29.12.2010: Das Jahr 2010 war gruselig – aber manchmal auch schön! Wir danken den „Die Fantastischen Vier“, Corny Littmann, Google Deutschland, Skoda Deutschland, dem FC St. Pauli, dem FC Hansa Rostock, dem HSV, Tobias Schlegl, Tobi Wegmann, Valery Pearl und so vielen anderen

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2010! Eines der verrücktesten Jahre in der Geschichte unserer Kampagne „Laut gegen Nazis“ – Rechte Gewalt kann jeden treffen -. Von Höhenflügen zu tiefen Tälern und den Wegen wieder nach oben, war alles dabei. Nervenzerrüttende Zeiten im  Sommer und jetzt wieder in einem angenehmen Pfad, der nicht nur hoffen lässt. Am Ende des Jahres ziehen wir das Fazit: „Wir haben die tollsten und besten Partner der Welt“, die eben für eine Welt ohne Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Menschenverachtung eintreten. Diejenigen, die oben in unserer Headline erwähnt sind, setzten sich dafür ein, dass wir ein aus der Wirtschaftskrise entstandenes Desaster überstehen. Aber nicht nur jene, sondern unsere vielen ehrenamtlichen Freundinnen und Freunde, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben durchgehalten. Denn im Juli 2010 trat das Hamburger Abendblatt mit vier Artikeln eine Welle zum Erhalt der Kampagne los, die dazu führte, dass wir jetzt, zwar mit viel Planung und Arbeit (das ist ja normal) wieder in die Zukunft blicken können.

Im August / September stand die Rettung unserer Betreiber an. Mit Hilfe vieler zweckgebundener Spenden aus ganz Deutschland, konnten wir bereits im September vermelden „Wir machen weiter“. Ganz vorne an, möchten wir vor Allem Corny Littmann, den FC St. Pauli, Smudo und Tobias Schlegl erwähnen welche per Videobotschaften appelierten, dass „Laut gegen Nazis“ eine nicht mehr wegzudenkende Institution geworden ist und damit halfen Gelder zum Fortführen zu sammeln. Einzelne Spender stellten wir hier auf dem Blog vor. Der Tausendsassa Tobias Wegmann entwickelte allein so viele Rettungspakete, dass wir ihm von hier aus nur danken können. Aber auch Valery Pearl tat ihr ihriges stets dazu. Nicht zu vergessen diejenigen, die uns aktiv bei jedem Schritt unterstützt haben. Wie z. B. Pedro Anacker und unser Wirtschaftsberater (Senioren helfen jungen Unternehmern) Herr Herzog.

Zu erwähnen ist auch unser größter Partner, mit dem wir seit zwei Jahren den YouTube-Videowettbewerb „361 Grad Respekt“ umsetzen: Google Deutschland!

Ebenso gilt unser Dank Skoda Deutschland, die seit fünf Jahren für unsere Mobilität sorgen.

Wir danken allen, die mit uns die Ärmel hochgekrempelt haben.

Ein Jahr voller Aktivitäten:

In diesem Jahr erreichten wir eine geschätzte Printmedien-Auflage von ca. 50 Millionen mit unseren Projekten. Immer wieder konnten wir über TV, Internet und Radio Menschen erreichen und sensibilisieren. Im Internet informieren sich kontinuierlich 230.000 User monatlich auf www.lautgegennazis.de und täglich 500 bis 1.000 Leser unseres Blogs (280.000 registrierte Leserinnen und Leser/über 300 Artikel in 2010) über alle aktuellen Aktivitäten unserer Kampagne. Unser Facebook Profil hat derzeit über 10.000 Fans, die täglich mit Informationen zum Thema Rechtsextremismus versorgt werden. Wir sehen weiterhin unsere Hauptaufgabe darin, ein Bewusstsein in der Zivilgesellschaft zum Thema zu schaffen.

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Aber auch praktisch haben wir viele Projekte und Einzelaktionen umgesetzt, die nachhaltig Früchte trugen. Zu Beginn des Jahres starteten wir mit den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ in Saarbrücken durch. Als Partner des dortigen Regionalverbandes, des DGB Saar und der katholischen Kirche konnten wir ein breites Angebot an Workshops (an Schulen, in Jugendzentren), Konzerten, Podiumsdikussionen und Vorträgen schaffen. Im Jahr 2011 führen wir diese Veranstaltung wieder unter Mitwirkung vieler Referenten (Exit,LGN) und Künstlern wie „Gentleman“ und „Serdar Somuncu“ durch.

