16.08.2012: Naziterror in Kleinstädten (durch Anhänger von PRO-NRW, und der NPD anderswo) – Wie tief ist braune Menschenverachtung eigentlich schon in der Gesellschaft verwurzelt?

 

 

Foto: Demonstranten gegen das Nazi-„Fest der Völker“ in Altenburg 

Wer gestern die zu später Stunde ausgestrahlte ARD Reportage „Braune Flecken-Junge Männer zwischen Hass und Heimat“ gesehen hat, müsste doch langsam aufwachen. Ein Ort in Bergisch Gladbach namens „Radevormwalde“. Eine typische deutsche Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen bei Wuppertal. Die Geschichte: Jungnazis die eine ganze Stadt und ihre Bewohnerinnen und Bewohner terrorisieren. Gewalt prägt deren Credo. Darüber schwebt die rechtsextremistische Partei „Pro NRW“, die mit zwei Abgeordneten im Kreistag sitzt und durchaus mit der NPD konkurrieren kann. Allein an der Existenz der Partei Pro-Deutschland mit ihren Ablegern in den Bundesländern ist zu erkennen, dass ein „Hauruck-Verbot“ der NPD nicht das Gelbe vom Ei ist. Mancherorts ist die Menschenverachtung der braunen Ideologie so tief verwurzelt und so präsent, dass Gewalt und Provokationen von Rechtsextremisten an der Tagesordnung stehen. Die Bevölkerung in „Radevormwalde“ berichtete in der ARD Reportage von der Angst sich dem braunen Mob in dem Ort entgegenzustellen. Radevormwalde ist kein Einzelfall. 

Gerade in der Pampa dieses Landes fallen so viele Orte auf, in denen die Präsenz von Nazigedankengut mehr als nur ein Problem darstellen. Menschen werden bedroht, verprügelt, defarmiert-so z. B. ein Händler in „Radevormwalde“ der dem TV-Zuschauer als Symbol für so viele andere Fälle in Deutschland stehen sollte.

Wir erinnern uns an Rostock-Lichtenhagen, Mölln, Solingen, Mügeln, Hoyerswerda und so viele andere Ausschreitungen und Übergriffe die täglich stattfinden. Wir haben ein massives Problem, welches den Alltag von Menschen beeinträchtigt. Wenn eine Frau in dem Beitrag davon berichtet, dass man sich nach 23.00 Uhr nicht mehr auf die Straße traue, weil der braune Mob dann zuschlagen könnte, dann ist das mehr als nur ein Warnzeichen. Dies ist ein Zustand den wir fast täglich hier bei uns im Büro aus verschiedenen Regionen berichtet bekommen. Schlimm wird es, wenn es Nachbarn sind die einen bedrohen. Das ist Alltag, flächendeckend in einzelnen Orten Bundesland-übergreifend. Rechtsextremistische Randphänomene sind dies alles schon lange nicht mehr.

Das Wegschauen der letzten Jahrzehnte hat dazu geführt, dass sich Kameradschaften bilden konnten und in ihrem kleinen Wirkungskreis Angst und Schrecken verbreiten können. Dies ist nicht nur bitter, sondern zeugt von der langjährigen Unachtsamkeit der Politik und Gesellschaft in Deutschland.

Die, die mit Schlips und Kragen agieren sollten endlich engagierter gegen rechtsextremistische Umtriebe vorgehen, darüber nachdenken und handeln. Deshalb auch unser Foto.

 

 

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