Rechtsextremismus in Deutschland: Der Nachwuchs kommt – Innenministerium über das Ergebnis der Studie des Krminologischen Instituts Niedersachsen geschockt – Wir nicht! Von 45.000 befragten Jugendlichen geben 4,9% der Jungen und 2,6 % der Mädchen an-Mitglied einer rechtsextremen Gruppe zu sein

Die Studie der KFN zeigt letztendlich das, wovor wir und viele andere Institutionen seit Jahren warnen. Rechtsextremes Gedankengut bei Jugendlichen ist leider nichts ungewöhnliches mehr. Extreme Ausländerfeindlichkeit schlägt bei den befragten Jugendlichen mit 36,5 % zu Buche.

Als eindeutig rechtsextrem stuften die Forscher 5,3 % und als antisemitisch 4,3 % der befragten Jugendlichen ein. Erfreulich mag klingen, dass die Gewalt unter Schülern abgenommen hat, aber was nützt uns dies, wenn doch soviele Jugendliche rechtsextremes Gedankengut mit sich herumtragen.

Wir sind nicht wirklich geschockt. warum sollte in der heutigen Zeit die Situation bei Jugendlichen anders sein, als in der Gesamtgesellschaft. Sicherlich sind Jugendliche sehr wichtig, wenn es um die zukünftige politische Prägung unseres Landes und vor Allem der Welt geht. Aus diesem Grunde muss man verantwortungsvoll mit diesem Problem umgehen. Woran liegt dieser Zustand? Wir glauben, dass rechtsextreme Kameradschaften und Gruppierungen den Jugendlichen in manch Gebieten Angebote machen, die früher vom Staat und der Politik sowie den Eltern installiert wurden. Vielerorts gibt es keine Anlaufstellen wie Jugendzentren oder andere Treffpunkte, die demokratische Werte und Toleranz vermitteln. Die NPD z. B. wird immer sportlicher, wenn es um die Anwerbung von Jugendlichen geht und erreichte beispielsweise mit ihrer Schulhof CD eine gar breite Gruppe an Schülern. Oder rechtsextreme Kameraden bewegen sich vor und in Schulen und bieten Schülern eine nette Abendgestaltung (Musik, Bierchen, Partys) und bringen diese dann auf Irrwege.

Wir haben aber auch mehrere Probleme erkennen können, die uns bei Schulvorträgen (die wir selber halten) immerwieder auffallen. Oft stellen wir nach unserer Eingangsfrage „Was wißt Ihr über Nazis, Rechtsextremismus?“, ein großes Achselzucken bei den Schülern fest. Leichte Opfer für falsche Phrasen. Gerade in dieser Zeit, die von Negativmeldungen nur so geprägt ist. In unserer Medienwelt ist es sehr problematisch den Schülern die Menschenverachtung der Nazis nahezubringen. Hier scheitern offensichtlich auch viele Lehrer. Dies ist kein Pauschalurteil. Ein zweites Problem ist zudem, dass die Zeitzeugen die den Schülern emotional das entstandene Leid durch die Nazis von damals schildern können, langsam nicht mehr leben. Für uns bedeutet dies, dass Prävention durch Bildung und durch eine für die Jugendlichen attraktive Aufklärungsarbeit, ein Zuwachs in der rechtsextremen Szene vermeidbar sein könnte. 

Mir fällt Lucille Eichengreen (Holocaust-Überlebende) ein. Diese sagte einmal „Ich kann nicht vergeben und nicht vergessen“. Wenn wir den Jugendlichen nicht transportieren können, dass die Gewalt die von Nazis und Neonazis ausgeht, menschenverachtend und unwürdig ist und wir nicht gegen das Vergessen anarbeiten, wozu uns Lucille Eichengreen mit diesem Satz auch auffordert, dann verlieren wir sie an Bauernfänger, die ihr rassistisches, antisemitisches Bild predigen.

Politik, Eltern und letztendlich wir alle, tragen die Verantwortung dafür, dass Menschenverachtung nie wieder so aufkeimen kann wie vor sechsundsiebzig Jahren. Hierzu gehört gerade auch eine intensive Jugendarbeit.

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