10.04.2012: „Wer schweigt, stimmt zu!“ – Am 14. April 2012 wollen die Nazis in der Geburtsstadt Hitler´s in Braunau am Inn (A) und in Plauen (D) marschieren! Fast jedes Wochenende könnten wir Ansammlungen von Rechtsextremisten und Nazis melden – ist die Präsenz von Nazis in unserer Gesellschaft schon normaler Alltag in Deutschland & Österreich…?

Der Fall der „NSU“ wühlt seit Monaten auf. Mehrere Morde (mindestens zehn) gehen auf das Konto einer kleinen gewaltbereiten Nazitruppe. Die jahrzehntelange Duldung und das Verdrängen von rechtsextremistischer Präsenz und Altnazis führte zu einem Schock, den wir von November 2011 bis jetzt erleben durften. Aber, was ist eigentlich mit den 182 Todesopfern und jährlich und ca. 1.000 offiziellen Gewaltopfern (Dunkelziffer wesentlich höher), die wir seit 1990 zu beklagen haben? Wer untersucht nachhaltig die Folgen der Präsenz von Ewiggestrigen, Alltagsrassisten und Antisemitien? Unsere Kampagne besteht seit nunmehr acht Jahren und wir können wohl behaupten, dass Nazimärsche und rechtsextremistische Aktionen für uns an der Tagesordnung stehen und nicht nur alle halbe Jahr wiederkehren. Jeden Tag befassen wir uns mit den Menschenvrachtern, die fast jedes Wochenende irgendwo in Deutschland und auch Österreich präsent sind und ihre Phrasen dreschen. Wenn wir ein hartes Urteil abgeben wollen, können wir dies ohne Zögern tun: „Die Politik und die Zivilgesellschaft haben in den letzten Jahrzehnten verdrängt und eine Szene heranwachsen lassen, die jetzt immer mehr zu sehen und zu spüren ist.

„Wer schweigt, der stimmt zu!“, in diesem Satz steckt eine ganze Menge Wahrheit. Wir haben zugesehen, wie geschwiegen wird, nicht hingesehen wird und gar Tatsachen durch Extremismus-Debatten und andere politischer Handlungen verdreht und relativiert wurden. Wir müssen uns doch immer wieder die Frage stellen, auf wechen Nährboden rechtsextremistisches Gedankengut trifft. Dieser Neährboden ist leider nicht so klein, wie er gerne betrachtet wird. Alltäglich finden Nazi-Phrasen Zustimmung in Bevölkerungsgruppen. Und dies sind nicht diejenigen, die keinerlei Bildung gennossen haben. Hier gibt es vom Akademiker bis zum Ungebildeten genug Fans der alten Naziideologien. Und das auch nicht erst seit dem November 2011.

Naziaufmärsche bieten die Gelegenheit Stellung zu beziehen. Stellung gegen eine Welt voller Menschenverachtung, wie sie die rechtsextremistische Szene zu vermitteln versucht. Aus diesem Grunde rufen wir zu allen Gegenveranstaltungen auf, wenn Nazis marschieren wollen…

Hier die Aufrufe aus Braunau und Plauen:

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten!

In Braunau steht vor dem Geburtshaus des faschistischen Massenmörders Adolf Hitlers ein Mahnstein gegen Faschismus und Krieg aus dem KZ Mauthausen, einem stillen Zeugen unglaublicher Verbrechen. Könnte dieser Stein sprechen, er würde uns von Massenerschießungen und Sklavenarbeit erzählen. Von Mördern und Sadisten in SS-Uniformen. Vom entsetzlichen Leid der Häftlinge, die zu zehntausenden ermordet wurden. Mahnend würde er seine Stimme erheben und sagen: „Nie wieder Faschismus!“ Nun, ein Stein kann nicht sprechen. Daher müssen wir immer dort unsere Stimme mutig dagegen erheben, wo gegen Menschen gehetzt wird, wo Stimmung für Krieg gemacht wird, wo Faschisten mit brutaler Gewalt gegen Andersdenkende vorgehen.

