09.12.2011: Die Schulprojekte für „Hamburg steht auf!“ nehmen Formen an – Derzeit haben bereits fünfzehn Institutionen ihre Mitwirkung bestätigt – Heute stellen wir die Beiträge der Gedenkstätte KZ Neuengamme (Kunst Projekt-Bullenhuser Damm) und der „Zentrale für politische Bildung-Hamburg“ vor

 

 

 

 

Insgesamt haben bereits knapp fünfzehn Institutionen zugesagt, mit uns gemeinsam das Schjulprojekt im Rahmen der „Internatioanlen Wochen gegen Rassismus“ unter dem Motto „Hamburg steht auf!“ umzusetzen. Darunter „Netz gegen Nazis“, „Pro Asyl“, der „Interkulturelle Rat“, VAJA e.V. Streetwork Bremen“, das „Hamburger Schulmuseum“ u. w. . Ebenso haben diverse Referentinnen und Referenten für Workshops an Schulen zugesagt, darunter der Journalist Patrick Gening, der Historiker Dr. Andreas Strippel und viele weitere. Heute wollen wir zwei Projekte, die Hamburger Schulen angeboten werden, vorstellen:

Die Gedenkstätte des KZ-Neuengamme bietet den Schülerinnen und Schüler das „Kunst-Projekt“ Bullenhuser damm“ an, hier die Informationen:

Die KZ-Gedenkstätte Neuengamme erinnert am historischen Ort an über 100 000 Menschen, die während des Zweiten Weltkrieges Häftlinge des größten Konzentrationslagers in Nordwestdeutschland waren. Im Verlauf des Krieges deportierten die Gestapo und der Sicherheitsdienst der SS Zehntausende Menschen aus allen besetzten Ländern Europas als KZ-Häftlinge nach Neuengamme. Gründe für die Einweisung waren zumeist ihr Widerstand gegen die deutsche Besatzungsherrschaft, Auflehnung gegen Zwangsarbeit oder rassistisch motivierte Verfolgung. In Neuengamme, den Außenlagern und bei Kriegsende im Zuge der Lagerräumungen starben mindestens 42 900 Menschen. Unter ihnen warenjüdische 20 Kinder, die aus dem KZ Auschwitz zu medizinischen Experimenten in das KZ Neuengamme gebracht wurden.

Die Gedenkstätte Bullenhuser Damm

Die Gedenkstätte Bullenhuser Damm erinnert an das Verbrechen, welches am 20. April 1945 an diesem Ort geschah: Im Keller des ehemaligen Schul-Gebäudes am Bullenhuser Damm in Hamburg-Rothenburgsort ermordeten SS-Männer die 20 jüdische Kinder, die vor ihrer Ermordung zu medizinischen Experimenten im Konzen trations lager Neuengamme missbraucht worden waren. In derselben Nacht wurden die vier Häftlinge, die sie betreut hatten und mindestens 24 sowjetische Häftlinge erhängt. Eine Ausstellung vor Ort erzählt die Geschichte des Ortes, der Opfer, der Tat, aber auch der Strafverfolgung, der Spuren suche und der Erinnerung.  Die Taträume sind bewusst leer gelassen. Einer dieser Räume steht für eine künstlerische Auseinandersetzung von Schülerinnen und Schülern an diesem Ort zur Verfügung.

Kunst-Projekt Bullenhuser Damm

Die Gedenkstätte bietet im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ ein historisch-künstlerisches Schulprojekt an, bei dem sich eine Schulklasse intensiver mit den Geschehnissen des 20. April und mit der Gedenkstätte Bullenhuser Damm auseinandersetzen kann. Der Fokus liegt dabei auf der Geschichte und Vorgeschichte der Tat, aber auch auf dem Umgang mit dem Ort und der  Bedeutung des Gedenkens heute. Dabei stellt sich die Frage, ob Kunst an so einem Ort möglich und angemessen ist und welche Funktion die Kunst hier übernehmen kann. SchülerInnen sollen angeregt werden, über Formen des Gedenkens zu reflektieren und einen individuellen Ausdruck zu finden. Wie möchte ich gedenken?

Dabei kann die KZ-Gedenkstätte im Vorfeld mit je einem Projekttag in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und in der Gedenkstätte Bullenhuser Damm nur einen Impuls geben. Wir empfehlen der Klasse, sich mit weiteren Formen des Gedenkens von Künstlern und an Gedenkorten auseinanderzusetzen, um zu eigenen künstlerischen Entwürfen für den Gedenkort zu kommen. Die KZ-Gedenkstätte bietet im Anschluss die Möglichkeit, einen der Entwürfe zu realisieren, indem eine künstlerische Installation ausgewählt und vor Ort in der Gedenkstätte Bullenhuser Damm ausgestellt wird. Dieses Projekt richtet sich vorwiegend an Klassen der Sekundarstufe II bzw. der Oberstufe an Gymnasien und Stadtteilschulen mit den Schwerpunktfächern Geschichte/Politik/Gesellschaft und Kunst.

Das Projekt der „Zentrale für politische Bildung: Wege nach Neuengamme – Ein szenischer Rundgang durch die Hamburger Innenstadt

Die Landeszentrale für politische Bildung lädt die Schülerinnen und Schüler, anläßlich der von dem Verein Laut gegen Nazis e.V. ins Leben gerufenen Veranstaltungsreihe „Internationale Wochen gegen Rassismus 2012″/Hamburg steht auf! , zu einem Rundgang durch die Hamburger Innenstadt ein. Sie begleiten Schauspielerinnen und Schauspieler sowie Dr. Rita Bake auf den Spuren von Hamburgerinnen und Hamburgern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und in das KZ Neuengamme eingewiesen wurden. Lernen Sie in der Hamburger Innenstadt Orte ihres Alltags und ihrer Verfolgung kennen. Idee, Konzeption und Texte dieses Rundganges stammen von Dr. Rita Bake und Jens Michelsen.

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Festival, Politik, Rechtsextremismus, Spenden, Veranstaltungen, Verein abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.