24.10.2010: Die Großen wie die Kleinen – Aufklärung = 0 – Das Beispiel von Hitlers Lieblings-Ziehsohn Albert Speer steht für die Lügen deutscher Täter nach 1945 – Architekt statt Kriegsverbrecher!?

speer alt Wer diesen Mann auf dem Foto zwischen 1966 und 1981 in Deutschland traf, hätte meinen können „…was für ein sympathischer alter Herr!“. Dieser Mann hieß Albert Speer und war Hitlers Lieblingsarchitekt für große nationalsozialistische Träume. Der Mann der von Beginn an mit Träumen einer Stadt namens Germania (Berlin) für seinen Führer agieren durfte. Albert Speer wurde 1946 bei den Prozessen gegen die NS-Kriegsverbrecher zu 20 Jahren Haft verurteilt. Aufgrund des Engagements seiner Sekretärin, die Akten wälzte um zu beweisen, dass Speer Hitlers letzte Befehle wie die der „Verbrannten Erde“ nicht mehr erfüllen wollte, wurde er mit dieser noch milden Strafe verurteilt. Irgendwie wurden die Briten und die Franzosen davon überzeugt ihm nicht die Todesstrafe auszusprechen und die Forderungen nach jener durch die Sowjetunion und Amerikas bei Gericht wurde verhindert. Albert Speer steht eigentlich auch für die kleinen Fans der Nazis, die 12 Jahre lang das System Hitlers aufrecht erhielten und Mord sowie Krieg gebilligt oder gar mitgewirkt haben. Z. B. ist bekannt, das Alber Speer stets behauptet hatte, er hätte nie direkten Kontakt zu Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen gehabt, obwohl er als Rüstungsminister des Reiches in den letzten Kriegsjahren genau jene tausendfach von dem Reichsführer der SS Himmler, angefordert hatte. Ein Beispiel ist die Produktion der so genannten Wunderwaffe V2 in Nordhausen/Thüringen. Ein Konzentrationslager, welches unter vielen anderen auch die unmenschlichsten Bedingungen aufzuzeigen hatte. Speer besuchte diese Produktionsstätte mehrmals und begegnete den Häftlingen durchaus. Für uns trägt dieser Mann mehr Verantwortung an dem Holocaust und an den Kriegsverbrechen der Nazis, als so manch einer, der in Nürnberg gehängt wurde.

speer-zwangsarbeiter (Foto: Albert Speer besucht einen Rüstungsbetrieb/im Vordergrund stehen Zwangsarbeiter)

Nach seiner Entlassung 1966 aus dem Gefängnis in Berlin Spandau, rehabilitierte sich Speer als Autor von Büchern und wurde anerkannt als Architekt, der seinen Beruf heherrscht. Speer konnte 15 Jahre lang noch einmal Karriere in Deutschland-West machen. Zwar sah man ihn in manch Kreisen skeptisch, aber vergessen war, dass er Täter und nicht nur Schaulustiger zwischen 1933 und 1945 war. So zum Beispiel in Bezug auf das Wissen über die Deportationen von Juden und die Selektionen in Ausschwitz von denen er behauptete nichts zu wissen. An dieser Stelle ein Hinweis auf Wikipedia: „Neu aufgefundene Dokumente legen nahe, dass Speer den Ausbau des Zwangsarbeits- und Vernichtungslagers Auschwitz nicht nur kannte, sondern auch aktiv vorantrieb.[13] Die Selektion der Häftlinge in Arbeitsfähige für die Rüstungsindustrie und in für die Vernichtung bestimmte Alte, Kranke und Kinder entsprach seinen Interessen. Als Rüstungsminister brauchte er Zwangsarbeiter und als Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt hatte er für die Neugestaltung Berlins die Massendeportation der Berliner Juden betrieben. Die Recherchen und ihre Bewertung durch die Historiker sind auch auf diesen Gebieten noch nicht abgeschlossen.“

Albert Speer ist Täter und nicht der arme Mitläufer, der nur auf seine Karriere achtete. Nein Albert Speer war überzeugter Nazi und liebte seinen Führer Hitler. Nur so kann man erklären, dass er in den letzten Kriegstagen sich im Führerbunker in Berlin eintraf, um sich von Eva Braun und Hitler selbst zu verabschieden. Eine innige Liebe und nicht der Befehlsempfänger verband Speer mit Hitler. Hier gibt es genug Bildmaterial , die jene verkörpern.

Albert+Speer+and+Hitler

Albert Speer wollte Hitlers Träume erfüllen (siehe Foto)

Fast wie ein verliebtes Pärchen planten Hitler und Speer die neuen architektonischen Spielzeuge für Deutschland. Letztendlich war es auch Speer egal, mit welchen MItteln diese Träume umgesetzt werden sollten. Und in der Rolle als Rüstungsminister war der Einsatz von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen offensichtlich auch kein Problem für Speer, um dem Führer Hitler zu imponieren. Da gibt es heute Leute die behaupten, Speer hätte nur seine Karriere im Auge gehabt, und man könne doch davon ausgehen wenn man die Chance gehabt hätte, hätte man genauso gehandelt. Na sauber!, Nur es gibt für uns einen gravierenden Fehler in dieser Denkweise. Speer war einer derjenigen, der billigend den Tod von Millionen Menschen in Kauf genommen hatte, um seine Ziele zu erreichen die zum Glück aufgrund des Verlaufes der Geschichte nie erreicht wurden.Eine Schmach, dass Menschen wie Speer 15 Jahre lang als unbescholtene Bürger in der BRD gelebt haben. Immer mit einer kleinen Entschuldigung, aber mit der Behauptung, man habe ja nichts gewusst. Speer wurde wie Rudolf Hess, Baldur von Schirach und Karl Dönitz (alle drei gehörend zu Hitlers Regime) als er 1981 starb, normal beerdigt. Diese vier Gräber sind noch heute Wallfahrtsorte für Nazis und neue Rechtsextremisten. Sie gelten trotz ihrer in den letzten Kriegsjahren stattgefundenen angeblichen Wendung der Einstellung gegenüber Hitlers immer noch als Vorbilder. Man denke nur an die Naziaufmärsche in Wunsiedel/Bayern, wo Rudolf Hess (Hitlers Stellvetreter) begraben liegt.

Aufgrund der Vernichtung tausender, wenn nicht gar Millionen von Akten der Nazis, wissen wir nicht wer ähnliche Biografien wie Speer im Kleinen und im Großen aufzuzeigen hatte. Eins steht fest, so manch ein Kriegsverbrecher und Mörder konnte unbehelligt in Deutschland leben. Speer ist prominent und starb reich und wahrscheinlich relativ glücklich. Geschichtsaufarbeitung in Deutschland ist eben ein schwieriges Unterfangen. J. M. für LGN

Mehr Informationen über Alber Speer finden Sie hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Speer#Architektur_und_Stadtplanung

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