15.05.2012: 450 Schülerinnen und Schüler diskutierten nach der Aufführung des Theaterstückes „Korczak und die Kinder“ über Verantwortung, Schuld, Geschichte und Rechtsextremismus – eine wunderbare Veranstaltung, die die Notwendigkeit zeigt – über Dinge die unangenehm sind, zu sprechen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute morgen fand am Schenefelder Gymnasium bei Hamburg eine wunderbare Veranstaltung statt. Das „Theater Sehnsucht“ führte in dessen Forum das Stück „Korczak und die Kinder“ auf. Die Geschichte des „Korczak“, der mit 200 jüdischen Kindern aus dem Warschauer Ghetto in den Tod ging, obwohl er es nicht musste. Die Geschichte von Opfern und Tätern, die von dem Theaterprojekt aus Hamburg mit richtigen Schauspielerinnen und Schauspielern beeindruckend inszeniert wurde. Das „Theater Sehnsucht“ ist ein Projekt, welches auf Prävention setzt. Normalerweise auf Sucht-Prävention und Drogenberatung für Jugendliche. Im Rahmen von „Hamburg steht auf!“ war das Projekt auch unser Partner.

450 Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrer fanden heute Morgen in das „Forum“ des Gymnasium Schenefeld, um nach der Aufführung des Theaterstückes mit Podiumsteilnehmerinnen und Teilnehmer zu diskutieren. Auf dem Podium präsentierten sich die Zeitzeugin Peggy Parnass, Jörn Menge (Laut gegen Nazis), Jugendpastor Robert Zeidler und das Schauspiel Ensamble. Peggy Parnass erzählte von der Verfolgung durch die Nazis von damals, das ertragene Leid und markerte an, dass dieser Zustand in Deutschland eigentlich nie aufgehört hat, wenn sie sich die aktuellen Meldungen ansieht. Menschenverachtung und Nazigedankengut sind immer noch präsent. Die Reise des Gesprächs ging über das Verantwortsungsbewusstsein der damals Lebenden und die damit verbundene Schuld bis zum heute immer präsenten Rechtsextremismus.

Einig waren sich das Podium sowie auch das Auditorium darin, dass jeder Einzelne ein Bewusstsein dafür schaffen muss, dass Ausgrenzung und das Nutzen von Macht nicht mehr stattfinden darf. Die Schülerinnen und Schüler waren mehr als nur interessiert. Gemeinsam stellten die Anwesenden zudem fest, dass die heutigen Generationen keine Schuld mehr an dem damals Geschehenen tragen, aber alle die Verantwortung haben, die Geschichte nie wieder zu vergessen. Ein bisschen Gänsehaut-Feeling konnte man in diesem vollen Raum bekommen. Die Schülerinnen und Schüler wollen sich auch heutzutage mit den Themen Nationalsozialismus und Rechtsextremismus auseinandersetzen. Hierzu bedarf es endlich diese beiden Themen im Schulunterricht in einen Kontext zu setzen. Eine Forderung an der wir festhalten. LGN

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Politik, Rechtsextremismus, Spenden, Veranstaltungen, Verein abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.