Deutschland-Hamburg: Geschichtsaufarbeitung auf deutsch – Gedenktafel an Opfer des Nationalsozialismus entfernt – Argument: Geschäftsschädigung!

Häftlinge da6d66e4a0 Häftlinge aus dem Konzentrationslager Neuengamme

Uns ist hinreichend bekannt, dass es um die Geschichtsaufarbeitung in Deutschland sehr schwierig steht und stand. Ein aktueller Hamburger Fall sollte doch arg zu denken geben. Die Spaldingstraße ist eine der wichtigsten Verbindungen und eine der meistbefahrenen Straßen in Hamburg. Genau an diesem Ort steht ein Gebäude, welches ab 1944 von der SS zum Außenlager vom Konzentrationslager Neuengamme erklärt wurde. 2.000 jüdische Häftlinge wurden dort eingepfercht und zu unmenschlichen Arbeitseinsätzen in der Stadt verteilt. Unter anderem zum Entschärfen von Bomben und zu Aufräumarbeiten. Ca. 800 Häftlinge starben durch Hunger und Krankheit an diesem Ort. Im Oktober 2009 (64 Jahre nach Kriegsende) rang man sich dazu durch dort eine Gedenktafel für die Opfer zu installieren.

Der Mieter (ein Büromöbelhändler) und der Immobilienverwalter des instandgesetzten Gebäudes in dem der Tod durch Menschenverachtung gegen Ende des Krieges einzog, störten sich an dieser Erinnerung und entfernten die Tafel. Der Büromöbelhändler gab in einem Interview bei der Hamburger Morgenpost an, dass diese Tafel im höchsten Maße geschäftsschädigend sei. Mit Zustimmung des Immobilienverwalters hängte man diese auf einen Hinterhof, dessen Zutritt für die Öffentlichkeit verboten ist. Und es ist wie immer – die Stadt Hamburg schweigt. Lesen Sie morgen einen ausführlichen Artikel zu diesem Fall und zu der Ignoranz von so manch einem Bürger, wenn es um die Erinnerung an das Geschehene geht. Wir sind nicht nur empört. Für uns zählt so ein Verhalten leider zum Alltag. Also, kein Phänomen, sondern wohl ein ganz normaler Vorgang. J. M. für LGN

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