28.05.2013: Ein Anfang ist gemacht – und die traurige Realität – ein Nachbericht von Mayo aus Nienhagen

Ein Anfang zum Wiederkommen, die trauriger  Realität einer kleiner revolutionären Gemeinde im Harzvorland  namens Nienhagen 

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Foto: Nazis auf dem Weg zu ihrem Festival in Nienhagen

„Der Bürger ist machtlos wenn die Demokratie es nicht verbietet, den  Nazis eine Bühne zu geben und es ist sehr wohl die Pflicht eines demokratischen Staates  sich für das Wohl seiner Bürger einzusetzen, auch wenn  nun mal verlangt wird,  dass  bei bestimmten Personenkreisen die bekanntermaßen die „Demokratie“ dafür ausnutzen um Ihre menschenverachtenden Ideologien, Musik und Hetzkampagnien  unters Volk zu streuen, dieses zu Unterbinden.

Wie sehr die Nienhagener eingeschüchtert sind, zeigt dass nur ein kleiner Teil dem Aufruf gefolgt ist (160 Stimmen gegen Nazikonzerte) und am Samstag am 25.05.2013 Gesicht gezeigt hat und laut war, gegen Manila und seine Schergen und das Nazikonzert.

Die positive Bilanz, in Kürze der Zeit dennoch 200 Personen auf die Straße zu bekommen zeigt uns, dass es einigen nicht egal ist, das Nienhagen nicht zu einem zweiten „Jamel“ verkommt (40 Nienhagener haben 2012 für das Nazikonzert gestimmt).

Eine traurige Bilanz hingegen ist, dass sehr wenige Jugendliche dem Aufruf gefolgt sind und es lieber ihren Lehrern, Eltern oder Großmüttern und Vätern überlassen  haben sich für ein „sauberes Nazifreies Nienhagen“  einzusetzen.

Da stellt sich für uns die Frage, sind alle Jugendlichen „Braun“ im Harz und Vorland? Oder sind sie so dermaßen eingeschüchtert, dass Sie sich nicht mal mehr trauen Gemeinsam mit anderen Aktivisten/innen, Bürger/innen auf die Straße zu gehen? 

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Foto: Trotz Auflage der Behörden-keine Glasflaschen auf dem Weg zum Festival mit sich zu führen, hatten Rechte alle Hände voll 

Trotz Auflagen vom Ordnungsamt kam es dennoch zu vier Strafanzeigen wegen Beleidigung, Körperverletzung und dem Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole laut Aussage der Polizei.

Das sich Ordnungsamt, Polizei nicht mit Ruhm bekleckert haben zeigt auch ein anderer Bericht des BNR

http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/braunes-musik-event-in-folge

Das auch ein  Herr Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) nicht wirklich seiner Aussage (Volkstimme vom  23.05.2013) nachgekommen ist,  wundert uns nicht. Zwar war er in Groß Germersleben auf dem Straßenfest gegen Rechtsrock um ordentlich für sein „gutes Aussehen“ zu werben und ist dann auch mal kurz in Nienhagen angehalten, aber wirklich an der Demonstration in erster Reihe hat er nicht teilgenommen.

Wenn man als Politiker schon verspricht an einer Demonstration teilzunehmen, so sollte man doch auch bitte schön in erster Reihe stehen, um seinem Innenministerium zu zeigen wie man mit solchen Braunen Events umgeht. Politiker die mit heißer Luft schießen und große Töne spucken braucht dieses Land nicht. So würden wir zeigen, dass wir nicht fähig sind dem Braunen Spuk ein Ende zu bereiten.

Wir hingegen werden da weiter machen wo wir Angefangen haben und kündigen für nächstes Jahr schon jetzt neue Proteste an.

Um weiter für das Thema zu sensibilisieren,  werden wir mit   „Wir stehen auf!“ für eine Welt ohne Menschenverachtung, im März 2014 zu den Wochen gegen Rassismus  vorab schon mal im Harz eine kleine Rundreise machen um weiter aufzuklären und  zu mobilisieren, gegen Rassismus und Menschenverachtung.

Wir bedanken uns bei allen die am Samstag als Unterstützer/innen mit vor Ort waren und bei all jenen die im Hintergrund mit uns tätig waren. Gemeinsam sind wir Stark und Lauter als  der braune Sumpf der uns alltäglich umgibt.“

Carpe Diem  Mayo aus dem Harz

 

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