24.03.2012: Nach einer Facebook-Diskussion zu der Spendenaktion der Band „Krawallbrüder“ veröffentlichen wir ein Statement der Band als Reaktion…


In der letzten Woche gab es eine Diskussion über das Engagement der Band „Krawallbrüder“ auf unserem Facebook-Profil. Wir veröfentlichen hir das Statement der Musiker selbst.

Hier unser allgemein gehaltenes Statement zu uns, unseren Aktionen und unseren Ansichten:

Wir versuchen nicht uns mit dieser Aktion einen „Persilschein“ zu erkaufen oder wie oft behauptet, unter falscher Flagge (?) zu Segeln. Wir sprechen uns nachweislich seit Jahren gegen politische Extreme und Faschismus aus und versuchen auf unseren Shows durch die hauseigene Crew auffällige Personen auszusortieren.

 Wir sehen uns als Band nicht als politisches Organ und bezeichnen uns als „unpolitisch“, was für uns nicht bedeutet, dass die Politik dem Einzelnen am Arsch vorbeigeht sondern lediglich, dass keiner von uns auch nur ansatzweise eine menschenverachtende Position vertritt, weder im politischen noch im religiösen Sinne. Gegen Faschismus zu sein, egal in welcher Form er existiert, ob bei uns oder wo anders auf der Welt, im politischen, religiösen oder in sonstigem Sinne hat nichts mit einer politischen Einstellung, sondern mit gesundem Menschenverstand zu tun.

 Wir sind eine Band, die aus Spaß an der Sache angefangen hat Musik zu machen und nicht um politische Inhalte zu transportieren, diese werdet ihr auch in keinem unserer Lieder finden, auch wenn manche Wortwendungen absichtlich provokativ und plakativ gewählt sind. Dies findet sich aber auch bei Bands a la Motörhead, OHL, Rammstein, Iron Maiden etc. wieder, die ebenfalls nicht rechts einzuordnen sind.

 Wir lassen uns nicht in eine politische Ecke drängen und werden uns nicht von dem einen Extrem abgrenzen, indem wir ein anderes für gut heißen, daher ist eine Äußerung gegen Linksextremismus für uns genauso OK wie eine Äußerung gegen Rechts und führt nicht zum Verkaufsstop in einem von uns nur noch verlinkten Shop.

 Wobei die Äußerungen gegen Linksextremisten nicht die AntiFa als solches verurteilen. Ehrlich gesagt ist zu begrüßen, was die Herren und Damen ähnlich dem Grundgedanken der S.H.A.R.P.-Bewegung umsetzen möchten, da Rassismus einfach falsch ist, aber die Mittel und Wege die oftmals eingeschlagen werden, meistens von Einzelkämpfern oder auch Splittergruppen leider genauso falsch sind.

 Hierbei gibt es wie überall vernünftige Leute und auch Idioten. Leider verstecken sich viel zu viele Wichtigtuer und Selbstdarsteller unter dem Deckmantel der Antifa und denunzieren Bands und Personen die dann auf gut Deutsch, ohne zu hinterfragen, einfach an die Wand gestellt werden. Schade ist, dass dies auch oft genug geduldet wird, und man nicht auch einmal anfängt in den eigenen Reihen aufzuräumen.

 Nach wie vor vermissen wir, dass vor einer Verurteilung diverser Personen, Gruppen und Bands ein offenes Gespräch gesucht wird, denn das ist in unserem Falle nie geschehen. Das darf nicht sein, denn sonst hätten wir solche Probleme wie sie nun vorliegen nicht.

 Wir finden es auch sehr gefährlich, was zur Zeit undifferenziert über das Internet passiert!

So verkommen Seiten und Internetpräsenzen wie Oireszene oder Indymedia links unten  (durch diverse erwähnte Wichtigtuer) die evtl. Gutes im Sinn haben/hatten neben den tatsächlichen linken Adressaten, zu einem Tummelplatz von Amüsanzwütigen und Neonazis die sich hier auch noch ihre Konzerttips abholen können!

 Des Weiteren kristallisiert sich neben der wirklichen Grauzone tatsächlich rechtsoffener Skins und Punks eine Szenerie heraus, in der es schick oder gar lustig ist Grauzone zu sein, auch wenn man damit eigentlich gar nichts zu tun hat. Damit treibt man die Leute durch Vorverurteilungen und Hetze genau in die politische Richtung in der man die Leute nicht haben möchte und in der diese Leute eigentlich auch selbst nicht sein möchten.

