03.06.2013: Themenwoche „Musik“ – „Krawall“ ohne „Brüder“ -warum wir keine Spende dieser Band annehmen… Eine Grauzone kann durchaus ein Grund sein!

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„Krawall“ ohne „Brüder“ -warum wir keine Spende dieser Band annehmen…

Im März 2012 meldeten wir, dass die Band „Krawallbrüder“ unserem Verein „Laut gegen Nazis e. V.“ spenden wolle. Diese Spende sollte aus den Eintrittsgeldern auf deren Tour entstehen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir uns noch nicht wirklich mit der Band beschäftigt und auseinandergesetzt. Die Meldung erhielten wir, als wir mit insgesamt 80 Veranstaltungen in Hamburg (Hamburg steht auf!) beschäftigt waren.

Nachdem es Proteste hagelte verhielten wir uns zunächst ruhig und forderten die Band auf, uns ein Statement zu geben. Ein Vereinsmitglied hatte Kontakt zur Band und konnte die Situation nicht abschätzen. Wir geben zu, dass wir natürlich über jede Spende glücklich sind und wir zunächst die Vita von „Krawallbrüder“ ignoriert haben, die wiederum immer wieder betonten, dass man gegen Nazis sei. Wir waren etwas blauäugig und versäumten wichtige Schritte in unserem Hause einzuleiten und gewissenhaft zu recherchieren. Dies änderten wir leider erst im Herbst 2012. Inzwischen wissen wir, dass die „Krawallbrüder“ ziemlich finstere Auftritte hinter sich gebracht haben, hatten allerdings versäumt dies auch öffentlich mitzuteilen. Die Nähe zu Frei.wild hatten wir damals nicht wahrgenommen, so vertrieb der Merchandiser (Krawallbrüder) „KB Records“ auch Produkte dieser Band.

„Ein weiteres Beispiel wäre, dass bei „KB-Records“ (Krawallbrüder-Label) immer noch Merchandise für die rechte Band „Frei.Wild“ betrieben wird. Das sollte eigentlich schon reichen um die „Krawallbrüder“ zu disqualifizieren, wer noch mehr Beweise haben will dem sei der Oireszene-Blog ans Herz gelegt. Vielleicht sei noch erwähnt, dass der der „Krawallbrüder“-Sänger und Labelchef von KB-Records, schon das ein oder andere Mal auf einem Rock-against-communism(RAC)-Konzert gesehen wurde. Darüber hinaus wird auch mit offensichtlich rechten Labeln wie „Rock-O-Rama“ oder dem „Adler Versand“ zusammengearbeitet und Sänger Pascal Gaspard war wohl auch Stammgast in der belgischen „Blood an Honour“-Kneipe „De Kastelein“.“ (Zitat Indymedia https://linksunten.indymedia.org/de/node/23037)

„Ein weiterer fragwürdiger Vorfall ereignete sich im August 2007 auf dem bekannten Punkfestival „Force Attack“ in der Nähe Rostocks. Als die Krawallbrüder die Bühne des „Force Attack“ betraten, machten sie bereits in einer Ansage deutlich, dass es den Abend nicht um Politik sondern nur um Musik gehe. Antifaschisten kritisierten bereits dies: “Es ist erstaunlich, dass angeblich unpolitische Bands ein Problem damit haben sich gegen Rechts abzugrenzen, aber kein Problem damit haben gleichzeitig gegen Antifas Stimmung zu machen.” So tolerierte es etwa die Band als Teile des Publikums laut: “Ein Baum Strick ein Antifagenick!” gröhlten. Auf Intervention oder gar ein Statement der Band wartete man vergebens.“ (Zitat: http://rashhannover.wordpress.com/2012/10/19/offener-brief-bezuglich-des-krawallbruder-konzerts-im-musikzentrum-hannover/)

Begründung für die Nichtannahme der Krawallbrüder-Spende

Im Rahmen einer Sitzung des Vereins „Laut gegen Nazis e.V.“  im September/Oktober 2012 besprachen wir die Problematik mit den anwesenden Mitgliedern. Wir waren mehrheitlich zu dem Schluss gekommen, dass das Statement der Band vom März 2012 nicht ausreicht. (http://www.lautgegennazis.de/blog/2012/02/24/24-03-2012-nach-einer-facebook-diskussion-zu-der-spendenaktion-der-band-krawallbruder-veroffentlichen-wir-ein-sdtatement-der-band-als-reaktion/)

Die „Krawallbrüder“ mögen keine Nazis sein. Die Nähe zu etwaigen Nazibands oder auch zu Händlern die Nazimusik vertreiben haben uns damals zu der Entscheidung geführt, eine Spende nicht annehmen zu wollen. Diese Entscheidung haben wir allerdings versäumt, öffentlich zu verkünden.

Unpolitisch gibt es nicht!

Das von der Band Geschriebene ist nicht unpolitisch. Wenn man verantwortlich als Künstler handeln will, dürfen solche Vorfälle wie auf dem „Force Attack 2007“ nicht ignoriert werden.

Wer in der Öffentlichkeit Darbietungen präsentiert, trägt stets eine politische Verantwortung, eben auch die „Krawallbrüder“. Diese Verantwortung zwingt zum praktischen Handeln und zu einem offenen Umgang mit klaren Abgrenzungen. Hier hatte die Band in der Vergangenheit versagt.

Kritik an unseren Kritikern:

Wir waren am Donnerstag in Leipzig und stießen auf jemanden, der sagte: „Ihr seid echt gut, aber was ich Euch übel nehme ist, dass ihr mit den Krawallbrüdern zusammen arbeitet und Spenden mit dieser Band generiert.“

Nun gut, in unserer Verantwortung liegt die eigene Informationspflicht der wir nicht nachgekommen sind, aber vielleicht wäre es doch schön, statt halbe Gerüchte irgendwo zu verbreiten, uns einfach einmal auf kurzem Wege zu fragen, wie eigentlich der Stand der Dinge ist. Damit wollen wir unsere Versäumnisse nicht schöner reden.

LGN

Hamburg, 03. Juni 2013

 

 

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