Europa-Auschwitz: Der Diebstahl des Schriftzuges „Arbeit macht frei“ ist mehr als eine Schändung

4-2-2_01_tor_auschwitz Symbol des Völkermords

Bisher haben wir zu dem Diebstahl des Schriftzuges „Arbeit macht frei“ in Auschwitz noch nicht reagiert. Für uns ist diese Tat mehr als ein Schock. Hier geht es nicht nur um den Diebstahl eines Symbols des Völkermordes an sechs Millionen Juden durch die Nazis. Hier geht es um mehr. Wie aus polnischen Polizeikreisen vermutet wird, haben offensichtlich Neonazis die Tat begangen. Wie pervers müssen deren Denkweisen sein, denn sollte sich dies bewahrheiten, kann man sich vorstellen wie diese damit umgehen. Ein blanker Horror, wenn wir davon ausgehen, dass der Schriftzug auf Kameradschaftstreffen zum Einsatz kommt und gröhlende Nazis sich daran erfreuen. Uns zeigt dieser Fall aber auch wie verquickt die neue rechtsextreme Szene mit den traditionellen Nazis ist. Vorausgesetzt es waren Nazis, die in einer Nacht am Werke waren. Wenn wir ehrlich sind, vermuten wir genau das. Wer sollte sonst so pervers sein, sich an einem solchen Symbol zu vergehen.

Tragisch ist die Tatsache, dass die damaligen Überlebenden geschockt sein müssen. In den letzten 64 Jahren dürften diese gehofft haben, dass antisemitische Tendenzen in Europa und die Erinnerung an das Vernichtungslager Auschwitz, Erinnerungen bleiben. Durch diesen Diebstahl wird deutlich, dass die Geschichte nicht geholfen hat, das Treiben von Nazis zu unterbinden. Hier sind wir wieder bei dem Thema Geschichtsaufarbeitung. Dieser Diebstahl ist mehr als eine Kriegserklärung, wie ihn der „Zentralrat der Juden in Deutschland“ bezeichnet hatte. Dieser Diebstahl ist ein Synonym für den aktuellen Zustand in Europa und Deutschland. Das Aufleben rechtsextremistischen und menschenverachtenden Gedankengutes geht einher mit dieser Tat. Wir müssen angesichts der letzten Prognosen damit rechnen, dass wir mit der rechstextremen Szene noch arge Probleme bekommen werden. Diese wächst wieder unverhohlen und das ist wirklich traurig . J. M. für LGN

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