Die antifaschistische Demonstration „Gemeinsam gegen rechte Gewalt!“ am Samstag, dem  14. April 2012, in Braunau am Inn bietet Gelegenheit, gemeinsam zu zeigen, dass wir die Gewaltbereitschaft und die bedrohliche Entwicklung der extremen Rechten nicht stillschweigend tolerieren wollen. Setzen wir gemeinsam ein deutliches und lautstarkes Zeichen gegen Rechtsextremismus und Neofaschismus!
Gemeinsam gegen rechte Gewalt!

Das Bündnis „braunau gegen rechts“ organisiert seit vielen Jahren rund um den Hitler-Geburtstag eine antifaschistische Demonstration in Braunau am Inn um ein deutliches Zeichen gegen Faschismus und Rechtsextremismus zu setzen. Angesichts der bedrohlichen Entwicklung der rechtsextremen Szene braucht es am Samstag, dem 14. April 2012, einen breiten, gemeinsamen Protest gegen Rechts! Wehren wir uns gemeinsam gegen rechte Gewalt!

Demo-Aufruf: http://www.braunau-gegen-rechts.at/demo-aufruf/
UnterstützerInnen: http://www.braunau-gegen-rechts.at/buendnis/

Das Bündnis unterstützen: Um als Organisation das Bündnis “braunau gegen rechts” zu unterstützen, schickt uns bitte das Logo und die Bezeichnung eurer Organisation/eures Vereins, damit wir sie auf die UnterstützerInnen-Liste geben können. Natürlich können auch gerne Einzelpersonen das Bündnis unterstützen!

Die folgenden 37 Organisationen unterstützen derzeit das breite, antifaschistische Bündnis „braunau gegen rechts“:
Aktion kritischer SchülerInnen (AKS) Oberösterreich, Alternativreferat der ÖH Universität Graz, Antifa-Netzwerk OÖ – Oberösterreichisches Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus, Bund Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen – Landesverband Salzburg, DAS BÜNDNIS für Menschenrechte & Zivilcourage – gegen Diskriminierung & Extremismus, Der Funke – Marxistische Strömung, DKP queer (Deutschland), GPA-djp Jugend – Die Jugendgewerkschaft, Jusos Tirol, Jusos in der SPD – Kreisverband Rottal-Inn (Deutschland), Kommunistische Gewerkschaftsinitiative – International (KOMintern), Kommunistische Initiative (KI), KJÖ – Kommunistische Jugend Österreichs, KJÖ Oberösterreich, KPÖ Oberösterreich, KPÖ Steiermark, KSV – Kommunistischer StudentInnenverband, KSV Linz, KZ-Verband/VdA Oberösterreich, Laut gegen Nazis e.V. (Deutschland), Linkswende, movimenta.org, Österreichische Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) Tirol, Österreichischer Gewerkschaftsbund (ÖGB) Braunau, ÖH Salzburg, Red*revolution, Revolutionär-Kommunistische Organisation zur Befreiung (RKOB), Rote Falken Österreich, Rote Falken Oberösterreich, Solidarwerkstatt Österreich, SJÖ – Sozialistische Jugend Österreichs, SJ Alsergrund / Wien, SJ Oberösterreich, SJ Wels, Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) – München (Deutschland), SPÖ Bezirksorganisation Braunau, Studienvertretung (StV) Philosophie der Universität Salzburg

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DER 14.04.2012 IN PLAUEN

Unter dem Vorwand, der Opfer der Bombardierung Plauens im April 1945 zu gedenken, planen Nazis in Plauen zu marschieren. Damit versuchen sie, ihre menschenverachtende und demokratiefeindliche Ideologie zu verbreiten.

Die Nazis wollen dabei ausgerechnet die historische Route der friedlichen Revolution von 1989 für ihren Aufmarsch missbrauchen. Wir dürfen nicht zulassen, dass an diesem Tag die Geschichte des Nationalsozialismus und dessen Folgen verherrlicht oder verfälscht werden.

In jüngster Vergangenheit gab es mehrere Naziaufmärsche in Sachsen, ob im Februar in Dresden oder im März in Chemnitz. Ein breites demokratisches Spektrum aus Gewerkschaften, Initiativen, Kirchen, Parteien, Vereinen und vielen Einzelpersonen haben sich den Nazis entgegen gestellt.

Das Bündnis ruft alle Vogtländerinnen und Vogtländer dazu auf, sich den Nazis am 14. April entschlossen entgegen zu stellen!

http://www.vogtland-nazifrei.de/

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