23.04.2010 Deutschland: Die hässliche Fratze der rechtsextremen Szene oder „Die Geister, die wir nicht riefen“ – es gibt sie wirklich

nazigespenst3_sm Wir sehen keine Gespenster-die sind echt

Trauermärsche, Nazikult-Veranstaltungen und auch in diesem Jahr wahrscheinlich wieder reichlich 1. Mai Kundgebungen. Sie sind eben doch da. Die rechtsextreme Szene, die man sehr gerne übersieht, agiert nicht nur im Dunkeln, sondern durchaus auch auf der Straße. Wir recherchieren derzeit, wo sich Nazis gerne zu 1. Mai Kundgebungen versammeln wollen. Ein Artikel hierzu, erscheint in den nächsten Tagen.

Bei aller Theorie und Politik, sollten wir gewarnt sein. In diesem Artikel finden wir Bilder von denjenigen, die ja wie manche Kreise verlauten lassen, gar nicht wirklich existieren und zur Ausnahmeerscheinung deklariert werden. Zumindest die Fotos, die in Hamburg, Dresden und Lübeck entstanden sind, sprechen eine andere Sprache. Sicher, die Gerippe-Kostüme auf dem obigen Foto sollen die Toten durch die Bombardierung von Städten im Zweiten Weltkrieg symbolisieren. Eben Geschichtsrevisionismus und Menschenverachtung pur, die den harmlosen Betrachter, wenn er nicht politisch sensibilisiert ist, durchaus in seinen Bann ziehen können. Das ist eben die Gefahr, die grundsätzlich von der rechtsextremen Szene ausgeht.  Verblendung.

nazis 3 10_sm (2) Foto: S. M. für LGN

Ein Schild mit Symbolcharakter. „Linksabbieger-Vorsicht Gegenverkehr“. Wir hoffen, dass auch die Geradeausfahrer und somit die Demokraten bzw. die Mitte der Gesellschaft endlich begreifen, dass von denen, die die Linksabbieger davon abhalten zu fahren, auch endlich erkannt werden müssen. Die Gesellschaft, die aus der demokratischen Mitte kommt und noch auf der Hauptstraße fährt, ist verantwortlich dafür, dass zu weit Rechtsfahrende keine Chance erhalten, ihre Ideologie auf die Straße zu bringen. Dazu gehören wir alle. Und die Floskel „Hingucken“ gewinnt gerade heute, in einer Zeit in der Blindheit und Ignoranz Tagesgeschäft ist, wieder an Bedeutung. Eine Verharmlosung der rechtsextremen Szene birgt ein großes Risiko und verunglimpft die fast 1.000 registrierten Gewaltopfer jährlich. Abgesehen von dem Druck so mancherorts, der durch die rechtsextreme Szene ausgeübt wird. Ausgeübt auf Andersdenkende, Migranten, Homosexuelle und so viele Menschen. Schon längst gewordener Alltag in manchen Regionen. Selbst im Saarland, dem kleinsten Bundesland konnten wir die Stimmung spüren. Allein dort wurden 200 Menschen von Rechtsextremen angegriffen.

nazi 6 8_sm (3) Tradition lebt weiter

Fahnen schwingen, Wagner über Lautsprecherwagen, im Gleichschritt und geordnet marschieren. Ganz in der Tradition der alten Nazis, versuchen Rechtsextreme ein einheitliches Bild abzugeben, wenn sie die Straße besetzen. Da fällt gar nicht auf, dass diese keine Braunhemden tragen. Ein Aussteiger und ehemaliger, so genannter Führungskamerad berichtete uns, eine Kleiderordnung soll es heute nicht mehr geben. Die Ansage der rechtsextremen Funktionäre ist deutlich „Du musst Deutschland im Herzen tragen“. Wahrscheinlich kann die Szene ihre Anhänger nicht mehr beeinflussen, denn diese wollen ja auch irgendwie hipp sein und kommerzielle Mode tragen. Eben genau dieser Zustand macht die Szene noch gefährlicher. Optisch unterscheiden sich Nazis nur noch geringfügig von der normalen Gesellschaft. Gar Bekleidung von Punks und Autonomen wurde von der rechtsextremen Szene übernommen.

nazis 7 4_sm (2) Als Normalos getarnt

Wir sind gespannt, welche Formen des Auftritts die rechtsextreme Szene in diesem Jahr wählt. Wir sagen : Aufpassen!!!

J. M. für LGN

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