Die Vorbereitungen zu unserem gemeinsam mit YouTube in das Leben gerufene Projekt „361 Grad“ endeten mit der Beteiligung vieler prominenter Persönlichkeiten wie „Die Fantastischen Vier“, Culcha Candela und vielen Weiteren. Aber wir durften auch auf vielen Festivals wie dem Hurricane, Splash, Deichbrand und noch vielen mehr zugegen sein. In diesem Jahr waren wir an einigen Schulen und referierten zum Thema Rechtsextremismus und seinen Folgen.

hamburg-2-sl370607„Hamburg und alle stehen auf!“

Zu unserer Rettungsaktion gehörte eine zweite Kundgebung unter dem oben genannten Motto auf dem Spielbudenplatz Hamburg, bei der wir im Herzen St. Paulis ein deutliches Zeichen setzten. Auch der Hamburger Justizsenator unterstützte diese Veranstaltung. „One Fine Day“, D-Flame, Nosliw und so viele Künstler bereiteten den Hamburgern ein Fest gegen Menschenverachter. Allein 10 Redner u.a. Corny Littmann, Peggy Parnass und weitere, stellten fest, dass wir nie wieder rechtsextremes Gedankengut zulassen dürfen. Sensationell war der Auftritt der Präsidien der Bundesliga-Vereine Hamburger Sportverein, FC St. Pauli und FC Hansa Rostock, die sich symbolisch für ihre Fans auf der Bühne die Hand reichten und somit klarmachten, dass Rasssismus, Antisemitismus und Homophobie in ihren Stadien nichts verloren haben.

Unterstützung vieler Initiativen:

Geld ist nicht alles! Nein, wir haben im letzten Jahr viele Initiativen mit unserer bundesweiten Presse-und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt, waren bei Veranstaltungen bundesweit zugegen und haben Partnerinnen und Partner vermittelt. Darunter in Cottbus, Berlin, Saarland, Oldenburg und in vielen weiteren Orten. Zudem wurden wir Partner des TSV Maccabi, bei der Einweihung des Kurt-Landauer Sportplatzes in München.

Die wichtigste Arbeit für eine Welt ohne Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Menschenverachtung, leisten diejenigen die in kleinen Orten auf Missstände aufmerksam machen, die gegen den Druck von Kommunalpolitik  und Bezirkspolitik auf rechtsextreme Tendenzen aufmerksam machen und Bürgerinitiativen gründen. Genau jenen tollen Jugendlichen und Erwachsenen, die Demokratie durch Aktionen stützen, denen schenken wir nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch praktische Unterstützung wo wir es können.

Ein wildes Jahr geht nun zu Ende und ehrlich gesagt, wir sind froh darüber. 2010 war ein nicht allzu schönes Jahr. Abgesehen von den weltweiten Katastrophen, politischen Desastern, Naturphänomenen und sonstigen Negativschlagzeilen. Für unsere Arbeit gibt es neue Aufgaben. Angesichts sehr schwieriger Tendenzen in Bezug auf die Integrationspolitik und einem neu entstehenden Rechtsextremismus der salonfähig wird, haben wir alle eine ganze Menge zu tun.

Trotz des Todes des Fädenziehers in der rechtsextremen Szene Jürgen Rieger, tut sich einiges. Wir haben es mit einer neueren größeren Partei (NPD Die Volksunion) zu tun, die auch wenn es viele nicht wahr haben wollen, unterschwellig an Einfluss in der Gesellschaft gewinnt. Auch, wenn sämtliche Naziveranstaltungen wie in Dresden , Berlin, Gera und andernorts 2010 den Schluss zulassen könnten, die Szene wird schwächer. Wir sagen „Nein“. Diese Szene an Menschenverachtern wird leider, auch manchmal durch Undurchsichtigkeit und naivem Umgang mit ihr („…die sind ja alle blöd!“), stärker. Aber auch die Extremismus-Debatte der Bundesregierung ist ein weiterer Anlass, weiter zu agieren.

Wir starten für 2011 neu durch. Auch bei uns wird es die eine oder andere Umstrukturierung geben. Und-wir freuen uns, wenn Sie /Ihr uns als Partnerinnen und Partner erhalten bleiben/bleibt.

Im Januar veröffentlichen wir einen Jahresbericht unseres Fördervereins „Laut gegen Nazis e. V.“.

In diesem Sinne wünschen wir allen Menschen, die frei und demokratisch ohne Vorbehalte denken einen guten Rutsch in das Jahr 2011 und alles erdenklich Gute! Die Redaktion




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