Wirtschaft: Das böse Wort „Rezession“ und daraus entstehende unangenehme Randerscheinungen und Folgen

    

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte gestern, dass das Jahr 2009 das Jahr der schlechten Nachrichten wird. Vielen Dank für den Hinweis. Noch vor einem halben Jahr, vor der großen Bankenkrise, war noch die Rede von Wirtschaftswachstum und positven Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, die uns alle glücklich machen sollten. Als Paradebeispiel galt gar die Autoindustrie als der Motor der Wirtschaft. Aber auch die wollen jetzt staatliche Hilfe für Ihr Desaster in Anspruch nehmen. Jetzt haben wir den Salat. Alle positiven Prognosen sind zunichte gemacht und es soll noch schlimmer kommen.

Wir würden es allerdings begrüßen, wenn Politik motivierend auf die Bevölkerung wirkt. Der kontinuierliche Versand von Negativ-Nachrichten wirkt nicht wie gewünscht. Anreize für die Bürger schaffen, muss die Devise sein. Durch die tägliche Präsenz von Prognosen, die eine dunkle Zukunft voraussagen, schaffen wir den Nährboden für Bauernfänger aus den politisch extremen Lagern. Hierzu zählen auch Rechtsexteme, die gegen den angeblichen Kapitalismus in der Demokratie wettern und für sogenannte Volksgemeinschaften mit gerechter Verteilung werben. Natürlich grundlegend falsch, aber durch das ewige Geweine in der Öffentlichkeit erhalten genau diese auch einen Zulauf von frustrierten Bürgerinnen und Bürgern. Dies spüren wir zunehmend im Rahmen unserer Kampagnenarbeit. Abgesehen von Unternehmen, die sich jetzt bei Nichtfinanzierung von Projekten nur noch mit der Rezession entschuldigen. Ab jetzt braucht keiner mehr Erklärungen abzugeben, warum ein Engagement zum Thema Rechtsextremismus nicht in Frage kommt. Dank so vieler Negativmeldungen, ist es nun nur noch die Wirtschaftskrise.

Vor nicht allzu langer Zeit, gab es in diesem Lande einen positiven Ruck in der Gesellschaft. Wachstumsprognosen kurbelten kurzzeitig die Konjunktur an und ließ die Bürger auf eine bunte Zukunft hoffen. Wir wissen selbstverständlich, dass es auch in diesem Lande Menschen gibt, die sich nicht einmal ein bißchen leisten können und die am sozialen Rand leben. Und davon gibt es immer mehr. Aber diese Menschen sollten bis vor einem Monat noch hoffen. Hoffen, dass sich ihre finanzielle, wirtschaftliche Situation durch den angekündigten Wirtschaftsaufschwung 2008/2009 wesentlich verbessert. Wenn wir nun die Pressemitteilungen zur Bankenkrise und zur wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Tage lesen, muss uns unweigerlich schlecht werden. Banken und Autoindustrie und wer noch so alles, hatten sich schwuppdiwupp leider doch verkalkuliert und wollen nun die Hilfe unseres Staates, also von uns allen, in Anspruch nehmen. Wenn wir heute so durch die Straßen unserer Städte laufen, stellen wir eine negative Stimmung fest. Die Menschen haben Angst. Genau diese Ängste werden durch Äußerungen aus der Politik noch bestärkt. „Das Jahr 2009, wird das Jahr der schlechten Nachrichten!“ (Angela Merkel am 23.11.08). Super, was soll uns dann jetzt hoffen lassen, dass es wieder aufwärts geht, bei solchen Äußerungen? 

Wir wünschen uns, dass Politikerinnen, Politiker und Wirtschaftsfachleute durch ihre Presse-/u. Öffentlichkeitsarbeit kein Benzin in das Feuer gießen, sondern die Menschen dieses Landes motivieren und vielleicht durch Maßnahmen die Kaufkraft stärken. In Sachen Wirtschaft hat ein Einzelhandelsvertreter im Heute Journal das Ganze auf den Punkt gebracht. er wünschte sich, dass Politik gerade jetzt zu Weihnachten sensibler mit Prognosen umgeht und die Bürgerinnen und Bürger zum Einkaufen motiviert, um die Inlandskonjunktur anzukurbeln.

Viel schlimmer für uns ist: Wenn die Stimmung in diesem Lande kippt und in das unendlich negative wirtschaftliche Leid gleitet, dann werden Rechtsextreme immer mehr Argumente finden, frustrierte Menschen an sich zu binden. Wir selber, als Demokraten, schaffen eventuell einen solchen Nährboden. Wer dies nicht glaubt, sollte sich die NPD Wahlprogramme zu Gemüte führen. Für LGN J.M.

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