Köln macht gegen Rassisten mobil-Anti Islamisierungskongress der fragwürdigen Organisation „Pro Köln“ an diesem Samstag 20. September 2008-Wir unterstützen den Protest und hoffen auf ein zweites Altenburg

Da treffen sich an diesem Samstag die Rassisten Europas, um gegen den geplanten Bau einer Groß-Moschee in Köln und eine angebliche Überfremdung in Deutschland und Europa zu demonstrieren. Führende rechtsextreme Politiker wie der Franzose Jean Marie Le Pen oder der österreichische Vorsitzende der FPÖ Strache haben sich angesagt. Ein Wunder, dass wir unseren Nazi-Anwalt Rieger nicht auch noch in den Rednerreihen finden.

Sie stehen als Saubermänner-/ und frauen da. Brav in Anzügen und Kostümchen verkleidet mit einer anständigen Aura, werden sie puren Rassismus und pure Menschenverachtung von sich geben. Wir gehen davon aus, dass hier sicherlich auch bekannte Gesichter teilnehmen werden, die wir auch schon bei anderen großen Nazi-Partys gesehen haben.

Die Kölner wollen sich dies nicht gefallen lassen und mobilisieren schon seit einiger Zeit einen großen Widerstand. Wir hoffen, so sympathisch wie die Aktionsbündnisse von Altenburg und Jena.

Wenn wir uns die Leute von „Pro Köln“ so ansehen, müssen wir nachdenken. Wir denken z. B. an die Feststellung unseres Innenministers Schäuble bei der Verkündung des Verfassungsschutzberichtes im März dieses Jahres, dass Rechtsextreme in der Mitte der Gesellschaft angekommen seien. Eine Feststellung, die wir übrigens vor zwei Jahren schon veröffentlichten. Nun, dem können wir im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung in Köln nur noch einmal zustimmen. Sie sehen unscheinbar aus, tragen Anzüge und ordentliche Kleidung und beherbergen in ihren Köpfen das, wogegen wir uns stark machen. Man sieht ihnen ihre Menschenverachtung gegenüber anderer Kulturen nicht an. Den Rassismus den sie predigen verpacken sie in angeblich patriotisches Gerede. Sie wollen für ihre Länder nur das Beste. Eine Identität, derer sie sich beraubt sehen, weil eventuell eine Moschee in ihrer Nähe gebaut wird. Da lesen wir in dem Werbeblatt zur Veranstaltung in Köln eine Überschrift wie „Islamisierung und Türkisierung in Deutschland stoppen“. Wow, da hat sich aber jemand mächtig Gedanken gemacht. Auf der gleichen Seite grinst uns dann auch die sympathische „pro-köln“ Fraktions-Vorsitzende im Rat der Stadt Köln Judith Wolter an. Gruselig!

Das Problem ist jedoch, dass diese Leute sehr gefährlich sind und den Alltagsrassismus noch mehr fördern. Dies sind keine militanten Nazis oder Rechtsextreme, die offen ihre Menschenverachtung mit martialischen Reden kundtun und zur Gewalt aufrufen. Nein, die Saubermänner sind auf der Suche nach Zustimmung in der breiten Bevölkerung. Da erinnern wir uns an die Ergebnisse einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung: Laut Studie der Friedrich Ebert Stiftung schlummert in Deutschland ein erschreckendes Gedankengut in der Gesellschaft. Demnach sind 70% der Bevölkerung der Auffassung, dass zuviele Ausländer in Deutschland leben.39,1% der Deutschen finden, dass das Land “durch die vielen Ausländer überfremdet sei”. 11.6% sagen: “Ohne Judenvernichtung würde man Hitler als großen Staatsmann ansehen” Quelle: Die ZEIT.

Genau hier bohren diese Leute hinein, auf der Suche nach Zustimmung. Sie betreiben Bauernfängerei mit in Rhetorik-Kursen erlernten Strategien, aber im Endeffekt, tragen sie das gleiche Gedankengut in sich, wie der einfache Nazi, Rassist und Antisemit mit nationalistischem Hintergrund und ewig gestrigem Hirnschmalz.

Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ist die Religionsfreiheit ein wesentlicher Bestandteil. Genauso wie es Kirchen geben darf, sollen auch Synagogen und Moscheen ihren Platz erhalten. Somit auch eine bunte Kultur aus verschiedener Herkunft.

Unter dem Motto „Wir stellen uns quer“ organisieren sich sämtliche Institutionen Kölns gegen die Veranstaltung der Rechtsextremen. Die angekündigten Aktionen versprechen ein buntes Treiben. Lesen Sie hierzu den Artikel auf www.mut-gegen-rechte-gewalt.de

Unsere Lieblingsaktion heißt „Kein Kölsch für Nazis“:In zahlreichen Kölner Kneipen finden im Rahmen einer Aktionswoche Konzerte, Lesungen und Informationsveranstaltungen statt. Am Mittwoch, den 17. September, spielen unter anderem Philipp Oebel (Braustelle, Ehrenfeld), Björn Heuser (Gaststätte Severin, Severinsviertel) und Josué Avalos (Mannis Rästorang, Kwartier Latäng). Am Donnerstag, 18. September, treten ab 20 Uhr mehrere Künstler und Bands – darunter Banana Peel Slippers, Mikrophone Mafia, 2LHUD und Rolly Brings – in der „Werkstatt“ in Ehrenfeld (Grüner Weg 1b) auf. Zeitgleich spielen die Bläck Fööss, Rolly Brings, Klaus der Geiger und viele andere im Bürgerzentrum Ehrenfeld. Am Freitag, 19. September, rockt die kölsche Rockabillyband Häckenjecks um 17.30 Uhr im Friseursalon „Haarem“ (Ubierring 56) und ab 21 Uhr „Em drügge Pitter“, Venloer Straße 416. Weitere Termine im Internet. (zitiert aus www.mut-gegen-rechte-gewalt.de)

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