Deutschland: Ergänzung zu unserem Artikel zur Geschichtsaufarbeitung – rechtsextreme Straftaten steigen weiter – bis zum September wurden 529 Gewaltopfer durch Rechtsextreme gemeldet – knapp 11.000 Straftaten – ein böser Trend

gewaltopfer images So sehen Nazis nicht mehr aus

Die Nachrichtendienste des Bundes und der Länder sehen keine Trendwende im Zuwachs in der rechtsextremen Szene. Gerade, weil die NPD an Bindewirkung in rechtsextremen Kreisen verliert, ersetzen gewaltbereite freie Kräfte diese. Nicht auf parlamentarischer Ebene ist ein Zuwachs spürbar. Die Nachrichtendienste rechnen mit der Zunahme von rechtsextremen Straftaten und einer deutlichen Vermehrung von Menschen mit rechtsextremen Gedankengut. Ein Verbot der NPD ist hier nicht wirksam, sondern führt eher zu Irritationen in der Gesellschaft. Der Glaube, mit einem Verbot der rechtsextremen Partei würde man das Problem beseitigen, ist ein Irrglaube.

Der September 2009 ist der gewalttätigste Monat. 1.488 Straftaten mit 98 Gewalttaten bei denen Menschen durch Rechtsextreme verletzt wurden, sind nunmehr registriert und eine bittere Wahrheit. Pro Tag sind dies 3,3 Gewalttaten durch Rechtsextreme und Nazis. Überhaupt stellt sich das Jahr bis zum September 2009 mit 529 Gewaltopfern dar. Nachmeldungen werden hier kommen und auch erwartet. Die Dunkelziffer liegt weitaus höher. Fachleute gehen davon aus, dass die Anzahl aller rechtsextremen Straftaten gegenüber 2008 nochmals immens steigt.

Wir arbeiten seit dem Jahre 2000 mit dem Thema Rechtsextremismus sowie der Vergangenheitsbewältigung in Deutschland  und ihren Folgen. Seitdem warnen wir vor der Ausbreitung rechtsextremisten Gedankengutes und vor der Aggressivität der Szene. Im Jahre 2001 gab es 705 Gewaltopfer durch Rechtsextreme. Im Jahre 2008 waren es 1.113. eine Steigerung von  über 40%. Und weiter gehts. Die Probleme erkennen und bekämpfen sind Aufgabe der Zivilgesellschaft und der Politik. Bis heute wissen wir immer noch nicht, wie die neue Bundesregierung demokratische Bürgerinitiativen gegen den braunen Spuk , fördern will. Ganz im Gegenteil, so mancher Orts schaut Politik einfach mal weg. Siehe Hamburg. Keine Statements des Bürgermeisters Ole von Beust oder seiner Stellvertreterin zu aktuellen Übergriffen und Skandalen. Ein Zustand, der unangenehm ist, angesichts des Trends. Auch bundesweit, gibt es wenig Reaktionen von denjenigen, von denen wir es erwarten. Verdrängen und Vergessen ist der Trend auf der anderen Seite. Die Bundestagsabgeordnete Krista Sager sagte einmal „… 30% der Bundesbürger tragen rechtsextremes Gedankengut in sich, aber Sie glauben doch nicht, dass diese unsere Demokratie gefährden!“ Liebe Frau Sager, doch-genau das glauben wir!!!!

Ein weiterer Artikel zu dem Thema:

http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/meldungen/2009-rekordjahr/

 

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