Dresden-Berlebeck: Eine e-mail an den Kreisvorsitzenden der CDU Dresden Lars Rohwer als Ratgeber und Hilfe – von einem kleinen Dorf namens Berlebeck in Nordrhein-Westfalen – Eine Werbung für Zusammenschlüsse

 Sportfreunde Stiller & Fußball A-Jugend Berlebeck

Im Januar letzten Jahres gründeten die Sportfreunde Stiller und wir den „Antinazibund“ vor der Feldherrenhalle in München mit einer Kundgebung inklusive Konzert der Sporties. Damals waren auch Münchens Oberbürgermeister Ude und die Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland sowie Anetta Kahane (Amadeu Antonio Stiftung)  dabei. Hieraus entstand eine Kooperation mit den Sporties mit der wir die Orte Finowfurth (Brandenburg) und Berlebeck in Nordrhein-Westfalen mit jeweils zwei Live-Konzerten und vielen Aktionen unterstützten. Berlebeck ist ein kleines Dorf, welches ein Problem hatte. Dort machte sich ein HDJ Führer breit und trieb sein Unwesen. Mehr Informationen zu den Aktionen mit den Sporties erhalten Sie auf www.myspace.com/lautgegennazis oder www.lautgegennazis.de .

Nach der Pressemitteilung des Kreisvorsitzenden der CDU Dresden, hat sich gestern der Sprecher des Aktionsbündnisses aus Berlebeck geäußert und Herrn Rohwer in einer Mail, seiner Empörung Ausdruck verliehen.

Schon die Kundgebung vor der Feldherrenhalle (Symbol der Nazis) wies einen Zusammenschluss der Zivilgesellschaft auf. Keine linken Steineschmeißer, sondern 4.500 Menschen aller Alters-Berufsgruppen hatten gemeinsam mit uns ein Zeichen gesetzt. Im Rahmen des Antinazibundes beschlossen die Sportfreunde Stiller und wir aufgrund der erfolgreichen Kundgebung in München, Initiativen in Orten die ein Problem haben mit Konzerten und Rahmenprogramm zu unterstützen. Dazu gehörte das kleine Dorf Berlebeck bei Detmold. Noch nie zuvor hatten wir soviel Enthusiasmus erlebt. Schon bei der Erstbegehung der Konzertlocation in Berlebeck waren der Bürgermeister, der Feuerwehrchef, der örtliche Polizeichef, die Kirchenvertreter, ein Unternehmer und viele mehr die sich in dem Ort noch heute engagieren zugegen. Das war wirklich beeindruckend und fruchtbar. Gemeinsam setzten wir im März 2008 dann unsere Veranstaltung um. Das Dorf stand Kopf. Keine Steineschmeißer und trotzdem auch Antifa, waren mit dabei, als die Sporties gegen den HDJ Führer und gegen den wachsenden Rechtsextremismus gepielt haben. Ein Volksfest der besonderen Art mit Folgen. Durch diese Aktion konnte das Aktionsbündnis Berlebeck Finanzmittel erwirtschaften, die ein Arbeiten für Demokratie und Toleranz ermöglichen. Dieses Beispiel könnte 2010 in einem größeren Rahmen auch in Dresden möglich sein, wenn solche Politiker wie Herr Rohwer endlich begreifen, dass der Kampf gegen den wachsenden Rechtsextremismus und für unsere Demokratie überparteilich stattfinden muss, um Erfolg zu haben.  Der Sprecher des Aktionsbündnisses Berlebeck hilft Herrn Rohwer sehr gerne bei seinen Überlegungen und schrieb diesen gleich per e-mail direkt an. Und um Herrn Rohwer zu beruhigen. Herr Wengoborski ist kein Steineschmeißer, sondern Unternehmer-wenn man so will-ein Wirtschaftsvertreter.

Hier nun die e-mail an Lars Rohwer:

Sehr geehrter Herr Rohwer,
mit Interesse habe ich Ihre Presseerklärung zu den Demonstrationen am 13. und 14.02 gelesen.
Zunächst möchte ich Ihnen versichern, dass auch ich als Sprecher des Aktionsbündnis Berlebeck gegen Rechts nichts von linken Chaoten
halte muss Ihnen jedoch in weiten Teilen Ihrer Aussagen widersprechen.
Gerade weil man den linken Chaoten den Protest gegen Rechts nicht überlassen darf ist es wichtig, dass die demokratischen Kräfte einer Gemeinschaft
sich gegen Rechts aufstellen.
Dies war auch der Grund warum sich in unserem Ort Berlebeck in Lippe das Aktionsbündnis gegen Rechts gegründet hat, um den Protesten gegen einen im Ort aktiven Funktionär der Heimattreuen deutschen Jugend nicht der Antifa zu überlassen.
Durch den überparteilichen Zusammenschluss aller Vereine und Institutionen in unserer Dorfgemeinschaft haben wir es geschafft dem Protest gegen Rechts in unserem Dorf wieder ein demokratisches Gesicht zu verleihen und dadurch ein klares Zeichen aus der Mitte der Gesellschaft zu setzen.

Hierbei wurden wir auch von der Aktion Laut gegen Nazis und der Amadeu Antonio Stiftung unterstützt, die mit einem Benefizkonzert der Sportfreunde Stiller dafür gesorgt haben, dass unserem Bündnis nun beachtliche Mittel für Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche zur Verfügung stehen um diese über die Gefahren der rechten Szene aufzuklären.
Natürlich hat Dresden das Recht und die Pflicht seinen Opfern der Bombenangriffe in angemessener Weise zu Gedenken, jedoch halte ich dies für unmöglich solange die Rechte Szene den Gedenktag für seine Zwecke missbraucht und versucht ein völlig verzerrtes Bild der Geschichte zu propagieren.
Das ist in Wirklichkeit eine Verhöhnung der Opfer der Bombenangriffe, da die wahre Ursache für das Elend des 2. Weltkriegs genau die Weltanschauung ist, die durch die Rechte Szene immer noch verherrlicht wird.

Es kann kein stilles Gedenken geben, solange die Rechte Szene zu tausenden durch die Dresdener Straßen marschiert.

Es ist die Pflicht jedes Demokraten sich gegen diesen perversen Missbrauch der Geschichte zu stellen und klar Farbe zu bekennen.
Es ist weiterhin ein Fehler diesen Protest der linken Szene zu überlassen, da sie die Ohnmacht der demokratischen Kräfte gegen Rechts demonstriert und den
jungen Menschen in unserem Land ein falsches Zeichen gibt!
Sie sollten daher Ihre Einstellung zu den Protesten in Ihrer Stadt überdenken und sie statt zu boykottieren mitgestalten.
Gerne höre ich von Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

 

Joerg Wengoborski

Sprecher Aktionsbündnis Berlebeck gegen Rechts

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