27.02.2013: Wenn die Freiheit in Flammen aufgeht v. H. Lange

Wenn die Freiheit in Flammen aufgeht

Heute vor 80 Jahren, am 27.Februar 1933, zerfielen sämtliche Grundrechte Deutschlands in Schutt und Asche: der Reichstag brannte. Aber nein, nicht, weil durch dieses Gebäude symbolisch die Freiheit zerstört wurde, sondern weil dies faktisch geschah.

Am Abend dieses Rosenmontags brannte der Reichstag nahezu vollständig ab und der für diese Tat Verantwortliche wurde noch am Tatort gefasst: Marinus van der Lubbe. Obwohl der 24-Jährige angab, ein Einzeltäter zu sein, der den Widerstand gegen das Regime vorantreiben wollte, erfolgte eine umfassende Theorie über eine kommunistische Verschwörung.

Bereits am nächsten Tag wurde der Notstand in Form der „Reichstagsbrandverordnung“ ausgerufen, welche im Übrigen bis zum Ende des Nationalsozialismus Bestand hatte. Die offiziell als „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“ bezeichneten Erlasse bildeten die gesetzliche Grundlage des nationalsozialistischen Terrors. Durch die Verordnung wurden sämtliche Grundrechte, wie die Meinungs- und Versammlungsfreiheit, letztlich aufgelöst, um die Verfolgung von Oppositionellen und anderen sogenannten „Staatsfeinden“ zu erleichtern.

Die folgende Gleichschaltung der Länder und die Auflösung zahlreicher Parteien ebneten den Weg zum Einparteienstaat und somit zur Diktatur der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler.

Dies gelang ihnen bereits binnen weniger Wochen, denn die sogenannte „Machtergreifung“ Hitlers vom 30.Januar 1933 liegt erst knapp einen Monat zurück.

Wobei an dieser Stelle auf die Unangemessenheit des Ausdrucks der „Ergreifung“ vor dem Hintergrund der großen Zustimmung durch die Bevölkerung bei den Reichstagswahlen 1932 hingewiesen werden muss.

Die Tatsache, dass der Reichstagsbrand als absolute Legitimation für den folgenden Terror und die Entrechtung der Menschen fungierte, hat zahlreiche Theorien über eine Brandstiftung durch die Nazis selbst genährt. Mit seinem Leben dafür gebüßt, hat der junge Holländer van der Lubbe und mit ihm die Menschenrechte eines Volkes.

 

Am heutigen Tage gilt es, den Ereignissen vor 80 Jahren in angemessener Weise zu gedenken und sie als Mahnmal zu verstehen. Als Mahnung dafür, wie verführbar die Menschen und wie gefährlich der Faschismus damals war und bis heute ist.

Tretet dafür ein, dass diese Zeit der Menschenverachtung niemals in Vergessenheit gerät! Das Bewahren der Erinnerung liegt in unserer Hand. Es ist unsere Pflicht.

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