27.03.2012: Offizielle Pressemitteilung zum Abschluss der „Internationalen Wochen gegen Rassismus 2012“-„Hamburg steht auf!“ – Wir sind mehr als zufrieden – Zusammenschlüsse der Zivilgesellschaft gepaart mit 72 Aufklärungsveranstaltungen zum Thema „Rechtsextremismus“ – „Hamburg steht auf!“ wird zu einer kontinuierlichen Kampagne

 

Foto: Corny Littmann zeigte am Samstag Flagge

Offizielle Pressemitteilung vom 27. März 2012:

„Hamburg steht auf!“ wird als langfristige Kampagne von dem Verein „Laut gegen Nazis e. V.“ installiert – Ziel ist unter anderem eine bundesweite Signalwirkung

Insgesamt setzten wir 72 Veranstaltungen, darunter allein 20 Workshops an Hamburger Schulen zwischen dem 16. und 24.03.2012 um. Mit sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreuten wir täglich jeweils sechs bis acht Events und Aktionen. Auch bundesweit wurde unser Konzept „Hamburg steht auf!“ wahrgenommen. Dies macht uns Mut, direkt an diesen Erfolg anzuknüpfen. Insbesondere die Podiumsdiskussionen, Lesungen und Sonderveranstaltungen fanden einen großen Anklang. Die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes sind Willens sich mit dem Thema „Rechtsextremismus“ auseinander zu setzen. Hierzu braucht es jedoch Angebote, die bisher so nicht bestanden. Die Politik und die Zivilgesellschaft hatten sich in den letzten Jahren vor dem Bekanntwerden des Falles der NSU nicht wirklich damit auseinandergesetzt, trotz der dringenden Notwendigkeit. In den Lehrplänen an Schulen, werden aktuelle Themen zum Thema „Rechtsextremismus“ nicht wirklich behandelt. Lediglich ambitionierte und eigens motivierte Lehrkräfte, beschäftigen sich mit den Schülerinnen und Schülern  zu diesem Themenbereich. Die Schülerinnen und Schüler, die wir letzte Woche mit vielen Referentinnen und Referenten verschiedener bundesweiter Institutionen besuchten, bestätigten diesen immer noch währenden Zustand durch ihre rege Beteiligung an den Workshops. Wir stellten gar fest, dass es einen Hunger der Jugendlichen gibt, sich mit Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Ausgrenzung, Mobbing und Menschenverachtung auseinander zu setzen.

Der Hunger nach Informationen besteht
Themen unserer Veranstaltungen waren nicht nur die Bearbeitung des Rechtsextremismus in Deutschland und seine Erscheinungen, sondern auch Alltagsrassismen, die Flüchtlingspolitik die einen institutionalen Rassismus seit den 90er Jahren prägt und die Betrachtung aus der Opferperspektive. Wir erlebten emotionale Diskussionen und Auseinandersetzungen auf unseren Veranstaltungen, die durchaus eine Plattform für ein Bewusstsein schafften. Die Unterhaltungsveranstaltungen und die zahlreichen prominenten Partnerinnen und Partner standen während dieser acht Tage nicht im Vordergrund des Geschehens. Wir haben mit „Hamburg steht auf!“ substanziell und tief gehend Themen aufgerufen, die von den Menschen als Diskussionsplattform angenommen wurden. An der Universität Hamburg fanden allein fünf Podiumsdiskussionen statt, die teilweise kontrovers geführt wurden. Wir können die Anzahl der Gäste aller Veranstaltungen nicht wirklich schätzen. Frage wäre, ob wir die 22.000 Zuschauer des FC St. Pauli (Aufrufe per Video bei jedem Heimspiel-seit Dezember) oder die Aktion beim HSV vor 52.000 Zuschauern mit zählen sollten. Alle Veranstaltungen insgesamt, wurden von ca. 4.000 Gästen besucht.

150 Supporter & Partnerinnen und Partner
Noch nie zuvor konnten wir ein so breites Bündnis präsentieren. Allein 150 Supporter (Café´s, Kneipen, Restaurants, u. v. m.) unterstützten unser Projekt seit dem Dezember 2011. Ob es die Spendenschweine waren oder einfach nur die Präsenz in Schaufenstern und in Geschäften. Die Aussage war klar „Wir wollen keine Menschenverachtung“. Hinzu kommen unsere zahlreichen prominenten Persönlichkeiten. Videoaufrufe von Udo Lindenberg, Smudo, Culcha Candela, Roger Cicero und vielen anderen unterstrichen unser Bestreben.

Die Fußball Bundesliga und die Oberliga sowie die Rugby Frauen Mannschaft des FC St. Pauli aus Hamburg standen gemeinsam mit uns auf
Schon einmal hatten wir den HSV und den FC St. Pauli gemeinsam im Boot. Beide Bundesligisten riefen zu „Hamburg steht auf!“ auf. Mit Stadionaktionen und Videos unterstützten sie unser Projekt. Der Oberligist „Altona 93“ war vollends mit im Boot. Die Lesung von Peter Lohmeyer im Clubheim des Vereins war nur eine Aktion von vielen kleinen und großen Aktivitäten. Die Rugby Frauenmannschaft des FC St. Pauli sammelte im Rahmen der Aktionstage Spenden für den Verein „Laut gegen Nazis e. V.“.

