25.03.2012: „Hamburg steht auf!“-Eine kleine Bilanz: 8 Monate Vorbereitungszeit & Planung – 8 Aktionstage mit 672 Arbeitsstunden für sechs Team-Mitglieder – über 70 Veranstaltungen und ein erreichter erster Zusammenschluss der Zivilgesellschaft – Die Planung für 2013 beginnt sofort – Wir sagen danke!!!

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Unsere Bühne zu Beginn der Abschlusskundgebung am 24.03.2012

Bereits im August 2011 begannen die Planungen zu unseren jetzt abgeschlossenen Aktionstagen zu „Hamburg steht auf!“ im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus 2012“. Nachdem wir 2010 und 2011 bereits im Saarland aktiv waren, war es uns wichtig von unserer Stadt aus ein bundesweites Signal zu setzen. Wir wollten eine Reihe an Veranstaltungen installieren, die die Substanz haben, aufzuklären. Aufzuklären darüber, wie verfestigt rechtsextremistisches Gedankengut mit der Folge von Alltagsrassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Homophobie und Menschenverachtung schon ist. Das Spektrum der Themen ist so breit, dass wir versucht haben alle Formen der Folgen hieraus zu beleuchten und darzustellen.

Geplant waren eigentlich 24 Veranstaltungen. Nach der Akquisition von ca. 150 Supportern, konnten wir nicht widerstehen daraus 72 Veranstaltungen zu machen. Von den in der letzten Woche stattgefundenen Veranstaltungen, hat der Verein „Laut gegen Nazis e. V.“ 20 Workshops sowie ca. 20 Eigenveranstaltungen umgesetzt. Die Breite des Angebots entstand in erster Linie durch die Eigeninitiative und das Eigenengagement unserer Partnerinnen und Partner, die eigene Programme erstellten. Allein das Café Geyer auf St. Pauli hat in der letzten Woche acht Eigenveranstaltungen umgesetzt.

Wir wollten alle Facetten der Zivielgesellschaft einbinden. Z. B. waren wir am 17. März 2012 mit einer Aktion im Stadion des HSV vor etwa 52.000 Zuschauern und anschließend in Hamburg Bergedorf bei einer Jugendeinrichtung namens „Unser Haus e. V.“. Die acht Tage boten Kontraste und haben uns bewiesen, welch Bedarf besteht sich mit unseren Themen auseinanderzusetzen. Prägnant waren auch die Aktionen die die deutsche Geschichte im Kontext zum aktuellen Rechtsextremismus stellten. Beispielsweise der Besuch der Band „Silbermond“ und vier Jugendlichen an einem der grausamsten Orte Hamburgs. Dem Bullenhuser Damm, wo im April 1945 22 jüdische Kinder von Nazis umgebracht wurden. In diesem Hause diskutierten die Jugendlichen mit der Band über den aktuellen Rechtsextremismus und darüber, dass wir die Vergangenheit nie vergessen dürfen.

Insgesamt wurden 20 Schul-Workshops in Hamburg von uns umgesetzt. Hierzu luden wir bundesweite Partner wie „Pro Asyl“ und „Netz gegen Nazis“ ein. In den Schulklassen wurden eben auch aktuelle Probleme beleuchtet, wie beispielsweise die Flüchtlingspolitik, die die Ursache für manchen institutionalen Rassismus in deutscehn Behörden darstellt. Aber auch Themen zur Geschichte Deutschlands wurden in den Schulveranstaltungen beleuchtet. Wir stellten bei allen Aufklärungsevents fest, dass die Jugendlichen hungrig nach Diskussionen und Aufklärung fern der Lehrpläne sind. Das zeigt auch, wie sie selbst über Ausgrenznug, Mobbing und empfundenen Rassismus berichten. Hier besteht ein großer Bedarf, der von der Politik endlich berücksichtigt werden sollte.

An der Universität wurde ebenfalls ein breites Diskussionsangebot erstellt. Vom Innensenator bis zum Flüchtlingsrat griffen wir alle Themen auf. Die Veranstaltungen wurden rege angenommen.

Die prominenten Persönlichkeiten, die uns in unserem Vorhaben unterstützt haben, standen in den letzten acht Tagen nicht in dem Vordergrund. Vielmehr halfen sie, Inhalte zu transportieren und Öffentlichkeit zu schaffen.

Die Finanzierung der Aktionstage erfolgte lediglich durch Spenden und Sponsoring, ohne dass dies zur unkritischen Betrachtung gesellschaftlicher Probleme führte. „Laut gegen Nazis e.V.“ hat keine staatlichen Mittel zur Umsetzng der Veranstaltung in Anspruch genommen. Aus eigener Kraft konnten wir Dank unserer Partner alle Kosten stemmen. Wir sind zuversichtlich, dass wir unsere Partner auch für 2013 motivieren können.

Der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg war Schirmherr einer Reihe, die es in dieser Form bisher nicht gab. Wir sind ermutigt, sofort in die Planung für 2013 zu gehen und sagen danke an alle Beteiligten. In der nächsten Woche werden wir täglich Nachberichte zu Einzelveranstaltungen veröffentlichen.

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