23.08.2013: Jeden Tag Nazis, irgendwo in Deutschland und „…der Friedrich schläft noch immer!“

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„… der Friedrich schläft noch immer!“

„Angesichts der Proteste von Rechtsextremen vor einem Flüchtlingsheim in Berlin sorgt sich Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) um das Ansehen Deutschlands in der Welt.“ (Zitat RP Online-Artikel v. 22.08.2013)

Schon beim NSU Prozess konnte unser Bundesinnenminister Friedrich nicht glänzen. Die Einführung einer Datenbank war sein Rezept für die Bekämpfung von Rechtsextremisten in Deutschland.

 Weitere Zitate aus RP Online: „Der Innenminister sieht Bund, Länder und Kommunen gemeinsam in der Pflicht, für die Asylbewerber zu sorgen. „Der Bund ist gefordert, die Verfahren zu beschleunigen, damit die Menschen schnell Klarheit über ihre Zukunft bekommen“, sagte Friedrich.

Die Länder müssten für geordnete Verhältnisse in den Unterkünften sorgen. Sie dürften die Kommunen dabei nicht allein lassen. Friedrich rief auch dazu auf, „die Sorgen der Bevölkerung“ ernst zu nehmen, „damit die menschenverachtende Propaganda der Neonazis keinen Erfolg hat“.

Wir fragen uns ernsthaft, was unser Innenminister die letzten Jahrzehnte so gemacht hat.  Anscheinend entgingen ihm bisher, die desolaten und menschenunwürdigen Bedingungen in den Flüchtlingsheimen dieses Landes. Vielleicht hatte er geschlafen, als Rassisten und Nazis in den letzten Jahren Gewalt an Flüchtlingen verübten, Brandsätze schmissen und sonstige Handlungen begangen. Es ist ein Skandal, dem wir uns wieder einmal hingeben müssen. Die perverse Präsenz von Rechtsextremisten und Rechtspopulisten an dem Flüchtlingsheim Berlin Hellersdorf in den letzten Tagen, bewegt diesen Mann nunmehr sich hauptsächlich um das Image Deutschlands zu sorgen. Was wäre eigentlich passiert, wenn die Nachbarn des Flüchtlingsheims mit ihrem Alltagsrassismus durch eine breite Medienpräsenz nicht so populär geworden wären, Herr Friedrich? Was wäre passiert, wenn die Nazis bei der ersten Kundgebung der Nazis vom Dienstag, dem 20.08.2013 nicht ihre Gewaltbereitschaft gezeigt hätten und keine Journalistinnen und Journalisten angegriffen hätten? Wir vermuten, Sie hätten weiter geschlafen bis es irgendwann geknallt hätte. Und genau das, kann jetzt in Kürze passieren.

Wir kennen das Prozedere noch von „Lichtenhagen“ welches letztendlich durch die Live-Berichterstattung der Fernsehsender berühmt wurde. Ein Ort an dem der braune Mob nicht allein tobte, sondern eine halbe Stadt gleich mitmachte, die dort Geflohenen zu vertreiben. Schon damals hätte man menschlichere Gesetze für Flüchtlinge entwickeln können. Stattdessen war ihre Partei gleich zur Stelle die Forderung nach schärferen so genannten Asylgesetzen zu stellen. Was dann parteiübergreifend auch geschah. Die erbärmlichen Verhältnisse heute im Umgang mit Menschen die aus ihren Ländern in Todesangst und aus Gründen der Armut fliehen, wurden damals produziert und stets verschärft. Es ist ein leichtes tolle Phrasen zu dreschen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Die Verantwortung tragen Sie mit, Herr Friedrich, ihre Vorgänger und Sie persönlich, haben für diese Menschen bestimmt keine wirkliche Verantwortung übernommen.

Mit den Pogromen von Lichtenhagen und Mölln wurden Flüchtlingsgesetze verschärft

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Foto: Ein mit sich zufriedener Bundesinnenminister Friedrich

Berlin Hellersdorf ist ein Ort geworden, auf den die Medienwelt schaut. Vielleicht ist das der Hauptgrund, warum Sie sich nun zu Wort melden und von Verantwortung sprechen. Jetzt und genau jetzt wäre es an der Zeit ein Zeichen zu setzen. Morgen will die NPD ab 16.00 Uhr wieder vor dem Flüchtlingsheim in Berlin Hellersdorf demonstrieren und auf Bauernfang gehen. Bauernfang deshalb, weil viele Menschen dieses Viertels offensichtlich keine so netten attraktiven deutschen Bürgerinnen und Bürger sind, die gastfreundlich erscheinen. Kein Viertel, welches man Touristen empfehlen kann. Schon in den vergangenen Tagen tummelten sich „NPD“ und „Pro Deutschland“ dort, um auf Stimmenfang für die Bundestagswahl zu gehen. Und soweit sind sie vielleicht von ihrem Erfolg gar nicht weg. Als eine berühmte deutsche Tageszeitung, wenn nicht gar das größte Boulevard Blatt in den letzten Tagen von dem Mann mit dem Hitlergruß in Hellersdorf berichtete, entstanden dort Kommentare die wir hier an dieser Stelle gar nicht erst zitieren wollen. Sätze wie „… ich kein Nazis, aber die gehören hier einfach nicht hin“ (in Bezug auf die gerade eingezogenen Flüchtlinge) sollten Sie Herr Bundesinnenminister dazu treiben, sich nicht um unser Image zu sorgen, sondern menschlich zu handeln! Morgen haben Sie persönlich die Gelegenheit, sich den Protesten der Zivilgesellschaft gegen das Treiben von Nazis und Rassisten anzuschließen. Wie wäre es? Dies wäre ein klares Zeichen für ein positives Images Deutschlands. Aber, erleben werden wir Sie dort wohl nicht.

…und täglich grüßt das Murmeltier – Nazis gehen auf  Tour

Wir beschäftigen uns hier täglich mit den Aktivitäten der Nazis bzw. der NPD. Vielleicht ist es Ihnen, Herr Minister, nicht aufgefallen, dass diese Menschenverächter inzwischen kontinuierlich in den Städten des, och so schönen wirtschaftsstarken Deutschlands, präsent sind. Das ist peinlich für dieses Land, das ist eine Schande für die Opfer rechter Gewalt, das ist image-schädigend für Deutschland. Abgesehen von den rechtsextremistischen Aktivitäten und täglichen Straftaten die dem Image noch vielmehr schaden könnten, wenn man dann nicht dafür sorgen würde diesen Zustand klein zu halten.

Nein Herr Friedrich, sie sollten dringend wach werden. Mit den Ausführungen, die wir gestern von Ihnen lesen durften, geben Sie sich eher der Lächerlichkeit preis. Eine Lächerlichkeit die gefährlich für das Land ist, welchem Sie als Minister, wie sagt man so schön, dienen sollen. J.M. für LGN

Wachen Sie endlich auf!

 

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