bewusst in Gänsefüßchen gesetzt, da es keinen Grund gibt, nicht zur Wahl zu gehen!

Offensichtlich geben sich die großen Parteien dieses Mal nicht so viel Mühe mit Ihren Wahlslogans. Die ewig gleichen Aussagen (wenn man sie so nennen kann) zeugen nicht gerade von Kreativität.

Die Slogans von CDU „Gemeinsam erfolgreich.“ und SPD „Das WIR entscheidet.“ gleichen sich inhaltlich. Zusammen mit dem unkreativen „und du?“-Spruch von den Grünen, ist es für die Parteien schon etwas peinlich. Von der blamablen Wahlwerbung der NPD und FDP, die die exakt gleiche glückliche Familie für sich werben ließ, wollen wir deshalb gar nicht erst anfangen.Doch trotz dieser eher schlechten Versuche um unsere Stimmen zu werben, sollte sich niemand vom Wählen abhalten lassen, denn Nichtwähler fördern unbewusst Parteien wie die NPD, pro Deutschland und AfD.

Die Nazis werden sich nämlich bestimmt nicht davon abhalten lassen ihre Parteien zu wählen. Ganz im Gegenteil, NPD und pro Deutschland touren zur Zeit durch das ganze Land, um Stimmen abzugreifen. Obwohl sie meist auf starke Abneigung treffen, gewinnen sie so trotzdem an Aufmerksamkeit.

Die Presse schreibt über die Kundgebungen und Demonstrationen, die Menschen entwickeln ein Interesse für ihre Programme und informieren sich. Eigentlich eine gute Sache, wenn da nicht auch Menschen wären, die sich von den Programmen der Rechten angesprochen fühlen.

Haltet dagegen und wählt andere Parteien!

Hier ein paar Zahlen um zu zeigen, wie das Wahlergebnis von 2009 mit 100% Wahlbeteiligung hätte aussehen können.

Die Wahlbeteiligung bei den Bundestagswahlen 2009 lag bei 70,78 %.

Ca. 62,2 Millionen Bürger waren Wahlberechtigt, d.h. ungefähr 18,2 Millionen haben nicht gewählt und sich somit nicht klar gegen NPD & Co. positioniert.

Wenn man davon ausgeht, dass alle Nichtwähler 2009 etwas anderes, als die NPD gewählt hätten, so hätte die NPD nur 1,0617 % statt 1,5% der Stimmen bekommen. Das mag im ersten Moment wenig erscheinen, doch man würde ihnen damit fast 1/3 ihres „Erfolgs“ nehmen. Daher gilt: Nichtwähler, nutzt euer potenzial!

Bayern hat es vorgemacht: die NPD ist dort unter der 1% Grenze gelandet und bekommt daher keine Kostenerstattung für ihren lächerlichen Wahlkampf. Also wenn sich bei so einem Ergebnis das Wählen nicht lohnt, dann wissen wir auch nicht weiter…

Für diejenigen, die sich von den großen Parteien nicht angesprochen fühlen gibt es Alternativen. Dafür muss man auf seinen Stimmzettel nur etwas weiter nach unten schauen.  Da hätten wir zum Beispiel die „Partei der Nichtwähler“. Vollkommen inhaltslos und trotzdem wählbar, um die Statistiken zu beeinflussen.

Und für all diejenigen, die keine Lust haben am Sonntag ins Wahllokal zu gehen, gibt es immerhin noch die Briefwahl. Dafür kann man bequem übers Internet (auf der Internetseite seiner Stadt) sich die Briefwahlunterlagen nach Hause schicken lassen.

Auch wenn ihr den Eindruck habt, ihr könntet nicht mitbestimmen, wer unsere Regierung bildet, so könnt ihr wenigstens dafür sorgen, dass bestimmte „Menschen“ in der Politik nichts zu melden haben!

Lass deine Stimme nicht verstummen – sei laut!

 

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