25.06.2010: Manchmal hört er am Telefon nur den Atem oder eine Stimme sagt: „Wir wissen, wo du wohnst – Du wirst nicht mehr lange leben – Verschwindet! Jude verrecke!“ – Eine von über 1.400 Drohungen gegen einen jüdischen Gastronomen in Chemnitz – Antisemitismus als Alltag!

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Bevor wir auf unsere Kollegen unserer Partner von mut-gegen-rechte-gewalt.de verweisen, wollen wir ernüchternd feststellen, dass sich Geschichte hierzulande durchaus wiederholen kann. „Spur des Hasses“, so heißt der Artikel auf den wir gestossen sind. Ein jüdischer Restaurantbesitzer in Chemnitz wehrt sich seit zehn Jahren dagegen eine Stadt zu verlassen. In diesen Jahren erlebte er einiges. Sein Laden wurde mit Hakenkreuzen beschmiert, regelmäßige Drohanrufe scheinen  alltäglich, Schweineköpfe als Symbol für den Hass der Nazis und Zerstörungen rund um den Laden nimmt er nunmehr von Beginn seiner Arbeit an zur Kenntnis und wollte doch nie aufgeben.

Wir sprechen viel über Geschichtsaufarbeitung, die in Chemnitz wohl keine Wirkung hatte. Hier werden Personen nach alten Strickmustern der Nazis bedroht und unter Druck gesetzt. Unvorstellbar erscheint die Geschichte des Restaurantbesitzers, wenn man an die Geschehnisse vor ca. 70 Jahren denkt. Ab 1945 hieß es- es dürfe -nie wieder in Deutschland, Antisemitismus und Menschenverachtung, Einzug halten. Das Beispiel von Chemnitz ist ein Indiz dafür, dass Aufklärung und das Lernen aus der Geschichte in manchen Kreisen nicht stattgefunden hat. Und das Schlimme ist, in Teilen der Bevölkerung werden solcherlei Taten glatt gebilligt. Das erinnert wirklich an deutsche Geschichte. Die Täter und die Zuschauer-die nachher zu angeblichen Mitläufern geworden sind und nach der Beendigung des Naziregimes auf einmal mit nichts mehr zu tun hatten.

Also, wenn wir das so richtig verstehen, ist Antisemitismus und der damit verbundene Hass allgegenwärtig. Unerträglich diese Vorstellung, angesichts der sechs Millionen von den Deutschen ermordeten Juden in Europa. J. M. für LGN

Hier der Artikel unserer Kollegen:

http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/reportagen/spuren-des-hasses/

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