18.03.2012: Heute: „Aktionstag des Wilhelmsburger Bündnis gegen Rassismus“- „Alexandra Kamp liest Gedichte und Kurzgeschichten“ – „White Charity – Film und Diskussion mit Timo Kiesel in Kooperation mit “Eine Welt Netz” – Aufführung “DOKUSOAP3000″ der freien Film- und Theatergruppe “Radikal & Arrogant”… -„Hamburg steht auf!“

Programm zu „Hamburg steht auf! – Sonntag 18. März 2012:


Foto: ExTra! Exchange Traditions

Erklärung des Wilhelmsburger Bündnisses gegen Rassismus zum Aktionstag am 18. März 2012:

Wir wollen in unserem Stadtteil entschieden gegen Gewalt, Diskriminierung, Ausgrenzung und Rassismus vorgehen. Deshalb hat sich im Februar 2012 das Wilhelmsburger Bündnis gegen Rassismus gegründet.
Mit einem ersten Aktionstag  am 18.3. wollen wir Schulen, Initiativen, Institutionen sowie migrantische Selbstorganisationen dazu einladen, ihre Arbeit vorzustellen, ihre Erfahrungen im Bereich Rassismus und Gewalt zu benennen, gemeinsam zu diskutieren und konkrete Aktionen zu planen.
An Infoständen und auf der Bühne wird Arbeit der unterschiedlichen Akteure und deren Standpunkte präsentiert. In Arbeitsgruppen geben wir einen Überblick über die Spielarten von Gewalt und Rassismus, in Workshops gibt es kurze theoretische Einführungen und konkrete Anregungen, wie in Situationen an denen Rassismus oder Gewalt auftritt, reagiert werden kann.

Ein kulturelles Rahmenprogramm aus Musik und Lesungen werden die inhaltliche Arbeit begleiten.
Die Initiatoren:
BI Wilhelmsburg / Türkischer Elternbund / Stiftung Bürgerhaus Wilhelmsburg

Eintritt: frei
Ort: Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestr. S-Bahn Wilhelmsburg, Bus 13 Rathaus Wilhelmsburg Datum – 18/03/2012
14:00 – 18:00

 

Die Schauspielerin Alexandra Kamp liest Gedichte und Kurzgeschichten von in der Nazi-Zeit verbotenen Autoren

Die Schauspielerin Alexandra Kamp engagiert sich seit drei Jahren für “Laut gegen Nazis”. Ihre Bühne ist das Theater. Aber auch in dem Film “„Horst Schlämmer – Isch kandidiere!“ spielte Sie mit Harpe Kerkeling eine eventuelle zukünftige Kanzlergattin. Auf unserer Pressekonferenz im August 2009 im Hamburger Schmidt´s Tivoli, las sie eindrucksvoll Zitate des Autors “Tucholsky”. Welchen Autoren Alexandra am 18. März 2012 im Rahmen des Projektes “Hamburg steht auf!” / “Internationale Wochen gegen Rassismus 2012″ zitiert, wird eine Überraschung. Wir freuen uns auf jeden Fall.

Das “Café Geyer” am Hein Köllisch-Platz/St. Pauli ist einer von ca 150 Supportern. Der Gastronom Bojan plant in der Woche vom 16. bis zum 24. März 2012 diverse Veranstaltungen im Rahmen unseres Projektes. Er freut sich ganz besonders auf die Lesung von Alexandra Kamp-wir uns auch.

Lesung von und mit Alexandra Kamp
18.März 2012 im Café Geyer/St. Pauli
Eintritt frei-Spende erwünscht Beginn 20.00 Uhr

So., 18. März 2012, um 19.00 Uhr
‚White Charity‘  
Schwarzsein & Weißsein auf Spendenplakaten
Zinnschmelze-Barmbek: Eintritt: frei

Werbeplakate von entwicklungspolitischen Organisationen wie ‘Brot für die Welt’, ‘Welthungerhilfe’, ‘Kindernothilfe’ oder ‘Care’ prägen das Bild auf Straßen, Plätzen, in Bahnhöfen und U-Bahnen in Deutschland. Sie haben einen großen Einfluss darauf wie in Deutschland Schwarze und weiße Identitäten konstruiert werden. Der Dokumentarfilm analysiert die Spendenplakate aus einer rassismuskritischen, postkolonialen Perspektive. ‚White charity’ stellt unterschiedliche Perspektiven vor: Ausgehend von den Spendenplakaten diskutieren Vertreter_innen von Hilfsorganisationen mit Wissenschaftler_innen über Entwicklungszusammenarbeit, koloniale Fantasien, Rassismus und Machtstrukturen. ‘White charity’ ist eine exemplarische Auseinandersetzung mit Rassismus in Bildern, die weit über den entwicklungspolitischen Horizont von Bedeutung ist und unterstützt einen schärferen Analyseblick auf Bilder in kommerzieller Werbung, Print und TV.

