Fußball: Die Hoffnung stirbt zuletzt – Die Angst vor Randale beim Nordderby der 2. Fußball Bundesliga zwischen Hansa Rostock und dem FC St. Pauli am Montag den 02. November besteht weiterhin

st-pauli-rostock märz1img_2182-300x199 Hansa Rostock Fans am Millerntor (Saison 2008/2009)

Am Montag, den 02. November 2009 treffen Hansa Rostock und der FC St. Pauli im Hinspiel der 2. Bundesliga in der aktuellen Saison aufeinander. In der letzten Saison wurden FC St. Pauli Fans und auch Spieler des Hamburger Kiez Vereins massiv angegriffen und u. a. rassistisch beleidigt. Damals hatte der DFB jenes Spiel nicht mit einer erhöhten Sicherheitsstufe belegt.

Beim Rückspiel der letzten Saison im März dieses Jahres waren wir selbst zugegen (Blog-Artikel v. 08. und 09. März 2009) und durften Bericht erstatten. Für unsere Artikel erhielten wir auch den Vorwurf, wir würden einseitig schreiben und die Rostocker Fans in Sippenhaft mit denjenigen nehmen, die klar und unmissverständlich gewaltbereit waren. Von den damals 750 mitgereisten Fans zum Millerntor, war durchaus anzunehmen, dass die Mehrheit nicht in sportlicher und friedlicher Absicht nach Hamburg gereist ist. Immerhin waren mehrere Hundertschaften der Polizei von Nöten, damals Schlimmeres zu vermeiden und dafür zu sorgen, dass diese nicht ausscheren konnten.

st-pauli-rostock 2 7-img_2162 Hansa Rostock Fans im März 2009

Nun gut, wir wollen auch versuchen die Geschehnisse objektiv zu betrachten. Jedoch fällt dies sehr schwer. Angesichts des Gebarrens, wenn auch nur einer Minderheit der Rostocker Fans, läßt sich nicht darauf schließen, dass die Begegnungen zwischen dem FC St. Pauli und Hansa Rostock als normales faires Sportereignis angesehen werden könnten. Aufgrund der Ausrichtung unserer Kampagne geben uns rassistische, homophobische und antisemitische (z. B. wir bauen Euch eine U-Bahn von St. Pauli nach Auschwitz) von Rostocker Fans durchaus Anlass zur Sorge und sind ein Indiz für die Existenz rechtsextremer Tendenzen in den Fanblöcken – auch wenn diese (wir betonen) in der Minderheit sein mögen. Die üblichen Affengeräusche und massiven verbalen rassistischen Gesänge, wenn beispielsweise der FC St. Pauli Spieler Sako am Ball ist, sprechen auch für sich.

Die Mehrheit der Rostocker Fans (zumindest gehen wir anhand der Kommentare auf unserem Blog davon aus) könnte mit Courage dazu beitragen, die gewaltbereiten Hooligáns mit so mancher rechtsextremer Ansicht im Zaum zu halten. Unser Appell geht genau in diese Richtung. Vorurteile können sich am besten abbauen lassen, indem diejenigen gegen die sie gerichtet sind helfen, rassistische Tendenzen einzudämmen. Liebe Rostocker Fans – zeigt doch einfach einmal, dass Ihr gegen die aggressiven Minderheiten in Eurem Stadion steht und zeigt jenen deutlich, dass diese nicht erwünscht sind, wenn der FC St. Pauli bei Euch zu Gast ist.

Trotz erhöhter Sicherheitsvorkehrungen befürchten nicht nur wir, dass eine Eskalation stattfinden wird.

Trotz der offensichtlich tiefverwurzelten Feindschaft unter den Fans beider Mannschaften appelieren wir für eine faire Begegnung in der Ostseestadt. Dies gilt für beide Lager. Der Fußball selbst sollte als Sport im Mittelpunkt stehen. J. M. für LGN

Erster Kommentar (s. auch unten)

Eingereicht am 29.10.2009 um 21:58

Ich schreibe bewusst anonym, da ich nicht will, dass einige hier aus meiner Fanszene mich nachher wieder durchs Dorf hetzen.

Was du schreibst hat durchaus seine Richtigkeit; nur fällt es schwer gegen eine breite Masse an Leuten als einzigster anzukommen. Viele profilieren sich in unserer Fanszene nur selbst, denken nur an sich und an ihre Interessen. Dadurch schaden sie die breite Masse.

Es gab am 6.3 Gegenstimmen gegen Fehlverhalten. Als die Pyro losging, schrie ein nicht unerheblicher Teil “Schwachköpfe”.

Dieser Teil wurde von der breiten Masse zum Schweigen gebracht.

Hoffen wir auf ein ruhiges Spiel.

Ein Hansafan, dem St. Pauli ein sympatischer Verein ist und der mit “Hass” im Fußball nichts anzufangen weiß.

Hier einige Artikel zum Thema:

http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/zweite-liga/2009/10/29/fc-st-pauli/sako-angst-vor-hass-spiel-in-rostock.html

http://www.abendblatt.de/sport/article1249059/St-Pauli-bei-Hansa-Angst-vor-Gewalt.html

http://www.express.de/nachrichten/sport/fussball/pauli-coach-bei-niederlage-brennt-die-ganze-stadt_artikel_1253811724730.html

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