27.02.2011: „Erinnern heißt Leben“ – Wie eine ganze Schule verinnerlicht wie wichtig das „Erinnern“ ist – Die Schülerinnen und Schüler der BBS-Wechloy-Oldenburg starten mit uns durch-1. Partnerschaft für einen „Erinnerungsgang“ übernimmt Sebastian Krumbiegel

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(Foto: 1. großes Meeting aller Beteilgten und Konzepterarbietung unter der Leitung von Insa Oetjengerdes)

3.000 Schülerinnen und Schüler verschiedener kaufmännischer Berufe, beherbergt die BBS-Wechloy in Oldenburg. In diesem Jahr wurde die Schule vom Arbeitskreis „Erinnerungsgang“ (u. a. die Jüdische Gemeinde Oldenburg) beauftragt sämtliche Veranstaltungen um einen Gedenktag im November 2011 zu installieren und zu gestalten! Das ist das Prinzipp in Oldenburg. Seit mehreren Jahren werden unterschiedliche Schulen von dem Arbeitskreis beauftragt, den seit über dreißig Jahren zum Gedenken der Juden und Verfolgten der Nazis stattfindenden „Erinnerungsgang“ zu gestalten. Grund hierfür ist das „Nicht-Vergessen“ der Geschichte. Immer am 10./11. November schreiten Menschen stillschweigend die Strecke ab, die 2.000 Juden unter strenger Bewachung der SS hinter sich bringen mussten, bevor sie in einem Oldenburger Gefängnis eingepfercht und dann in die Konzentrationslager deportiert wurden. Übrigens ein einmaliges Beispiel für die Geschichtsaufarbeitung in Deutschland. Hier hat die Stadt Oldenburg eine Vorreiterrolle, welche für andere Orte zum Vorbild werden sollte.

Bereits im Herbst letzten Jahres traten die beiden sehr engagierten Lehrerinnen Dana Rösler und Insa Oetjengerdes im Auftrag der Schülerinnen und Schüler an uns heran. Der November 2011 soll symbolträchtig werden. Gemeinsam werden wir als bundesweite Kampagne mit allen Beteiligten die Schülerinnen und Schüler bei der Umsetzung einer ganzen Veranstaltungwoche rund um den „Erinnerungsgang“ unterstützen. Fachspezifisch im Rahmen der geforderten Berufsausbildungen (z. B. Veranstaltungskaufleute, Kaufleute für Marketing und Medien) haben wir vier Abteilungen gebildet, die sämtliche Ressorts abdecken.

Am 15.02.2011 war es dann so weit. Gemeinsam haben Jörn Menge und Alex Schmitz mit der Schule und Vertretern des „Arbeitskreises-Erinnerungsgang sowie dem Schulleiter Ernst Jünke den Startschuss des Projektes vor Ort gegeben.

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Das Foto zeigt:
(v.li.)  Schülerin Theresa Zapf aus der VG1, Kollegin Dana Röseler,
Herr Fredo Behrens von der Arbeitsgemeinschaft Erinnerungsgang,
Oldenburg, Schulleiter Ernst Jünke, Jörn Menge, Konzertveranstalter und
Geschäftsführer  „Laut gegen Nazis – rechte Gewalt kann jeden
treffen“

Bei dem von den Schülerinnen und Schülern organisierten Festakt zum Startschuss am 15.02.2011 in Oldenburg verwiesen der Schulleiter Ernst Jünke und der Pressesprecher des Arbeitskreises „Erinnerungsgang-Oldenburg“ Fredo Behrens, auf die Wichtigkeit des Befassens mit der Geschichte. Beide stellten ebenfalls fest, dass die Generation der Schülerinnen und Schüler aktuell sehr wenig Berührungspunkte mit der nationalsozialistischen Geschichte und in der Regel auch mit dem aktuellen Rechtsextremismus haben. Gerade der aktuelle Rechtsextremismus sei auch kein Unterrichtsstoff in den Schulen und stehe für Viele irrtümlicherweise noch nicht einmal mehr im Kontext mit der Nazi-Geschichte. Diese durchaus trefflichen Feststellungen verstehen wir als Kritik, die wir schon lange in Richtung Kultusministerien und Familienmimisterin Schröder versenden. Beide Redner bekräftigten, dass sie sich gerade über das Engagement der BBS Wechloy freuen. 3.000 Schülerinnen und Schüler stehen mit diesem langfristigen Projekt für eine Welt ohne Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Menschenverachtung. Und vor Allem gegen das Vergessen der Verbrechen der Nazis in Deutschland. Der „Erinnerungsgang“ Oldenburg führt seit Jahrzehnten an die Stätten der Verbrechen. Fredo Behrens betonte: „Es ist etwas anderes aus Geschichtsbüchern zu lernen und zu lehren, wenn man die Kälte der Grausamkeit direkt an dem Ort verstehen lernt wo sie geschah – das weckt andere Emotionen und lässt nicht vergessen.“ Genau dies ist auch 2011 das Ziel. Geplant sind an mehreren Tagen Lesungen, Workshops, Konzerte und viele Schulveranstaltungen zum Thema. Beendet werden soll diese Projekt dann mit einem großen Abschlusskonzert mit einem populären Act. Darauf arbeiten jetzt alle Partner gemeinsam hin.

Indes wurden verschiedene Abteilungen im Rahmen des Projektes gebildet, welche nunmehr bestehend aus den Schülerinnen und Schülern die Ärmel hochkrempeln und den Leistungsumfang einer professionellen PR-/ oder Event-Marketing Agentur abdecken:

Alle Abteilungen für den Erinnerungsgang 2011 auf einem Blick:

Presse-/Öffentlichkeitsarbeit:

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Die Sonsoring-Abteilung:

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Die Technik-Abteilung:

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Die Dienstleistungs-Abteilung:

Dienstleistungs-Abt.IMG_0114 Gemeinsam mit den Lehrerinnen Insa Oetjengerdes, Dana Rösler, dem Schulleiter Ernst Jünke und dem Arbeitskreis „Erinnerungsgang“ übernehmen wir die Begleitung in der Umsetzung der Veranstaltung.

Eine erste moralische und mentale Unterstützung erhalten die Schülerinnen und Schüler von dem Sänger der „Prinzen“ und dem Musiker Sebastian Krumbiegel, der seine Partnerschaft jetzt bestätigte. Aber auch weitere prominente Persönlichkeiten werden Partnerschaften für das Projekt übernehmen. Schöne Grüße schon einmal aus Leipzig!

(„Erinnern heißt Leben“-Zitat: Lucille Eichengreen geb. Cecillie Landau)

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