Fußball-Bundesliga: – Brutaler Rassismus aus der Liga noch nicht verbannt – (aus einem Interview mit dem FC St. Pauli Spieler Sako-der dies leider allzu oft zu spüren bekommt) – Passend zur Zeit haben wir fromme Wünsche für 2009

 

2007 ging vorbei, 2008 ist jetzt vorbei. Was hat sich in den Fußballstadien in Deutschland getan. Der FC St. Pauli Stürmer Sako (2. Bundesliga) hat heftige Dinge zu berichten. Aufgrund seiner Hautfarbe wird er in deutschen Fußballstadien von Besuchern der Spiele, aber auch von Spielern für gewöhnlich immer auf das neueste heftig beleidigt. Viel hat sich in den letzten beiden Jahren nicht getan. Uns fallen noch mehr verbale Auseinandersetzungen zwischen Spielern wie Weigenfelder (Dortmund) und Asamoah (Schalke 04) ein, die vor Homophobie und Rassismus nur so strotzten. Auf unserem Blog führten wir nach einem Spiel zwischen dem Zweitligisten Hansa Rostock und dem FC St. Pauli ein Interview mit Helmut Spahn (Sicherheitschef des DFB) über rechtsextreme Tendenzen und Rassismen in Bundesliga Stadien durch. Wir erhielten sehr hoffnungsvolle Antworten. Wenn wir nun allerdings das Interview mit Sako im Hamburger Abendblatt durchlesen, stellen sich wieder und wieder neue Fragen. Wie bekommen wir rechtsextreme menschenverachtende Tendenzen aus der Bundesliga raus?

Der Volkssport Nr. 1-Fußball- kommt aus dem Dilemma nicht heraus. Kontinuierlich ist offener Rassismus, Antisemitismus und Homophobie in den Liga – Stadien vorhanden. Brutale Beleidigungen verbunden mit Affengeräuschen sind nicht verbannt. In den Fankurven der Bundes-/Regionalliga finden weiterhin massive Beleidigungen statt. Eine Aussage des Spielers Sako im Rahmen seines Interviews sollte uns wirklich zu Denken geben „Als ich nach Deutschland kam, war ich innerlich darauf vorbereitet, dass ich wegen meines Aussehens bepöbelt werden könnte“.  Da scheint der Ruf des deutschen Fußballs nicht der beste zu sein, wenn Spieler aufgrund ihrer Hautfarbe hier von Vornherein rassistische Beleidigungen erwarten.

Sako hat nicht das Gefühl, dass sich viel bewegt hat, wenn es darum geht Toleranz und Demokratie in die Liga zu tragen. Nach dem Spiel in Rostock bei dem es massive Ausschreitungen und rechtsextreme Verbalattacken gab, scheint er eher entmutigt und findet sich geradezu mit der Situation ab indem er sagt bzw. fragt: „Was ist eigentlich nach den Vorfällen in Rostock passiert?“ – „Nichts“  und resigniert. Er versteht die Haltung des DFB nicht (im Originalinterview nachzulesen/s. Link unten), der keine Veranlassung sieht ein Ermittlungsverfahren einzuleiten. Seiner Meinung nach, kann keiner der anwesenden Zuschauer nicht mitbekommen haben, was da so an rassistischen Beleidigungen  und bitteren Rufen in Rostock stattfand.

Noch viel erstaunlicher und erschreckender ist für Sako das Verhalten von Gegenspielern in der Liga, deren Namen er nicht nennen will, weil er fast kindlich charmant keine „Petze “ sein will. Er berichtet darüber, dass er während der Spiele durchaus ab und zu von Gegnern als „Neger“ und „Baboon“ (Affe) beschimpft wird. Z. B. bei einem Spiel gegen Alemannia Aachen. Hier stellt sich auch für uns die Frage, wie soll man den Fans Benehmen und demokratisches Gedankengut vermitteln, wenn gewisse Profis selbst auf dem grünen Rasen Rassismus walten lassen. Nun denn, das Interview mit Sako läßt nichts Gutes erahnen. Es gibt noch sehr viel zu tun.

Unsere frommen Wünsche zu Weihnachten und für das Jahr 2009:

Wir wünschen uns, dass gemeinsam mit den tollen Fanprojekten, die es in der Liga gibt, mit den Vereinen und Funktionären sowie dem DFB und allen Verbänden praktisch umzusetzende Projekte angegangen werden. Es reicht nicht, alle vier Wochen „Rote Karten gegen Rassismus“ in den Liga-Stadien hochzuhalten. Nein, alle bisher positiven, plakativen Maßnahmen scheinen nichts erbracht zu haben. Um wirklich etwas zu ändern, müssen  wir eben wie in der Zivilgesellschaft-dessen Teil auch der Fußball ist-ein Bewusstsein für die Demokratie, Toleranz und die Vielfalt im Fußball schaffen. Gelingt dies nicht unmittelbar, werden wir Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Menschenverachtung nicht aus den Stadien und drumherum verbannen können. Wir machen von hieraus gerne mit!

Eine positive Meldung zum Schluss. Bundestagspräsident Thierse überreichte dem FC St. Pauli Keeper Benedikt Pliquet am 01. Dezember 2008 eine Urkunde für sein Engagement gegen den Rechtsextremismus in Berlin. Benedikt setzt sich mit all seinen Kräften zu diesem Thema ein und könnte vielleicht andere Bundesliga Spieler motivieren, dies ebenfalls mit Herz zu tun. Für LGN J.M.

Hier die Links zu den beiden Artikeln: http://www.abendblatt.de/daten/2008/12/22/995384.html

 http://www.mopo.de/2008/20081222/sport/stpauli/auszeichnung_weil_bene_laut_gegen_nazis_ist.html

 

 

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