22.03.2012: Wir stehen auf! Wir sind laut! Aufruf zur Abschlusskundgebung von „Hamburg steht auf!“ im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ am 24. März 2012 um 15.00 Uhr-Fischmarkt…

Wir stehen auf! Wir sind laut!
Aufruf zur Abschlusskundgebung von „Hamburg steht auf!“ im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ am 24. März 2012

Es ist an der Zeit zu handeln. „Für eine Welt ohne Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, rechtsextremistisches Gedankengut und Menschenverachtung!!! Wir sagen: Wir wollen keinen Naziaufmarsch am 02. Juni 2012 in Hamburg und klare Ansagen gegen Nazi-Gedankengut…

Am kommenden Samstag, den 24. März 2012 liegen acht Aktionstage mit über 70 Veranstaltungen im Rahmen unserer Aktion „Hamburg steht auf!“ hinter uns. Unser Ansinnen war es einen Zusammenschluss der Zivilgesellschaft zu schaffen, der sich klar gegen rechtsextremistisches und rassistisches Gedankengut positioniert. Über 150 Partnerinnen und Partner haben sich diesen Bemühungen angeschlossen. Wir haben versucht mit Podiumsdiskussionen, Workshops und Vorträgen, mit vielen Institutionen und eigenen Mitteln auf die Missstände in Deutschland hinzuweisen. Hierzu gehört auch der Vorwurf, dass Politik und Gesellschaft oft auf dem rechten Auge blind sind, sowie die aktuelle Flüchtlingspolitik (gemeinsam mit Pro Asyl). Wir haben festgestellt, dass der Bedarf nach Aufklärung weiterhin immens ist. Gerade unsere Schul-Workshops und Diskussionsveranstaltungen an der Universität Hamburg waren bisher intensiv und stießen auf ein großes Interesse. Wir haben das Gefühl-wir haben etwas bewegt. Und nun wollen wir gemeinsam mit den Hamburgerinnen und Hamburgern an einem Ort der für Weltoffenheit stehen sollte, ein gemeinsames bundesweites Zeichen setzen. Hierzu begrüßen wir ca. 10 Redner unterschiedlichster Institutionen und Initiativen sowie 4 musikalische Beiträge.

Wir erinnern an über 180 Todesopfer durch rechte Gewalt seit 1990 und fordern die lückenlose Aufklärung aller Taten!

Der Fall der NSU ist einer von sehr vielen Fällen und zeigt, wie gefährlich es ist die Gefahr der rechtsextremistischen Szene zu unterschätzen. Bis heute hält die Bundesregierung an ihrer Statistik mit 46 Opfern seit 1990 fest. Das ist ein Skandal und gilt für uns als Indiz dafür, welchen Stellenwert das Thema Rechtsextremismus in den letzten Jahren eingenommen hatte. Die Amadeu Antonio Stiftung ermittelte 182 Todesopfer. Nicht zu vergessen sind die verletzten und traumatisierten Opfer rechter Gewalt, die jährlich zu beklagen sind. Während der Verfassungsschutz jährlich ca. 1.000 Opfer registriert, gehen Opferberatungsstellen von ca. 3.000 Opfern aus.

Wir sagen nein zu Extremismusklauseln und weit verfehlten Extremismusdebatten
Obwohl der Verein „Laut gegen Nazis” e. V. nicht staatlich gefördert wird, empfinden wir die Extremismusklausel als Affront und als Misstrauen gegenüber den vielen Initiativen und Menschen die sich in diesem Lande gegen Rechtsextremismus und seine Begleiterscheinungen engagieren. Die in der nahen Vergangenheit geführte Extremismusdebatte seitens der Bundesregierung war ein Symbol für die Fehleinschätzung der Gefahren durch Rechtsextremisten in Deutschland. Die Kürzungen staatlicher Fördermittel hatte die Folge, dass viele kleine und große wunderbare Projekte ihre Arbeit einstellen mussten.
Allein in Hamburg waren im Rahmen des Bundesförderprogramms „Vielfalt tut gut“ 2011 mehrere Projekte betroffen und mussten eingestellt werden, bzw. ihr Programm einschränken. Wir fordern mehr Verantwortung seitens regierender Politikerinnen und Politiker.

Wir sagen: Aufgrund der Geschichte Deutschlands, haben wir eine große Verantwortung dafür, dass Rechtsextremisten, Rechtspopulisten und Nazis keine Chance erhalten, sich zu präsentieren oder zu agieren
Die Verbrechen der Nazis von damals dürfen wir nicht vergessen oder verdrängen. Jahrzehntelang haben ganze Generationen ihre Verantwortung nicht getragen. Allzu oft hörten wir „Wir hatten keine Schuld“, „Wir mussten mitmachen“. Wir sagen: „Niemand muss eine Politik der Menschenverachtung mittragen. Wir gedenken den Millionen von Nazis ermordeten Opfern und den täglichen Opfern rechter Gewalt.

Wir fordern ein Verbot der von Rechtsextremisten am 02. Juni 2012 geplanten Aufmärsche im Rahmen des „Tages der deutschen Zukunft“ und unterstützen die Mobilisierung des breiten Hamburger „Bündnisses gegen Rechts“.

Bühnenprogramm Fischmarkt am 24. März 2012:

15.00 Uhr – Eröffnung der Kundgebung durch „Bando Sambado“
15.10 Uhr – Begrüßung Jörn Menge – „Laut gegen Nazis e.V.“
15.15 Uhr – Hueseyin Yilmaz – Vorsitzender der Türkischen Gemeinde Hamburg
15.20 Uhr – Kazim Abaci – Unternehmer ohne Grenzen
15.25 Uhr – Mounira Lattrache – Google Deutschland
15.30 Uhr – Uwe Grund – DGB Hamburg
15.35 Uhr – „Bando Sambado“
15.40 Uhr – „Fertig Los“ (Band)
16.00 Uhr – SPD (Redner steht noch nicht fest)
16.05 Uhr – GAL – Hamburg Antje Möller
16.10 Uhr – Die Linke (Redner steht nicht fest)
16.15 Uhr – Junge Union Hamburg
16.20 Uhr – Dirk Darmstädter (Musik)
16.40 Uhr – Bürgerinitiative Glinde
16.45 Uhr – Herr Schrader (Vorstandsvorsitzender „Otto Group“)
16.50 Uhr – Young Classx (Chor und Band)
17.10 Uhr – Aufruf zum Demonstrationszug (Jörn Menge/Kazim Abaci)
17.15 Uhr – „Bando Sambado“
17.20 Uhr – Start des Zuges in Richtung Spielbudenplatz

Änderungen unter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen vorbehalten. Des Weiteren können sich die Redebeiträge aufgrund mehrerer Anfragen noch ändern. Wir bitten um Verständnis.
Wir bitten die Rednerinnen und Redner, sich rechtzeitig an der Bühne am Fischmarkt einzufinden (mindesten eine  1/4 Stunde vor Redebeginn.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Festival, Musik, Politik, Rechtsextremismus, Spenden, Veranstaltungen, Verein abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.