26.02.2012: Über 100 Menschen protestierten gegen den Thor Steinar – Laden in Glinde bei Hamburg und gedachten mit Corny Littmann den Widerstandskämpfern der „Weißen Rose“ – so macht es Nazis keinen Spaß beim Einkaufen

 

Ein kleiner Ort in der Nähe von Hamburg. Glinde setzt sich seit Wochen gegen einen kleinen schäbigen „Thor Steinar“ Laden (Tonsberg) mitten im Zentrum ein. Die Bürgerinnen und Bürger und vor Allem die daraus entstandene breite Initiative hält täglich von 16. bis 19.00 Uhr Mahnwachen vor dem von Nazis frequentierten Laden ab. Gestern , am Samstag den 25.02.2012, erhielten sie im Rahmen unserer Aktion „Hamburg steht auf!“ erstmalig prominente Unterstützung. Rund 100 bis 150 Personen nahmen an einer Protest- und gleichzeitig Gedenkveranstaltung teil. Corny Littmann las aus Flugblättern der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ (Geschwister Scholl). Nach jedem Flugblatt wurden weiße Rosen an einem Stock gebunden. Während der Veranstaltung wollte ein Nazis Pärchen in dem Tonsberg-Laden einkaufen. Buhrufe und Pfiffe schallten über den Platz.

In dem Naziladen selbst befand sich während der Veranstaltung eine Mitarbeiterin auf verlorenem Posten. Zugezogene Jalousien auf dem der Schriftzug „Antifa“ steht, verwährten uns den Blick in das Ladeninnere. Immer wenn Corny Littmann ein Flugblatt der „Weißen Rose“ gelesen hatte, setzten Konfirmatinnen und Konfirmanten eine weiße Rose an einen Stock als Zeichen des Gedenkens an diejenigen die mutig waren, sich gegen die Nazis von damals aufzulehnen. Corny Littmann verlas die Namen der ermordeten Menschen rund um die Gruppe „Weiße Rose“.

Der Presseprecher der „Bürgerinitiative Glinde“ erläuterte uns, dass er selbst erstaunt darüber war, wie schnell und ohne Vorbehalte sich Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen dem Protest in den letzten Wochen anschlossen. Jung und alt seien täglich damit beschäftigt nicht nur ein Zeichen gegen die Präsenz der Rechtsextremisten in ihrem Ort zu setzen, sondern sie kämpfen darum, dass der Mietvertrag schnellstmöglich aufgelöst wird. Dieser Mietvertrag ist auf fünf Jahre befristet. Der Pressesprecher betonte: Alle an den Protesten beteiligten Personen werden so lange dort stehen, bis der Laden weg ist. Wir sagen:“…ein Zusammenschluss, der uns imponiert.“

 

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