Finanzierung
Das gesamte Projekt wurde durch Eigeninitiative des Vereins „Laut gegen Nazis e. V“ durch Spenden und durch die Akquisition von Sponsoren (Make A Noise) finanziert. Insgesamt wurden 47.500,– €/netto an Sponsoringmitteln erzielt. Aus diesen Einnahmen wurden alle Veranstaltungen inkl. Personal, Technik, Werbung (Konzerte, Kundgebung) insgesamt finanziert. Hierbei fielen keine Gagen an. Die Kosten belaufen sich derzeit auf ca. 45.000,– €. Eine endgültige Kostenabrechnung werden wir nach Abschlussbilanz des Projektes veröffentlichen. Die Schulworkshops und Podiumsdiskussionen (Referentinnen und Referenten-Reise-/Hotelkosten) nahmen einen Kostenfaktor von ca. 10.000,– € ein.
Sollte nach Abzug aller Kosten ein Überschuss entstehen, werden wir diese Mittel für weitere Aktionen und Maßnahmen im Rahmen von „Hamburg steht auf!“ verwenden. Spenden an den Verein „Laut gegen Nazis e. V.“ werden auch zukünftig in Projekte investiert. Zudem wollen wir auch kleine Initiativen monetär fördern.
Für das Gesamtprojekt wurden keine staatlichen Mittel in Anspruch genommen.

Der krönende Abschluss der „Internationalen Wochen gegen Rassismus 2012“
„Hamburg steht auf!“ war eine von über 1.000 Veranstaltungsreihen im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus 2012“. Ein bundesweites Signal wurde durchaus versendet. Mit der Abschlusskundgebung wurde noch einmal deutlich, wie viele unterschiedliche zivilgesellschaftliche Institutionen wir mobilisieren konnten. Aufgerufen hatten unter anderem auch die „Türkische Gemeinde Hamburg“, der DGB Hamburg, die SPD, Die GAL, Die Linken und die „Junge Union sowie unser Partner „Unternehmer ohne Grenzen“. Sowohl die Wirtschaft, als auch die Parteipolitik präsentierten sich auf ungewöhnlichem Terrain. Aber auch viele unterschiedliche Initiativen haben die Möglichkeit genutzt, ihr Anliegen auf unseren Bühnen am Fischmarkt und am Spielbudenplatz zu präsentieren. Wir sind durch und durch zufrieden. Wir gehen von mehr als 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Fischmarkt und am Demonstrationszug aus. Wir konnten mit diesen abschließenden Versammlungen ein friedliches Zeichen setzen. Auch die Skeptiker schlossen sich uns an und wir freuen uns über die Kritik aus diesen Reihen. Auch der nachgereichte Wortbeitrag des „Bündnisses gegen Rechts-Hamburg“ hatte uns gezeigt, dass wir über ideologische Grenzen hinaus auch gemeinsam handeln können, wenn es darum geht, Pole gegen den wachsenden Rechtsextremismus in Deutschland zu bilden.

Jan Delay, Smudo, Yákoto, Anna Depenbusch, „Fertig Los!“, „The Black Pony“ und ein DSDS Superstar verabschiedeten die Gäste im Docks
Wir wären nicht „Laut gegen Nazis“, wenn wir eine solche Reihe an Veranstaltungen nicht mit einem Event mit unseren Partnern verabschieden. Im Docks fiel die Anspannung bei all denjenigen, die acht Tage lang ackerten und aufwühlten. Wir sagen-dankeschön für diesen doch vergnüglichen Abschluss.

Medienresonanz:
Insgesamt zählten wir seit dem Oktober 2011 über 79 redaktionelle Beiträge in den Printmedien und im Internet. Ca. 10 TV-Beiträge und eine ganze Diskussionssendung (Schalthoff-Live/ca. 40 Min.) sowie unzählige Rundfunkbeiträge.

Der Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg Olaf Scholz würdigte das Engagement von „Laut gegen Nazis e. V.“ im Rahmen einer kleinen Pressekonferenz am Montag, den 26.03.2012 im Rathaus Hamburg
„Die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz ist notwendig. Sie wird in Hamburg engagiert geführt – auch durch das beeindruckende und hartnäckige Engagement des Vereins „Laut gegen Nazis“. Ich danke allen, die sich in den vergangenen Wochen für dieses Projekt eingesetzt haben – Prominenten, weniger Prominenten und in erster Linie dem Initiator Jörn Menge.
Das gesellschaftliche Engagement kann und darf die politische Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus nicht ersetzen. Deshalb ist es ein gutes Zeichen, dass auf politischer Ebene – etwa beim Thema NPD-Verbotsverfahren – Hamburg eine klare Position hat und dass die Stimme Hamburgs in der Bundesrepublik deutlich zu hören ist.“

Wir danken unseren Finanziers und Spenderinnen und Spendern sowie allen Partnerinnen und Partnern, die uns diese für uns selbst beeindruckenden Tage ermöglichten:
Unseren Hauptpartnern: Otto Group, Skoda Deutschland GmbH, Google Deutschland, Warner Music Central Europe, Hornbach Baumarkt AG , der Hamburger Morgenpost und allen die uns auch weiterhin unterstützen…
„Hamburg steht auf!“ bleibt aktiv und plant zeitgleich die „Internationalen Wochen gegen Rassismus 2013“. Bis dahin folgen viele weitere Aktionen, Projekte…
Das erste Ziel: Die Verhinderung des Naziaufmarsches unter dem Motto „Tag der deutschen Zukunft“ am 02. Juni 2012 in Hamburg…

Informationen zu dem langfristigen Projekt erhalten Sie weiterhin unter:
www.hamburgstehtauf.de
www.lautgegennazis.de
www.lautgegennazis.de/blog
www.facebook.com/istlaut
www.facebook.com/hamburgstehtauf
www.youtube.com/lautgegennazis

Eine Videodokumentation über die acht Aktionstage folgt in den nächsten Tagen…

Hamburg, 27.03.2012
Pressestelle Laut gegen Nazis/ Make A Noise

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