Deutschland Pößneck: Jürgen Riegers Nazis wieder voll aktiv – Konzert im Schützenhaus geplant und eventuell heimlicher Parteitag der NPD am 28..03.09 – seit 2005 kämpft die Stadt gegen die Präsenz und das Entstehen eines Schulungszentrums der Rechtsextremen

 Schützenhaus Pößneck (Foto:m-g-r-g.de)

Im Jahr 2005 ereilte uns aus dem kleinen Städtchen Pößneck ein Hilferuf. Da der damalige Bürgermeister uns nicht die Möglichkeit gab mit den HipHoppern Afrob, Dendemann und Nico Suave in Pößneck ein Konzert für die damals frischgegründete Initiative „Aktionsbündnis Courage“ (ABC) zu veranstalten, wichen wir nach Neustadt an der Orla aus. Hieraus entwickelte sich auch eine Untertützung des örtlichen Landrates für ABC. ABC entstand 2005 nach einem Nazi-Konzert in dem vom Hamburger Nazianwalt Jürgen Rieger gekauften Schützenhaus mitten in der Stadt, bei dem knapp 1.500 Nazis als Gäste zu verzeichnen waren. Das Aktionsbündnis Courage versucht nunmehr seitdem auf die Präsenz der Nazis aufmerksam zu machen und diese mit Hilfe der Zivilgesellschaft mit gewaltfreien Projekten aus der Stadt zu vertreiben, stößt bei ihren Aktionen jedoch immerwieder auf Probleme. Zunächst sah es so aus, dass Rieger das Eigentumsrecht aufgrund formeller Fehler beim Erwerb des Schützenhauses verliert. Dies war und ist ein Irrtum. An diesem Wochenende soll erneut ein Nazi-Konzert dort stattfinden. Vermutlich planen die Rechtsextremen gleichzeitig in diesem Zusammenhang einen Parteitag.

Viele Institutionen nebst Antifa rufen deshalb zu Kundgebungen rund um Pößneck auf. Unterstützung erhalten sie hierbei auch aus Jena und vielen anderen Teilen des Landes. So auch von uns.

Immerwieder Pößneck. Uns begleitet diese kleine 10.000 Einwohnerstadt seit nunmehr vier Jahren. Damit verbunden auch die Dreistigkeit der Nazis, die in dem ehemaligen Schützenhaus ein Schulungszentrum aufbauen wollten. Das Haus liegt mitten in der Stadt zwischen zwei Schulen. Rieger wollte dort schon alles mögliche installieren. Schülercafés, Discotheken, Schulungszentren etc.. Auf jeden Fall hat sich das Haus wieder zum Treffpunkt der Naziszene entwickelt. Erst im letzten Jahr hatten wir ein Konzert in der örtlichen Schedhalle für die Jugendlichen in der Stadt präsentiert. Dort trat beispielsweise die Band „ELKE“ aus Berlin auf. Sämtliche Maßnahmen machen zwar auf das Problem aufmerksam und sensibilisieren die Bürgerinnen und Bürger, aber leider sind die Nazis weiterhin präsent.

An diesem Wochenende ist zu befürchten, dass das Konzert der Nazis wieder massenhaft Kameradschaften und Nazigruppen aus Deutschland in das kleine Pößneck zieht. Ganz schön bitter. Der Zustand in Pößneck zeigt aber auch, welche Macht schon jetzt von der rechtsextremen Szene ausgeht. Das Grundstück ist im Übrigen abgeriegelt und wird von Nazischlägern bewacht. An diesem Samstag soll seitens der Rechtsextremen die Planung eines Parteitages (man munkelt gar eines Bundesparteitages) der NPD im Rahmen des Nazikonzertes im Schützenhaus vorhanden sein. Sicher ist man sich nicht, aber denkbar ist dies allemal. 

Die Pößnecker wollen sich wehren und rufen zu einer Gegenkundgebung am Samstag ab 9.00 Uhr auf. Mit friedlichen Blockaden und vor allem mit einem starken Aufruf an die Bürgerinnen und Bürger in der Hoffnung, dass mehr Demokraten als Nazis den Weg in die Stadt finden. 

Das Ordnungsamt Pößneck teilte uns mit, dass das Konzert angekündigt ist. Da es sich bei dem Schützenhaus um Privatbesitz handelt, habe man jedoch keine Möglichkeit jenes zu untersagen oder zu verbieten. Wir führen im Laufe des Tages heute oder morgen vormittag noch ein Gespräch mit dem Bürgermeister der Stadt Modde und werden diesbezüglich über die Einstellung der Stadt zu den Gegebenheiten morgen im Laufe des Tages berichten.

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