27.07.2012: Der Hamburger „Christian Worch“ gilt als Drahtzieher in der rechten Szene und ist jetzt Vorsitzender der Partei „Die Rechte“ – Die NPD dürfte hierüber nicht so glücklich sein – wir allerdings auch nicht wirklich…Der Mann ist nicht ungefährlich und verantwortlich für sehr viele Nazi-Aktivitäten der letzten Jahre…Seine Biografie spricht für sich…

 

 

Eine neue Partei wurde gegründet. „Die Rechte“ kommt konservativ um die Ecke und vertritt die Forderungen die Rechtsextreme in der Regel auch brutal anders formulieren und durchsetzen wollen. Der Parteivorsitzende „Worch“ aus Hamburg schrieb eine Geschichte, die die Ausrichtung dieser im Volksmund „Rechtspartei“ genannten Partei, klar macht. Christian Worch ist heute 56 Jahre alt und machte bereits in den Siebziger und Achtzigern des letzten Jahrhunderts Schlagzeilen. Ein führender Nazi, der sich schon in der „Wehrsportgruppe Hoffmann“ (Achtziger) aktiv zeigte. Ein Mann der für diverse Naziaufmärsche in Deutschland verantwortlich (Neunziger/aktuell) ist und mit seiner Gesinnung nie hinterm Berg hielt. Da klingt es fast harmlos, wenn wir und andere Medien von einer neuen Rechtspartei schreiben. Fakt ist, dass wir hier sehr aufpassen müssen, dass sich diese Partei nicht schleichend etablieren kann. Wie wir schon öfters mutmaßten gehen wir davon aus, dass die NPD für die rechtsextremistischen verfassungsfeindlichen Gruppierungen nicht wahnsinnig interessant ist. Dies belegen auch Interviews mit Aussteigern aus der Szene wir Manuel Bauer.

Hier tritt jetzt „Die Rechte“ ein, die mit gleichen Phrasen glänzt:

  • die „Wahrung der deutschen Identität“
  • die „Aufhebung der Duldung von Ausländern“
  • den „Schutz des Volkes vor Übergriffen“.

Wir haben durchaus die Befürchtung, dass „Worchs“ Partei eine Führungsrolle in der rechtsextremistischen Szene einnehmen kann. Vor einigen Jahren saßen wir mit mehreren Kolleginnen und Kollegen in Berlin und senierten darüber was wohl passieren würde, wenn die Szene einen Charakterkopf vorgesetzt bekommt. Wir glauben zwar nicht unbedingt, dass Worch jener sein könnte, aber wir wissen es auch nicht.

Hier haben wir eine alte Zusammenfassung seiner Biografie im Netz entdeckt und verlinken sehr gerne zu dem aktuellen Spiegel Online-Artikel. Harmlos ist das was da so neu um die Ecke kommt in jedem Falle nicht und sollte sehr ernst genommen werden:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/neue-neonazi-partei-die-rechte-macht-rechtsextremer-npd-konkurrenz-a-846528.html

Eine ältere Biografie zu Worch:

Mitte der 70er Jahre begann die „Laufbahn“ Christian Worchs in der „Hansabande“ Michael Kühnens. Diese wurde mit einer provokanten Aktion unter dem Motto „Ich Esel glaube, dass in Deutschland Juden vergast worden sind“ bekannt. Die „Hansa-Bande“ verwüstete jüdische Friedhöfe, schmierte Nazi-Parolen und griff MigrantInnen und Linke an. In dieser Zeit pflegten Kühnen und Worch gute Kontakte zur inzwischen verbotenen „Wiking-Jugend“. Dass es sich bei dieser „Bande“ keineswegs um eine apolitische Jugendgang handelte, wurde spätestens 1977 deutlich, als Kühnen die „Aktionsfront Nationaler Sozialisten“ (ANS/NA) gründete. Ein Hauptziel der ANS/NA war es, die Aufhebung des NSDAP-Verbots durchzusetzen. Nach dem Verbot der ANS/NA führte Worch die Gruppe unter dem Namen „Die Neue Front“ weiter. 1994 wurde er deswegen zu zwei Jahren ohne Bewährung wegen „Fortführung einer verbotenen Vereinigung“ verurteilt. Schon Anfang der 80er Jahre hatte Worch eine Zeit im Gefängnis verbracht.Die nächste Station in Worchs Neonazi-Geschichte – inzwischen war sein Mentor Michael Kühnen gestorben – war die „Gesinnungsgemeinschaft der Neuen Front“ (GdNF), deren Anführer und geistiger Kopf Worch war. Gleichzeitig gründete er die „Nationale Liste Hamburg“ (NLH). In dieser Zeit pflegte er gute Kontakte zur inzwischen ebenfalls verbotenen FAP. Diese Gruppen sind nach dem Konzept Kühnens jeweils als „legale Partei“ konzipiert, „die selber noch nicht nationalsozialistisch sind, die aber Nationalsozialisten eine politische Plattform bieten und einen neuen politischen Kurs verfolgen, der dazu führt, die Neugründung der NSDAP zu ermöglichen“ (GdNF-Organ „Die neue Front“ Nr. 69, Januar/Februar 1990). Die GdNF versteht sich als „Keimzelle der neu aufzubauenden NSDAP“ und ist bei fast allen größeren Nazi-Aktionen und Aufmärschen als organisierende und Bündnisse schmiedende Kraft beteiligt.

