22.10.2010: Heldentum der Nazis – Wallfahrtsorte – CSU Staatssekretäre die Nazi-Verbrecher verehren – Bundeswehrkasernen mit NS-Verbrechern als Namensgeber – Harmlose SS-Kameraden die nur ihrer Gefallenen gedenken wollen – zwei Beispiele für die Geschichtsaufarbeitung in Deutschland aus dem Jahre 2007 – Peinlich!

SS MCHCQCARCDWP8CAV44EIWCAGCFP5VCA6XOSBWCAFNERFDCAWCP0ENCAWZEQAOCAP0XZT6CAM3SQYFCA83SHKTCA1IK9SDCAN0M1H3CAXAMLJRCAJ127JRCA1QYQ9SCA2B16MGCAVN19VK

Wir beschäftigen uns seit einigen Wochen mit der Geschichtsaufarbeitung in Deutschland. Vielleicht ist es gar kein so großes Wunder, dass die rechtsextreme Szene Zuwächse erlebt. Selbst Demokraten wie ein CSU Staatssekretär lassen sich vom Heldentum alter Nazi-Soldaten anstecken. Damit verbunden berichtete das ARD – Format Kontraste über den Fall „Mölders“. Mölders war Pilot und eingefleischter Nazi unter Hitler. Ein Verehrer des Regimes. Kontraste deckte 2007 auf, wie mit diesem Namen auch in der Bundeswehr umgegangen wurde. Mölders galt bis dahin auch als Vorbild für Piloten. Eine Jagdstaffel und eine Kaserne der Bundeswehr wurden Jahrzehnte lang gar nach ihm benannt. Der CSU Staatssekretär Schmidt besuchte damals Ehrenfeiern unter Mitwirkung von Rechtsextremen und kämpfte dafür „Mölders“ auch weiterhin als Vorbild-Figur für die soldatischen Tugenden bei der Bundeswehr stehen zu lassen. Das Video folgt unter dem Artikel.

Das zweite Video, welches aus dem Jahre 2007 stammt, zeigt noch einmal wie in Bayern in der Gemeinde Schliersee alte SS-Angehörige mit neuen Rechtsextremen eine Gedenkfeier zu Ehren der Gefallenen auf einem Berg jahrelang begingen. Nun, wir fragten uns ja bisher immer, wo die 70% nicht verurteilten SS-Schergen in Deutschland abgeblieben sind. In dem Beitrag des Magazins „Zeitspiegel“ (BR) wird ganz deutlich, worauf wir immer wieder hinweisen.

Vielleicht ist es kein Wunder, wenn wir eine neue starke rechtsextreme Szene mit den Traditionen der alten Nazis permanent in Deutschland erleben. Wir wollen einmal die These aufstellen, dass die eingefleischten NS-Verbrecher, Angehörige der SS und die Mitläufer die immer noch fasziniert auf den Führer Hitler starrten, in den letzten sechzig Jahren durchaus auch mitgeholfen haben, dass diese Szene weiterlebt. Die SS-Angehörigen schworen damals ewige Treue mit allen von den Nazis vorgeschriebenen ideologischen Grundlagen wie Antisemitismus und die Verkörperung einer Herrenrasse. Offensichtlich konnten diese nicht nur Jugendliche faszinieren, die heute wieder „Sieg Heil“ schreien und zu Wallfahrtsorten wie Kriegsdenkmälern, Soldatenfriedhöfen und sonst wo hin pilgern. Nein, auch die direkte Nachkriegsgeneration scheint immer noch von den alten Nazi-Tugenden und Helden fasziniert, wie eben der Staatssekretär Schmidt. Verehrung für deutsche Helden? Na super und doch auch kein Wunder. Nehmen wir einmal die Bundeswehr. Bei der Gründung unserer Verteidigungsarmee wurden alte Wehrmachtsoffiziere zur Organisation herangezogen. Wahrscheinlich wurden gerade des Wegen auch Kasernen nach Kriegsverbrechern benannt. Die Stadt Hamburg hat ihre betreffenden Kasernen erst Ende der neunziger Jahre umbenannt. Grandios und im Kontext zu Europa und der Welt doch mehr als peinlich.

Das SS Treffen-ein Beitrag von „Zeitspiegel“ 2007:


SS und alte Kameraden – Traditionspflege in Schlie… – MyVideo

CSU Staatssekretär liebt NS Heldentum – ein Beitrag des ARD Magazins „Kontraste“ 2007:


csu-staatssekretär mag ss-kriegsverbrecher – MyVideo

Wir weisen an dieser Stelle zu dem Thema auch gerne auf einen redaktionellen Beitrag unserer Kollegen von „Netz gegen Nazis“ hin: www.netz-gegen-nazis.de

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Musik, Online Radio, Politik, Rechtsextremismus, Spenden, Verein, YouTube veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.