 Andere, speziell wir, werden nach über 15 Jahren faktischer, politischer Unbescholtenheit, was unsere Außenwirkung angeht, in eine Schublade gesteckt in die wir einfach nicht reingehören.

 Wenn die Bevölkerung egal welcher Kulturen zusammenhält, haben politische Extreme egal ob links oder rechts keine Chance. Es ergibt sich ein Gleichgewicht im Großen und Ganzen, abgesehen von kleineren Streitigkeiten die zwischenmenschlich begründet sind. Ich denke jedem in Deutschland ist klar wo das Land ohne Zuwanderer stehen würde, von der Geburtenrate mal ganz abgesehen.

 Sowohl unsere privaten Freundschaften oder die Krawallbrüder-Fanbasis als auch unsere Touren bewegen sich weit über die Grenzen des deutschsprachigen / deutschstämmigen Raumes hinaus. Letztendlich haben wir mit KrawallBrüder ja auch neben Schweiz und Österreich schon in Ländern wie Spanien, Frankreich, Türkei und Tschechischer Republik getourt, haben uns dort sehr wohl gefühlt und wurden überall auch sehr wohlwollend und nett empfangen und das waren keine Urlaubsorte.

Der politische Faktor ist bei uns Nebensache, solange er nicht in das Extrem geht. Sorry wenn wir uns schon wieder wiederholen.

 Ob Mitglieder der Band KrawallBrüder evtl. in der Vergangenheit Fehler gemacht haben, oder man mit fragwürdigen Leuten Handel getrieben hat? Mag sein, dass nicht alles OK war, und deshalb steht schon seit über einem halben Jahrzehnt auch kein Handel mit fragwürdigen Labels mehr an. Allerdings ging das auch nie bis in ein rechtsextremes Spektrum.

 Wir möchten unser Handeln damit nicht entschuldigen, sondern stehen auch für unsere Fehler ein. Nicht wie manch einer der sich scheinheilig öffentlich zum Sozialkönig der Gutmenschen hoch lobt, aber den Penner der im Winter an der Straßenecke liegt ohne zu zögern liegen lässt und noch angeekelt mit dem Finger auf ihn zeigt.

 Uns gab nie jemand die Chance uns zu Rechtfertigen, sondern wir wurden/werden wie viele andere einfach über einen Kamm geschoren, abgestempelt und fertig. Dies wiederum ist genau das schon angesprochene Verhalten, was dazu führt, nicht gefestigte Leute tatsächlich in eine Grauzone zu drängen oder gar in das Rechtsextreme.

 Wir haben keine Bedenken, sondern positionieren uns durch unser Handeln, nicht durch die Texte und sehen nach wie vor nicht die Notwendigkeit uns durch einen Song gegen politisch extremes Gedankengut zu positionieren. Das hat in unserem Bandgefüge nichts verloren, sondern ist selbstverständlich.

 Es ist bekannt, dass Rassisten und Rechtsextreme bei unseren Konzerten und Veranstaltungen keinen Zutritt erhalten, da wir zur Einlasskontrolle seit mehreren Jahren immer eigene Jungs zusätzlich mit an der Tür haben, welche erfolgreich verdächtige Leute (Tattoos / Shirts / Buttons etc.) aus dem Verkehr ziehen.  In die Köpfe vereinzelter Personen können wird leider noch nicht hineinschauen.Spendenaktionen die im „Stillen“ verlaufen sind wurden auch schon von uns durchgeführt. Dass wir bei unserer letzten Tour gegen zunächst nicht offensichtlich „Rechtsextreme“ selbst Hand angelegt haben und sogar ein Konzert abgebrochen haben ist auch kein Geheimnis.

Den KB-Records Shop haben wir im übrigen auch schon länger an Bandworm-Records abgegeben, welcher sich aber auch ganz klar gegen Rechts ausspricht und ebenfalls Artikel gegen Nazis verkauft.

Angefangen haben diese ganzen Diffamierungen und Diskussionen mit der Force Attack 2007, als irgendjemand ein Hetzpamphlet über unseren Sänger Pascal und sein, von ihm vermutetes Handeln und dessen von ihm vermuteten Lebensräume in das Netz gestellt hat. Fakt ist, dass 95% dieser noch immer im Netz herumgeisternden Hetzschrift erstunken und erlogen ist, geschweige denn in irgendeiner Form durch Tatsachen untermauert wurde.

Die KrawallBrüder sind eine sozialkritische, aber nicht politisch extreme Band, die sich ganz klar gegen jede Art von Faschismus ausspricht.

KrawallBrüder

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