Anti-Antifa

Mit Worch beginnt auch die Anti-Antifa-Kampagne. Er stellte sie in einem Artikel in der NLH-Zeitschrift „Index“ vom August 1992 vor; es ist die Anleitung, wie Anti-Antifa-Arbeit ungefähr auszusehen hat. Als Ziel wurde „Feindaufklärung“ und „Feindbekämpfung“ benannt. Konkret heißt das, dass sich die Anhänger um Adressen, Autonummern, persönliche und politische Zusammenhänge und Arbeitsplätze des politischen „Feindes“ kümmern sollen, um diese an die verschiedenen Zentralen weiterzuleiten. Als Kontaktadresse wird u.a. die Nationale Liste Hamburg genannt. Die so bekanntgewordenen Adressen werden dann auch regelmäßig im „Index“ in speziellen Anti-Antifa-Seiten veröffentlicht. Auch sonst ist Worch Anfang der 90er Jahre als Ideengeber tätig. Die FAZ zitiert einen höheren Polizeibeamten mit den Worten: „Es waren Äußerungen von Worch, die den Behörden Anlass gaben, in dem Mordanschlag auf die drei Türkinnen von Mölln eine ’neue Dimension‘ zu sehen, weil sich der Angriff nicht mehr ’nur‘ gegen Asylbewerber, sondern gegen seit langem in Deutschland lebende Ausländer gerichtet habe. Es reiche nicht aus, formulierte Worch im Spätsommer, sich gegen Asylbewerber zu wenden. Ein ‚Ausländer-freies‘ Deutschland sei das Ziel.“ (FAZ, 27.11.92).

Die NPD als legale Basis für Neonazi-Aktionen

Nach seiner Haftstrafe in den 90er Jahren nähert sich Worch der NPD an. Auch eine Vielzahl anderer NS-Aktivisten haben bei der NPD seit einiger Zeit ihre neue/alte politische Heimat gefunden. Eine große Zahl der bis in die Mitte der 90er Jahre unter vielfältigen Tarnnamen auftretenden Stiefelnazis hat sich nach den Verboten ihrer Gruppen in der NPD zusammengefunden. Anders als nahezu 20 Jahre zuvor wurden sie von der NPD unter dem mittlerweile inhaftierten ehemaligen Vorsitzenden Günther Deckert mit offenen Armen empfangen. Unter dem neuen NPD-Chef Udo Voigt zeigt die Partei zunehmend offener ihre nazistische Orientierung. In einem Strategiepapier spricht Voigt von einem „Drei-Säulen-Konzept“ der NPD: „Kampf um die Straße – Kampf um die Köpfe – Kampf um die Parlamente.“ Bei einer langen Reihe von NPD-Veranstaltungen tritt Worch als Redner auf.

„Freie Kameradschaften“

Gleichzeitig – die „Nationale Liste“ ist inzwischen verboten, ebenso der „Index“ – treibt Worch die Gründung der „Freien Kameradschaften“ voran. Diese fallen besonders bei Nazidemos, z.B. gegen die Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht“, auf und setzen die Tradition der Kühnen- und Worch-Nazigruppen fort. Ein Demobericht: „An der Spitze des Zuges marschierten AktivistInnen der NPD/JN mit dem Fronttransparent ‚Soldaten des Reichs – Ihre Opfer – unsere Verpflichtung‘. Die zweite Hälfte des Zuges bildeten Mitglieder der ‚Kameradschaften‘ Northeim, Norddeutschland und des Mecklenburger Sturms unter der Führung von Christian Worch und Thorsten Heise. Die so genannten ‚Freien Kameradschaften‘ traten uniformiert auf und der Zug skandierte schon zu Anfang u.a. die Parole ‚Ruhm und Ehre der Waffen-SS‘ – ohne dass die Polizei einschritt. Neben JN-Fahnen wurden zahlreiche Reichskriegsflaggen gezeigt.“

Die Hetze gegen AntifaschistInnen wird in das Internet verlegt. Der Club 88 in Neumünster bietet diesem Spektrum die Möglichkeit, sich unbehelligt zu treffen und Pläne zu schmieden. Daneben versuchen die Neonazis, in Neumünster Fuß zu fassen und sprechen gezielt Skinheads und Jugendliche an.

Finanzielle Verhältnisse

Worch ist sehr wohlhabend. Bei einer Gerichtsverhandlung kamen Details über Worchs Hamburger Immobilienbesitz ans Licht. Neben einer Wohnung in der Barmbeker Dieselstraße (110.000 DM) und einer am feinen Mittelweg (1,1 Mio. DM) besitzt Worch aus einer Erbschaft ein Grundstück mit Wohnungen in der Billrothstraße, aus denen er jährlich Einnahmen von etwa 500.000 DM erzielt. Vermutlich beruht ein nicht geringer Teil von Worchs Einfluss in der Neonaziszene auf seinen finanziellen Möglichkeiten.

 

Quelle: sozialismus-jetzt.de

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