Deutschland: Wir präsentieren gemeinsam mit der DGB Jugend die Antirassismuswochen vom 15. bis 28. März 2010 in Saarbrücken – auch das Saarland hat ein Problem

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Die DGB Jugend Saarbrücken, das Café Exodus und das JUZ in Saarbrücken, veranstalten vom 15. bis 27. März 2010 die Antirassimuswochen in der Landeshauptstadt des kleinsten Bundeslandes  „Saarland“. Wir präsentieren diese Veranstaltung nicht nur, sondern werden auch die geplanten Inhalte mit Aktionen, Podiumsdiskussionen und einem Konzert füllen. Das Saarland ist ein typisches westliches Bundesland mit den entsprechenden Problemen die wir kennen. Die rechtsextreme Szene, und damit meinen wir nicht die NPD oder eine rechtsextreme Partei, ist ebenfalls stark vertreten. Ins Besondere im Kreis Saarlouis, machte auch eine Kameradschaft von sich reden. Als wir jüngst in der Stadt waren, berichteten uns die beteiligten Partner von immerwieder auftretenden Rechtsextremen in der Stadt Saarbrücken und im Umland. Rechtsextreme gewinnen eben nicht bei Wahlen, sondern existieren im Dunkeln – auch im Saarland.

Im Rahmen der Antirassimuswochen werden wir nicht nur das Thema Rassismus beleuchten. Themen wie Ausgrenzung, Antisemitismus, Homophobie und das Streben nach nationalem Gebaren unter dem Vorbild der alten Nazis, werden ebenfalls Thema sein. Geplant sind auch Podiumsveranstaltungen mit Aussteigern aus der rechtsextremen Szene sowie mit Opfern rechter Gewalt.

In Bezug auf die NS – Vergangenheit hat das Saarland nicht gerade eine rühmliche Geschichte. Bei der Saarlandabstimmung am 13. Januar 1935, wollte man unbedingt zum „Deutschen Reich“ gehören. Adolf schenkte der Stadt Saarbrücken als Belohnung ein neues Staatstheater. Hitler selbst und SS-Reichsführer Himmler, wohnten der Einweihung bei. Noch ein Grund mehr für uns in unmittelbarer Nähe ein Zeichen zu setzen. Geschichte dürfen wir nicht vergessen und dort wo derlei Tendenzen alltäglich sind und wie im gesamten Bundesgebiet wieder aufkeimen, wollen wir handeln. J. M. für LGN

staatstheater untitled Staatstheater Saarbrücken (ehemals Gautheater Saarpfalz)

Informationen zur Geschichte:

Mit dem Bau eines Schauspielhauses in Saarbrücken im Jahr 1787 durch Graf Ludwig wurde die Saarbrücker Theatertradition begründet. Nachdem auch das am 18. Februar 1897 mit Ambroise Thomas’ Oper Mignon eröffnete Alte Stadttheater in der Stengelstraße zu klein geworden war und den Bedürfnissen nicht mehr genügte, wurde ein Theaterneubau ins Auge gefaßt. Von den NS-Größen nach der Saarabstimmung vom 13. Januar 1935 versprochen, ließ der endgültige Bescheid bis zum 12. Mai 1936 auf sich warten. Das damalige Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda teilte mit: „Die Stadt baut das Theater, das Finanzministerium stellt der Stadtverwaltung für 1936 rund zwei Millionen Reichsmark zur Verfügung.“

Mit dem Bau wurde der Architekt und Baumeister Professor Paul Baumgarten beauftragt. Dieser hatte schon am 23. März 1936 die fertigen Pläne vorgelegt, so daß bereits im April 1937 die Stahlkonstruktion auf das Fundament aufgesetzt werden konnte. Am 16. September 1937 wurde das offizielle Richtfest gefeiert und ein Jahr später, am 9. Oktober 1938 konnte das neue Theater eingeweiht werden. Vor dem Hintergrund des erst wenige Tage zuvor vollzogenen Anschlusses des Sudetenlandes an das Deutsche Reich, nutzten die nationalsozialistischen Machthaber die Einweihung des Saarbrücker Theaters zu einem wahren Polit-Spektakel. Joseph Goebbels verlieh „Deutschlands neuestem und modernstem Theater“ den Namen Gautheater Saarpfalz. Neben Goebbels und anderen Größen des Dritten Reiches wohnten an diesem Abend Hitler und auch Himmler der Festaufführung von Richard Wagners Fliegendem Holländer bei.

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