Hamburg! Aufstehen! Über 50 Veranstaltungen und Aktionen im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus 2012“ -Hamburg und die Welt vom 15. bis zum 24. März 2012-

Im August 2011 beschlossen wir die „Internationalen Wochen gegen Rassismus 2012“ nach Hamburg zu holen. Wir warben erfolgreich um die Schirmherrschaft des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz. Wir hatten uns acht Aktionstage vorgestellt, an denen wir Aufklärungsarbeit zum Thema Rechtsextremismus mit verschiedenen Veranstaltungen betreiben. Sowohl an Schulen, als auch im Rahmen von vergnüglichen Veranstaltungen mit Konzerten und Lesungen am Abend.
Nach der Zusage der Freien und Hansestadt Hamburg begann für uns die Suche nach Partnern. Diese haben wir gefunden und sind überrascht von der großen bundesweiten Resonanz auf unser Projekt. Insgesamt beteiligen sich derzeit ca. 150 Supporter, Partnerinnen und Partner, Sponsoren, Vereine und Initiativen an dem Projekt „Hamburg steht auf!“. Dieses Projekt stellt sich mit einem großen Zusammenschluss aus der Zivlilgesellschaft friedlich mit Kultur, wichtigen Workshops und Informations- veranstaltungen am Abend wie am Tage gegen rechtsextremistisches und menschenverachtendes Gedankengut. Uns ist gelungen, was wir uns in acht Jahren Kampagnenarbeit für „Laut gegen Nazis“ nicht vorstellen konnten.

Die Nachfrage nach Aufklärung ist groß
Im Moment erleben wir einen Boom der uns Hoffnung macht und der gleichzeitig für die Politik unseres Landes ein Signal sein sollte. Im Rahmen von „Hamburg steht auf!“ erarbeiteten wir 19 Angebote von Workshops und Vorträgen verschiedenster bundesweiter Institutionen für die Hamburger Schulen. Die Nachfrage ist so groß, dass wir mit der einen oder anderen Institution gemeinsam überlegen müssen, ob wir diese Angebote ausbauen. Dies zeigt, dass das Thema „Rechtsextremismus“ an Schulen momentan noch keinen richtigen Platz in den Lehrplänen gefunden hat. Im Kontext mit der deutschen Geschichte wäre eine Integration im Unterricht zwingend notwendig. Dies ist eine Forderung, die wir schon länger an die Kultusministerkonferenz stellen. Aber nicht nur die Schulen wollen Aufklärung und sich mit den Themen auseinandersetzen. Beispiel ist der „Szenische Rundgang“ durch Hamburg (ein Angebot der Landeszentrale für politische Bildung). Dieser ist bereits komplett auzsgebucht. Diese Veranstaltung ist quasi der Auftakt zu „Hamburg steht auf!“ am 15. März 2012.
Mit Smudo, Silbermond, Peter Lohmeyer, Tim Mälzer, Corny Littmann, Lotto King Karl , dem FC St.Pauli, dem HSV und, und, und…
Unsere Highlights sind natürlich die Veranstaltungen mit unseren prominenten Partnerinnen und Partnern aber diese stellen nur einen Teil des Gesamtkonzeptes dar. Über fünfzig Veranstaltungen finden zwischen dem 16. Und 24. März 2012 in Hamburg statt. Unsere Stars sind alle, vor Allem die wunderbaren Supporter mit Eigeninitiative.
Kulturzentren, Jugendeinrichtungen, Stadtteilzentren in sozialen Hamburger Brennpunkten und Initiativen, engagierte Bürgerinnen und Bürger gestalten die Aktionswochen von „Hamburg steht auf!“ nicht nur mit, sondern prägen Sie. Diesen Umstand wollen wir in den Vordergrund stellen, weil dieser den Zusammenschluss der Zivilgesellschaft symbolisiert.
Bundesweiter Aufruf zu den Abschlusskundgebungen für „Hamburg steht auf! Am 24. März 2012
Trotz der Erfolge starker demokratischer Zusammenschlüsse in Dresden, trotz der verstärkten Debatte zum Thema „Rechtsextremismus“ in Deutschland nach dem Fall der NSU in Zwickau sind und bleiben wir skeptisch. Die Präsenz von rechtsextremnistischem Gedankengut ist nach wie vor in der Gesellschaft vorhanden. Alltagsrassismen, Antisemitismus und Homophobie sind weit verbreitet, wenn nicht gar teilweise etabliert.
Obwohl wir erst am 2. Juni 2012 mit einem Naziaufmarsch in Hamburg (Tag der Zukunft) rechnen, empfinden wir es als selbstverständlich vorher ein Zeichen zu setzen. Betrachten wir Dresden, waren die wunderbaren Aktionen gegen die dortigen Nazipräsenzen eine Reaktion auf ein zehn Jahre langes „Wegsehen“. Dieses „Wegsehen“ geschieht anderenorts immer noch und täglich. Da gibt es Städte wie Pforzheim, Lübeck, Magdeburg, Gera, Tostedt, Dortmund, Bochum, Berlin und so viele andere, die immer wieder Ziel von rechtsextremistischen Bestrebungen werden. Ein Handeln bleibt Bürgerpflicht. Um dies zu untermauern, planen wir auch Initiativen aus dem gesamten Bundesgebiet einzuladen und von einer Stadt aus ein Zeichen zu setzen, welche sich das „Tor zur Welt“ nennt.
An dem wohl prägnantesten Ort, der für Vielfalt und Weltoffenheit stehen sollte, dem Hamburger Hafen (Fischmarkt) wollen wir am Samstag den 24. März 2012 um 15.00 Uhr zu einer Großkundgebung aufrufen. Mit Blick auf die Docks und auf den Fluß, der Menschen aus aller Welt begrüßt, wenn sie nach Hamburg kommen. „Unten am Hafen wo die großen Schiffe schlafen“-so der Musiker Bernd Begemann in einem Stück.
Von dort aus wollen wir über die Landungsbrücken (wo früher die großen Passagierschiffe anlegten) zum Spielbudenplatz/Reeperbahn laufen und dort um 19.00 die Kundgebungen abschließen. Danach finden die offiziellen Abschlussveranstaltungen im Docks und in der Fabrik-Altona statt.

Für die Startkundgebung ist neben den Redebeiträgen natürlich auch Musik eingeplant. Wir erhoffen uns, dass wir das Bild eines „Karnevals der Kulturen“ schaffen, wenn wir uns mit dem Demonstrationszug vom Hafen bis zur Reeperbahn bewegen und so ein Zeichen dafür setzen, dass wir Menschenverachtung nicht akzeptieren.
Offizielle Start-Kundgebung: 24.03.2012 15.00 Uhr / Freigelände am Fischmarkt
17.00 Uhr / Start des Demonstrationszuges über die Landungsbrücken zur Reeperbahn
19.00 Uhr / Beendigung der Abschlusskundgebung auf dem Spielbudenplatz

Pressestelle: Laut gegen Nazis/Make A Noiese

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Festival, Musik, Politik, Rechtsextremismus, Spenden, Veranstaltungen, Verein, YouTube abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.