14.06.2011:Ein Interview mit Smudo (Die Fantastischen Vier) zu seinem langjährigen Engagement bei „Laut gegen Nazis“ – „Die Ereignisse in Dresden 2009 haben mich sehr beeindruckt… (Smudo)“

(Foto: Darren Jacklin)

Seit 2004 begleitet Smudo „Laut gegen Nazis“. Viele gemeinsame Projekte setzten wir mit ihm und „Die Fantastischen Vier“ um. Aber nicht nur das! Die Fantas sammelten mit Smudo gemeinsam in den letzten Jahren knapp 40.000,– €, um unsere Arbeit zu unterstützen. Wir führten jetzt ein Interview über dieses ungewöhnlich starke Engagement:

„Die Fantastischen Vier“ und Du selbst engagieren sich seit Jahren für
„Laut gegen Nazis“. Ihr gehört zu denjenigen, die nicht nur finanziell
mit insgesamt 40.000,– € aus  Spenden unsere Arbeit in der
Vergangenheit ermöglichten. Auch mit repräsentativen Terminen
unterstützt Ihr intensiv und insbesondere Du, uns immer wieder. Was ist
das Besondere an „Laut gegen Nazis“ für Dich?

Smudo: Den Kampf gegen Rechts im allgemeinen finde ich sehr wichtig. Es wird immer Propagandisten von dort geben und deshalb braucht es immer wieder Impulse in die Zivilgesellschaft, sich dagegen zu positionieren. „Laut Gegen Nazis“ schafft es immer wieder, die verschiedensten Anti-Rechts-Kampagnen Deutschlands verschiedentlich zu unterstützen. Die Initiative ist sozusagen immer an aktuellen Projekten dran. Hinzu kommt, dass die Basis von LGN in Hamburg, meiner Wahlheimat ist und ich mich sehr gut mit dem Team verstehe.

In der Vergangenheit konnten wir verschiedene Veranstaltungen und
Projekte gemeinsam umsetzen. Zuletzt den großen YouTube-Videowettbewerb„361 Grad Respekt“. Du selbst warst 2009 mit uns in Dresden und hast viele Pressekonferenzen und Einzelveranstaltungen in acht Jahren begleitet. Welche Veranstaltung hat Dich am meisten beeindruckt, oder welche Erlebnisse  hattest Du im Zusammenhang mit „Laut gegen Nazis“, die besonders prägend waren?

Smudo: Die Ereignisse in Dresden 2009 haben mich sehr beeindruckt. Viele Zehntausend Nazis und Gegendemonstranten wanderten durch die Stadt. Getrennt von Scharen von Polizeikräften, begleitet von ständigem Beobachtungshubschrauberbrummen. Es ist mir nach wie vor unbegreiflich, wie Dresden es versäumen konnte, zu verhindern, dass diese wunderschöne Stadt zur Nazi-Messestadt Nr 1 in Europa werden konnte. Auch im letzten Jahr haben sich die Verantwortlichen der Stadt Dresden in vielen Punkten bei der Positionierung gegen Rechts destruktiv verhalten. Dresden ist für mich ein Paradebeispiel, was passieren kann, wenn man öffentlichen Raum nicht vor extremistischen rechten Kräften schützt.

In diesem Jahr bist Du selbst Mitglied des Vereins „Laut gegen Nazis e.
V.“ geworden. Was wünscht Du Dir für die Zukunft von unserer Arbeit?

Smudo: Ich wünsche LGN vor allem durchschlagenden Erfolg in der Mitgliederwerbung und Sponsoraquise. Inhaltlich hoffe ich, dass es so engagiert weiter geht wie die Jahre zuvor.

Denkst Du, dass „Laut gegen Nazis“ durch die durchaus breite
Öffentlichkeit inzwischen eine zivilgesellschaftliche Verantwortung
trägt und Politik auch auf unsere Ambitionen und Vorschläge reagieren
sollte?

Smudo: Ich denke ja. Ich sehe LGN ja als „Scout“ von unterstützenswerten Gegen-Rechts-Initiativen. Ich hoffe sehr, dass die Politik diese redaktionelle Arbeit von LGN als Tipgeber nutzt.

Am 25. Mai 2011 wurde entschieden, dass es keinen Unterschied mehr
zwischen der Kampagne und dem Verein „Laut gegen Nazis“ geben wird. Die
Kampagne beendete die Zusammenarbeit mit einer Agentur in Hamburg und
ist jetzt unter dem Dach des Vereins beheimatet. Welche Vorteile oder auch
Nachteile siehst Du in diesem Schritt?

Smudo: Natürlich ist eine Agentur hilfreich, schlicht um LGN-Aktionen medial zu verbreiten. Allerdings hat der Verein selbst, vor allem Online eine große Unterstützerbasis versammelt. Ich traue der Initiative durchaus zu, ihr Betätigungsfeld um agenturspezifische Tools zu erweitern. Mit der nun gewonnenen Selbstständigkeit, wird LGN seine Unterstützerarbeit schneller und passgenauer fortsetzen können.

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