24.03.2011: „Götter in Weiß“ oder „Götter des Todes“ – Die Bundes-Ärztekammer bekennt sich zu ihrer Schuld im „Dritten Reich“ – Nach 66 Jahren kann man dies mal tun! Der grinsende Tod“

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Foto „Der grinsende Tod“-Joseph Mengele – Arzt im KZ-Auschwitz

Eine Einleitung von J. M. für LGN

Wie oft berichteten wir schon über den Umgang mit der Schuld, die auf den Deutschen lastet, wenn es um die Verbrechen der Nazis geht. Vor etwa fünf Jahren begannen Ämter, Institutionen, Fußballclubs etc., ihre Archive zu öffnen. Oft wurden alte Akten gefunden, die ganz klar belegen, dass die Geschichtsaufarbeitung in Deutschland nicht wirklich stattfand. Erst neulich hatte das „Auswärtige Amt“, die Schuld einiger Diplomaten durch ihre Mitwirkung am Holocaust, die auch nach dem Kriege im Dienst waren, zugegeben. Das Finanzamt München öffnete ein Archiv, welches sehr wohl belegt, dass die Deutschen von damals wussten was mit ihren jüdischen Nachbarn geschah, denn diese waren sehr gierig auf die Versteigerungen des Besitzes von deportierten jüdischen Bürgerinnen und Bürgern. Bundesliga Clubs gaben ihre doch sehr nazifreundliche Rolle im „Dritten Reich“ preis und und und…

Was folgt noch und was ist der Grund für diese neue Ehrlichkeit? Just hat die „Deutsche Ärztekammer“ zugegeben, dass es hunderte von Ärzten gab, die im Dienst der Nazis Forschungen und Versuche durchführten. Der KZ-Arzt Joseph Mengele ist nur ein Beispiel und zudem ein sehr übles. Dieser konnte nach dem Krieg nach Südamerika verschwinden und wurde angeblich nie ausgemacht.

Wahrscheinlich hätte Deutschland ab 1949 nicht fuktioniert, wenn man die Schuldigen und die Mörder des „Dritten Reiches“ tatsächlich alle haftbar gemacht hätte. Nach 66 Jahren Schuld zuzugeben, dass ein Berufsstand wie der der Ärzte die einen Eid ableisten müssen und mussten-Menschen und Leben zu retten, ist pervers. Eigentlich bedeutet dies doch nur, dass man die Täter 66 Jahre lang unter dem Deckmantel der Anständigkeit hat wirken lassen. „Götter in Weiß“-Hitler empfand sich wahrscheinlich auch als „Gott“. J. M. für LGN

Aktueller Bericht v. Jill B.

Eine neue Studie bestätigt laut den Zeitungen „Welt“ und „Süddeutsche“, dass jeder zweite Arzt im Dritten Reich Mitglied der NSDAP gewesen sein soll. Die Bundesärztekammer bekannte sich heute zu ihrer historischen Schuld im Dritten Reich. „Ärzte haben in der Zeit des Nationalsozialismus Tod und Leiden von Menschen herbeigeführt, angeordnet oder gnadenlos verwaltet“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer Jörg Dietrich-Hoppe anlässlich der einberufenen Pressekonferenz.

Bei den Nürnberger Prozessen 1946 wurden nur 23 Ärzte für ihre Verbrechen belangt. Über ihre Taten schwiegen sie weitestgehend. Doch für die Nazis war die human-medizinische Forschung an Kranken, Psychiatriepatienten, Zwillingen, Zigeunern wegen ihrer Rassenideologie ein zentraler Punkt. So wurden insgesamt mehr als 300.000 psychisch kranke und geistig behinderte Menschen ermordet und 400.000 Menschen Zwangssterilisiert – mit Hilfe von regimetreuen Ärzten, die mit diesen Verbrechen ihren hipokratischen Eid brachen. Motive dafür waren meistens materielle Anreize.

Der wohl berühmteste „Arzt“ im Dritten Reich war Josef Mengele, der im KZ Ausschwitz menschenverachtende Experimente an den Häftlingen durchführte. Doch in den zahlreichen Anstalten und Medizinzentrem der Nazis habe hunderte weitere Ärzte gearbeitet.

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