17.07.2013: In Franken keine Chance! – NPD scheitert kläglich in Rothenburg, Weißenburg und Lauf a. d. Pegnitz – Nachbericht

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Foto: Der wohl älteste Sitzblockierer (r.) in Deutschland-Mit 90 Jahren setzte er ein Zeichen!

Franken in Bayern galt einmal als Nazi-Hochburg. Seit gestern können die Menschenverächter sich andere Regionen suchen. Unsere Partnerstadt „Rothenburg ob der Tauber“, „Weißenburg“ und „Lauf a. d. P.“ leisteten gestern einen friedlichen und bestimmten Widerstand, als die NPD mit einem kleinen Team von Nazis auf Wahlkampftour dort stoppen, wir möchten fast sagen eindringen, wollten.

Gratulation an alle Bündnisse, die diese tollen Veranstaltungen gestern organisierten. Wir waren in Rothenburg, unserer „Wir stehen auf!“-Partnerstadt und sind beflügelt. Beflügelt, weil wir einen Zusammenschluss einer ganzen Stadt gesehen haben. Ein Zusammenschluss aus der Zivilgesellschaft der sein Ziel erreichte.

Zu Beginn des Jahres erhielten wir einen Anruf eines „Laut gegen Nazis e. V.“-Mitgliedes. Die NPD hatte einen Parteitag in Rothenburg geplant. Der Hotelier und drei weitere aktive Bürgerinnen und Bürger riefen ein Bündnis in das Leben, um sich gegen die Ambitionen der NPD zu stellen. Unser Kampagnenleiter besuchte das erste Bündnistreffen, welches über Facebook einberufen wurde und sah über 30 Menschen, die sich nun endlich zusammen schließen wollten, um gegen das vergessene braune Image der Stadt und gegen rechtsextremistische Präsenz zu agieren. http://www.lautgegennazis.de/blog/2013/04/16/16-04-2013-rothenburg-o-d-tauber-absage-an-die-npd-und-die-stadt-steht-auf-satzung-des-neuen-bundnisses-v-j-menge/

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Foto: Ein starkes Bündnis aus Sichtrichtung der NPD-Nazis

Aus dem losen lockeren Zusammenschluss wurde sehr schnell das Bündnis „Buntenburg“. Dieses Bündnis hatte es in Kürze geschafft sich zu bündeln und hatte sein Teil dazu beigetragen, durch Gespräche mit der Stadt bis zum Bürgermeister, dass der NPD Partei nicht stattfand.

Stattdessen präsentierte „Buntenburg“ bis gestern viele kleine und größere Aktionen. Gestern war dann ein großer Tag für die Stadt. Durch das aktive Wirken der Mitglieder der Initiative „Buntenburg“ schaffte es dieses Bündnis, sämtliche Institutionen, Vereine, Kirchen, Politik und Zivilgesellschaft zusammen zu schweißen, um den Besuch der NPD zu verhindern, oder zumindest zu behindern. Grandios.

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Der Tag in Rothenburg

Um 9.00 Uhr wurde auf dem Platz der Gegenkundgebung aufgebaut. Das Bündnis dekorierte jenen mit Bannern, Plakaten und installierte einen Unimog als Bühne für die Redner, DJ´s und Rapper. Laut sollte es werden, der NPD keine Chance geben ihren braunen Müll auf dem Platz nebenan zu verbreiten. Gesagt, getan. Um zu ihrem Platze zu gelangen, musste der NPD Tross, bestehend aus drei Fahrzeugen durch eine kleine Gasse fahren (in Rothenburg sind alle Gassen klein), blieb jedoch aufgrund zweier Sitzblockierer (später waren es ca. 15 Personen) in der Gasse hängen. In Augenhöhe mit den Buntenburgern, die die Nazis sogleich mit „Irie Révolté (Antifaschist) und Blumio (Hey Mr. Nazi) akustisch und sehr laut begrüßten.Ratlosigkeit bei den Nazis. Die Polizei war super. Diese wollte jede Eskalation vermeiden und redete beherzt und ruhig auf die Blockierer (die inzwischen auch hinter den NPD Fahrzeugen zusätzlich Platz nahmen) ein. Manchmal wurden wir das Gefühl nicht los, dass der eine oder andere Beamte dabei milde lächelte. Kein Vor-kein Zurück. Eingekesselt von zwei Häuserwänden und Sitzblockierern gab es für die NPD-Nazis keine Chance. Dieses Spiel dauerte ca. 1 1/2  bis 2 Stunden, während die Redebeiträge der „Buntenburger“ und vor Alle laute Musik die Nazis beschallte, die zunehmend genervter wirkten.

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Erst nach langer Zeit fanden NPD  und Polizei einen Kompromiss. Die NPD durfte in der Gasse ein Rednerpult nebst Anlage aufbauen, um einen Rede-Versuch zu starten. Ohne Erfolg. Die Spitzenkandidaten der braunen Truppe aus der Region, oder wie man sie auch nennen möchte, scheiterten kläglich. Ihnen schmetterte der Sound von Samba, Reggae und andere Klänge entgegen.

Auch der Oberbürgermeister der Stadt „Rothenburg ob der Tauber“ war sichtlich erfreut, über das was die Bürgerinnen und Bürger seiner Stadt gestern auffuhren. Rothenburg ob der Tauber setzte auf Initiative des Bündnisses „Buntenburg“ mehr als nur ein Zeichen. dieses Bündnis ist und bleibt aktiv. Auch ohne Nazis, die sich in der Stadt präsentieren wollen. Die tage-/nächtelange Vorbereitung auf das gestrige Ereignis hat sich gelohnt. „Wir stehen auf!“ war das gestrige Motto des Bündnisses. Und genau nach diesem Motto, wird es weiter handeln und dafür sorgen, dass die Stadt bunt bleibt! Wir sagen: „Danke“ J.M. für LGN

 

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