Deutschland-Thüringen: Pößneck zeigt Flagge gegen Nazis und wird hoffentlich bald „Riegerfrei“!

Am Samstag den 28. März 2009 kam in Pößneck nun doch alles anders als erwartet. Kein Parteitag der NPD und Dank der Zusammenarbeit der Stadt Pößneck, dem Landratsamt und der Polizei auch kein Nazikonzert. Dies wurde untersagt. Wir würden uns wünschen, wenn diese Stadt es nach so vielen Jahren schafft, dem Hamburger Nazianwalt Jürgen Rieger so in die Suppe zu spucken, dass dieser endlich das von ihm erworbene Schützenhaus aufgibt.

 

Lesen Sie hierzu einen Nachbericht von C. M.:

Pößneck zeigt Flagge gegen Nazis – Demokratisches Bündnis demonstriert vor Rieger-Immobilie

 

In der vergangenen Woche wurden mehrfach Spekulationen laut, die NPD könne ihren ausstehenden Bundesparteitag am Samstag den 28. März im Pößnecker Schützenhaus abhalten. Die Immobilie ist seit Jahren Dreh- und Angelpunkt rechtsextremer Tendenzen in Thüringen, speziell im Saale-Orla-Kreis. Das Areal befindet sich nach wie vor im Besitz des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Nationaldemokraten und bekennenden Holocaustleugners Jürgen Rieger.

 

 Friedliche Blockade der Zufahrtsstraße / Schützenhaus

 

Sicher war zunächst nur, dass beim zuständigen Ordnungsamt die Anmeldung eines Konzertes mit bis zu 4 Bands vorlag. Dies nahmen verschiedene demokratische und antifaschistische Gruppen zum Anlass und riefen zu einer gemeinsamen Protestkundgebung in Pößneck auf. Zu den Initiatoren gehörten die antifaschistische Koordination Erfurt, das Pößnecker ABC Aktionsbündnis Courage, die Weimarer Bürgerinitiative gegen Rechtsextremismus, das Landesjugendwerk, die Thüringer SPD und Linke, IG Metall, die evangelische Kirche, Vertreter der Stadt und des Kreises sowie sehr zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aller Altersklassen. Die Zahl der Teilnehmer wurde einheitlich mit ca. 300 beziffert. Die Route führte in etwa zweieinhalb Stunden um das Schützenhaus herum, wobei „probeweise“ sämtliche Zufahrtswege blockiert wurden. Zur Abschlusskundgebung in Sichtweite zum Schützenhaus sprachen u.a. Vertreter der Linken, der evangelischen Kirche  sowie Landrat Frank Rosner.

 

 Abschlusskundgebung/Hintergrund-das Schützenhaus/rechts     

 

Nachdem es in den vergangenen Jahren immer wieder Schwierigkeiten gegeben hatte wenn es darum ging, Kräfte im Kampf gegen neonazistische Bestrebungen im Saale-Orla-Kreis und in Pößneck zu vereinen, konnte am vergangenen Samstag hier ein deutliches Zeichen gesetzt werden. Es bleibt zu hoffen, dass sich dieser Trend fortsetzt und zukünftig nicht nur reagiert wird, sondern aktiv und konsequent gegen jegliche Form rechtsextremen Gedankenguts Position bezogen wird.

 

Die positive Nachricht des Tages war, dass es den zuständigen Behörden gelungen ist, das für den Samstagabend geplante Konzert doch noch zu kippen. Nachdem man im Vorfeld in mehreren gerichtlichen Instanzen gescheitert war, ist es der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen der Stadt Pößneck, dem Landratsamt und der Polizei zu verdanken, dass das Nazi-Konzert in letzter Minute verhindert werden konnte.

 

Fazit:

Pößnecker Bürger proben gemeinsam erfolgreich den zivilen Ungehorsam und beziehen deutlich Position gegen neonazistische Machenschaften – Herr Rieger und seine „Volksgenossen“ sind unerwünscht – in Pößneck und überall!   

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