30.05.2010: In Tostedt (Niedersachsen) hüllte sich die Polizei nach einem Angriff von Nazis mit Stahlrohren und Spaten auf die Wohnung eines Jugendlichen am Pfingstmontag in Schweigen – schlecht für das Image der Kleinstadt?

Cyber_N2_tostedt_4spSW Tostedter Nazis (Foto: TAZ)

„Die Wände waren voller Blutspritzer, auf dem Boden des Hausflurs hatten sich Blutlachen gebildet. Die Spuren stammten von einem Überfall, bei dem Neonazis am Pfingstmontag im niedersächsischen Wistedt Jugendliche in einem Wohnhaus angegriffen hatten. „Mit Spaten und Stahlrohren schlugen die auf drei von uns ein“, sagt Frank Mayer (Name geändert). Eine Pressemitteilung der Polizei zu dem Vorfall findet sich nicht – bis heute.“ (Einleitung der TAZ)

Wistedt liegt bei Tostedt, 60 km von Hamburg entfernt. Uns ist schon seit geraumer Zeit bekannt, dass Tostedt ein ziemlich großes Problem mit der rechtsextremen Szene hat. Abgesehen davon, dass der Obernazi Christian Worch irgendwann dort hinzog, tummeln sich auch Kameradschaften in dem Landkreis. Am Pfingstwochenende überfielen Nazis die Wohnung eines Jugendlichen, der sich auch in der Antifa engagiert. Als die Polizei eintraf, waren die Rechtsextremen geflohen und die Polizei ging eher gegen die Angegriffenen vor. Das Zitat eines Polizeisprechers spricht für unsere Vermutung, dass solcherlei Fälle oftmals nicht als rechtsextreme Straftat in Verfassungsschutzberichten registriert werden: Von einem politischen Konflikt wolle er nicht gleich ausgehen. „Wir wissen von dem Beginn der Auseinandersetzung noch zu wenig“. Ein Beispiel dafür, dass die Polizei selbst einschätzen muss, ob eine politisch motivierte Straftat vorliegt, oder nicht. In Tostedt gab es wohl von oberster Stelle (Zitat des Polizeisprechers) die Anweisung, keine Pressemitteilung zu diesem Fall zu versenden.

Immer wieder tragen Leute an uns heran, dass es in und um Tostedt massive Probleme mit der rechtsextremen Szene gibt. Die Stadt selbst hüllt sich permanent in Schweigen. Man möchte ja eine saubere anständige Atmosphäre vermitteln. Kommunalpolitik zum Anfassen. Unsere Stadt ist sauber!-scheint auch hier das Motto. Aus Bekanntenkreisen hören wir gar soetwas wie: „…die paar Verwirrten sind doch nicht wichtig“. In diesem Fall sind Menschen zu Schaden gekommen und gerade deshalb, sollten die Behörden in der niedersächsischen Kleinstadt endlich aufwachen. Hauptsache alles schön, so ist das Motto offensichtlich.

Hier der Link zum TAZ-Artikel: http://taz.de/1/nord/artikel/1/nazis-nicht-bei-uns/

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