Ein Film von Carolin Philipp und Timo Kiesel.

Mit:
· PD Dr. Aram Ziai, Politikwissenschaftler, Zentrum für Entwicklungsforschung, Bonn
· Danuta Sacher, ehemalige Leiterin Politik und Kampagnen, Brot für die Welt
· Dr. Grada Kilomba, Psychoanalytikerin und Autorin, Humboldt Universität, Berlin
· Prof. em. Dr. Klaus-Peter Köpping, Ethnologe, Universität Heidelberg
· Peggy Piesche, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, Hamilton College New York
· Philipp Khabo Köpsell, Dichter und Spoken Word Künstler, Berlin
· Sascha Decker, Pressesprecher Kindernothilfe

Animationen: Jana Döll,  Laufzeit: 48 Min.

Im Anschluss an den Film gibt es eine Diskussion mit Timo Kiesel, einem der Filmemacher.
In Kooperation mit und freundlicher Unterstützung des Forums Entwicklungspolitik.

Aufführung “DOKUSOAP3000″ der freien Film- und Theatergruppe “Radikal & Arrogant”

Einmal ist da die Form des Ganzen, die von deutschem, so genanntem ”Trash-TV” inspiriert ist. Hinter der großen Künstlichkeit offensichtlich gestellter Sendungen wie “Mitten im Leben”, die zwar deutlich mit geradezu klassischen V-Effekten arbeiten aber dennoch dokumentarischen Charakter behaupten, und deren Zuschauer immer wieder überrascht sind, wenn in der Presse zu lesen ist, dass dieser gar nicht vorhanden sein soll, wird all zu häufig eine viel größere Ehrlichkeit und Wahrheit deutlich, als in irgendwelchen anderen Medienformaten. Nicht immer im Sinne der Protagonist_innen und Macher_innen, aber doch überdeutlich kommen dabei gesellschaftliche Probleme zum Ausdruck.

Nicht zufällig haben wir daher dieses dreifachbödige, bei aller Banalität und Plumpheit eben doch “tiefgründige” bzw. “ehrliche” Format gewählt, um unser Thema zu bearbeiten.

Es geht um Extrem rechte Positionen in der gesellschaftlichen Mitte. Um Dörfer, wie sie sich überall in Deutschland finden, in denen ein rechter Grundkonsens herrscht und in denen sich niemand über die große Naziszene wundern muss. In denen niemand etwas dagegen tut, wenn Rechtsradikale prügelnd und mordend durch die Straßen ziehen, und die Bürgermeister_innen lieber von “Linker Gewalt” sprechen, weil an den örtlichen Bushaltestellen per Grafitti Protest gegen die lokale Naziszene artikuliert ist, als das rechte Problem überhaupt als solches zu betiteln.

Wir betreiben keine tiefgründige Ursachenforschung und auch keine große Anklage. Wir liefern auch keinen Gegenentwurf. Wir dokumentieren.Wir zeigen das Leben einer durchschnittlichen Familie in einer durchschnittlichen deutschen Kleinstadt.

Die Handlung: Sohn Cornelius (14) wendet sich der lokalen Naziszene zu. Mutter Sybille ist mit dem Problem intellektuell überfordert, Vater Stefan kommt selbst aus der Szene und findet den Weg seines Sohnes gut.

Während Stefan und Sybille damit beschäftigt sind, ihre Beziehung zu kitten, rast Cornelius ungebremst in die tiefsten Abgründe der Naziszene.”

Weitere Informationen und Videomaterial zum Projekt gibt es hier:
http://blog3000.blogsport.de/
Premiere für “DOKUSOAP 3000″ ist am 09. 03. 2012 im Theater Orange, Marktstraße 24.

Weitere Aufführungen sind am
23. 03., 24. 03., 25. 03.

Das Budget für Produktion wird mit Straßenmusik verdient, außerdem läuft eine Crodfunding Kampagne, zu finden unter: http://www.startnext.de/dokusoap3000

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