Bayern: Die gescholtene Kleinstadt Gräfenberg bittet um prominente Hilfe-in den letzten zwei Jahren fanden ca. 30 Naziaufmärsche statt-der Widerstand der Bürger scheint nun an der Polizei zu scheitern

Gräfenberg ist im Zusammenhang mit der rechtsextremen Szene einer der Orte mit einem ganz großen Problem. Seit Jahren treiben NPD/JN -Funktionäre und Mitglieder dort ihr Unwesen. Offensichtlich kam es bei einer vor kurzem stattgefundenen Gegenkundgebung aus dem Zusammenschluss verschiedener Initiativen zu einem Eklat mit der Polizei. Aus diesem Grunde rufen mehrere Institutionen zu einer prominenten Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger (jung und alt) der Stadt Gräfenberg auf, die unermüdlich gegen das Nazi-Problem ankämpfen.

Folgende E-Mail erreichte uns:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

 

ich schreibe Ihnen als Mitarbeiter des Nürnberger Bündnisses Nazistopp, welches sich gegründet hat, um in der von neonazistischen Umtrieben stark gebeutelten Region Mittelfranken, Widerstand entgegen zu setzen.

 

Ich möchte Sie mit diesem Schreiben bitten, uns zu unterstützen, indem Sie diesen Aufruf an Ihre prominenten Mitglieder und Unterstützer weiter leiten.

 

Aktuell angefragt haben wir bisher:

Die Ärzte, Die Toten Hosen, Bela B., Udo Lindenberg, Sportfreunde Stiller, Silbermond, Xavier Naidoo, Banana Fishbones, Söhne Mannheims, Dieter Nuhr, Dieter Hildebrand, Ulrich Wickert, Bruno Jonas, Hagen Rether, Georg Schramm…

 

Mit einigen spektakulären Aktionen und Veranstaltungen sowie permanent wachsamer politischer Arbeit, konnten wir bereits einige kleine Teilerfolge erzielen. Mittlerweile gibt es großartige Zusammenschlüsse mehrerer Bündnisse mit klarer Zielrichtung u. a. auch mit dem Ihnen möglicherweise bekannten Bürgerforum Gräfenberg, ein kleiner Ort in Oberfranken der seit ca. 2 Jahren durch mehr als 30 NPD Aufmärsche stark in seinem gesellschaftlichen Leben beeinträchtigt wird und glücklicherweise große Solidarität von nahen Bündnissen, wie unserem, erhält.

 

Mittlerweile haben die Geschehnisse um diesen Ort Gräfenberg bereits auch die internationale Presse, auch außerhalb Europas erreicht (s. der Link zu einem Artikel aus den Arabischen Emiraten:

 http://www.thenational.ae/article/20081113/FOREIGN/986954961/1013/SPORT

 

Als großer, aber Bayern typischer Skandal, darf die staatliche Repression gegen die Zivilcourage zeigende Bevölkerung gewertet werden, die nach einer Sitzblockade der Gräfenberger Bürger und ihrer Mitstreiter offenbar wurde (die Nazis der NPD/JN mussten damals einen Umweg und kleinere Verzögerungen ihrer unseligen Kundgebung in Kauf nehmen).

 

Details hierzu können Sie der Berichterstattung aus den Forchheimer Nachrichten entnehmen:

http://www.nn-forchheim.de/artikel.asp?art=856575&kat=13&man=6

 

Die Folge für die friedlichen Blockierer: ausgestattet mit Photos, welche von der Polizei geschossen wurden, gingen Beamte durch Gräfenberg, in die Kneipen, von Haus zu Haus etc. und befragten Bürger, ob sie jemanden der abgelichteten identifizieren könnten. Der Bürgermeister wurde vorgeladen und sollte ebenfalls seine Mitbürger denunzieren. Ermittelte Teilnehmer wurden dann zur ID Behandlung beordert und angezeigt, teilweise mussten sie DNA Proben abgeben usw. Das Ausmaß des Skandals hier zu schildern, würde dieses Bittschreiben sprengen. Gerne können wir Sie jedoch mit weiteren Informationen zu dieser Thematik versorgen.

 

Fakt ist, die Gräfenberger Bürger, wurden z. T. derart eingeschüchtert, dass viele Angst haben, sich weiter am Widerstand gegen die Nazis der NPD und JN zu beteiligen, weshalb ein breites Bündnis aus verschiedensten Initiativen nun mit einem Solidaritätsaufruf ein Signal an die Betroffenen setzen möchte (s. Anlage).

 

Und nun zu unserer Bitte, an der Erstunterzeichnung teilzunehmen, im Folgenden der Auszug aus dem Aufruf:

 

Wir als Bündnis haben bereits beschlossen, einen Solidaritätsaufruf mit den BlockierInnen von Gräfenberg (Juli 2008) zu unterstützen. Das ist sehr sehr wichtig, um ein Gegengewicht gegen die bayernweite konservative und Staatsschutz-Kampagne gegen das Bürgerforum Gräfenberg zu bilden. Laut NN (Nürnberger Nachrichten) ist z.B. Christine Stahl von den Grünen (MdL) der Meinung, das Gräfenberger Bürgerforum solle durch Kriminalisierung und politischen Gegenwind gespalten werden (NN, 23.10.08, S. 20). Auf unsere Initiative hin gab es mehrere Abänderungen des Aufrufs, auch in Absprache mit dem Bürgerforum Gräfenberg, so dass der Aufruf von einem breiteren Spektrum unterstützt werden kann. Auf dem oben erwähnten Treffen wurde beschlossen, diesen Aufruf weit, auch überregional, zu verbreiten sowie zunächst prominente ErstunterzeichnerInnen zu suchen!

 

Das ist uns bereits ansatzweise gelungen:

 

Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass der Aufruf in der Anlage bis jetzt unterstützt wird von:

 

Konstantin Wecker, Musiker, München

Josef Jakubowicz, KZ-Überlebender, Nürnberg

Esther Bejarano, Auschwitz-Überlebende, Hamburg

Rose Wanninger, ehem. Vorsitzende der jüdischen Kultusgemeinde, Erlangen

Tibor Sturm alias QuietStorm, Rapper und Jugendarbeiter, Mitglied „Brothers Keepers“, Nürnberg“

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