Deutschland-Dresden-Stolberg: In Stolberg NRW ist am 04. April 2009 alles anders – eine Stadt mobilisiert gegen einen Naziaufmarsch – Vorbild für Dresden 2010

Vor einer Woche bekamen wir einen Anruf aus dem 60.000 Einwohner-Städtchen Stolberg in Nordrhein-Westfalen. Die Stadt ludt uns zu Gesprächen ein, um eine Zusammenarbeit für den 04. April 2009 anzustreben. Am letzten Donnerstag (zur Weiberfastnacht), nahmen wir unseren ersten Termin wahr. Schon an den Einfahrtsstraßen der Stadt und am Rathaus, machen die Stolberger deutlich, was sie von den Umtrieben der Rechtsextremen halten. Auf großen stadteigenen Bannern steht geschrieben: „Stolberg hat keinen Platz für Rassismus“.

In Stolberg marschierten vor einem Jahr ca. 700 Rechtsextreme durch die Stadt. Auch in diesem Jahr planen diese am 04. April einen Aufmarsch zum angeblichen Gedenken eines in Stolberg aufgrund eines Liebesdramas ermordeten Neonazis. Die Demokraten aller Parteien, ausgenommen der drei NPD Stadträte, planen nun eine Großveranstaltung, die diesen Spuk erschwert. Für uns ein Vorbild für Dresden 2010. In Stolberg besteht über Parteigrenzen hinweg Einigkeit. Die türkische Gemeinde ruft ebenfalls geschlossen in ihrer Sprache zu den Kundgebungen auf und stellt einen Teil des Kulturprogramms. Im letzten Jahr gab es ein friedliches Nebeneinander der Demokraten und der Antifa, weil das Ziel in der Hauptsache die Behinderung des Naziaufmarsches war. In diesem Jahr steht die Stadt Kopf und alle Verbände, Institutionen und Wirtschaftsbertriebe sind sich einig. Nazis gehören nicht in die Stadt. In Dresden hätten wir uns eine solche Einigkeit in diesem Jahr gewünscht.

Im Zusammenhang mit Stolberg, erinnern wir uns auch an Berlebeck. Ein Ort in dem wir erstmalig einen wirklich gelungenen Zusammenschluss der Zivilgesellschaft ohne Vorbehalte im Rahmen eines Konzertes mit „Sportfreunde Stiller“ erlebten. Auch hier waren vom Bürgermeister bis zur Freiwlligen Feuerwehr alle einig, sich gegen rechtsextreme Tendenzen im Ort friedlich aufzulehnen. In dem Rathaus von Stolberg wurde uns bei unserem Termin deutlich, wie wichtig es ist, dass alle Demokraten gemeinsam etwas bewegen. Die Stadt selbst plant für den 04.04. eine Gegenkundgebung mit der das Zentrum für die Nazis nicht erreichbar sein wird. Auf den wichtigsten Plätzen der Stadt finden Konzerte, Vorträge und Aktionen statt. Insgesamt sind bereits drei bis vier Bühnen geplant. Zudem wird es einen Volkslauf gegen Rechtsextremismus geben. Der rechtsextreme Spuk wird kontrolliert in die Vorstadt verbannt. Gemeinam mit dem Aktionsbündnis gegen Rechts – Stolberg, ist die Stadt in den Planungen bereits weit vorangeschritten. Wir wollen nun dafür Sorge tragen, dass dieses wunderbare Engagement als bundesweites Signal für Orte mit den gleichen Problemen gesetzt wird.

In den nächsten Tagen besprechen wir mit der Stadt, wie wir gemeinsam im Sinne unserer Demokratie und Freiheit agieren können. Mehr Informationen zur Stadt selbst erhalten Sie auf: www.stolberg.de

Zu unserer Kooperation mit der Stadt halten wir Sie hier auf dem Laufenden.

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