Die Gewalt nimmt kein Ende-Die Meldungen zu Übergriffen Rechtsextremer allein im Juli/August 2008 sind ein Grund mehr – aufzuwachen

139 offizielle Todesopfer durch rechte Gewalt seit 1990 und mehrere tausend Verletzte sind genug. Wir haben uns erlaubt, Meldungen unserer Partner-Seite www.mut-gegen-rechte-gewalt.de zu verwenden. Die Dunkelziffer rechtsextremer Gewalttaten dürfte wesentlich höher liegen. Oftmals haben Opfer Angst das Geschehene anzuzeigen. Meistens leben sie mit den Tätern Tür an Tür und fürchten sich nach einer Anzeige vor der Zukunft. Einschüchterung ist ein bei Nazis beliebtes Instrument. Wir wünschen uns mehr Courage von Nichtbetroffenen, Nachbarn, Politikern und eigentlich allen. Das läßt sich leicht sagen, angesichts eines massiven Bedrohungspotenzials mancherorts. Aber gerade des wegen ist es wichtig Zusammenschlüsse in der Zivilgesellschaft zu erwirken.

Hier nun die erschreckende Bilanz der Monate Juli/August 2008 (wohlbemerkt nur ein kleiner Abriss des Alltags in Deutschland 2008):

Quelle: www.mut-gegen-rechte-gewalt.de

August 2008

24.8. Berlin: 11 Hakenkreuze an Holocaust-Mahnmal
Am Samstagmittag hatte ein Wachschützer an sieben Stelen insgesamt elf Hakenkreuze in roter und schwarzer Farbe entdeckt.Seit der Einweihung der Gedenkstätte für die Juden, die während des Nationalsozialismus ermordet wurden, hat es wiederholt Farbschmierereien auf dem Stelenfeld gegeben. Erst vor einer Woche hatten Unbekannte auch das benachbarte Mahnmal für die verfolgten Homosexuellen beschädigt. (
rbb-online, 24.8.)20.8. Nachmeldung aus Bad Freienwalde: Linker Treffpunkt von Rechten abgebrannt
Bereits in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni 2008 wurde in Bad Freienwalde ein Brandanschlag auf den selbstverwalteten Jugendclub »Maquis« verübt. Das Haus brannte nieder. Durch die Meldungen rechtsextremer Straftaten des Landeskriminalamts bestätigt sich jetzt der Verdacht, dass die Brandstiftung rechtsextrem motiviert war.
In dem Gebäude, einer alten Baracke im Industriegebiet, trafen sich seit fast einem Jahr linke und alternative Jugendliche und organisierten dort Konzerte und Veranstaltungen. Wiederholt hatten diese Jugendlichen in der Vergangenheit auf die Bedrohung durch Mitglieder der örtlichen Neo-Nazi-Szene hingewiesen.
Erschreckend ist, wie gezielt die Rechtsextremen versuchten, die alternative Jugendszene zu schwächen und zu verdrängen. So wurden in dem halben Jahr vor dem Brand linke und alternative Jugendliche immer wieder durch Rechte bedroht und eingeschüchtert. Ihnen wurde sogar gedroht, die Baracke »abzufackeln«. Es handelt sich also keineswegs um eine Ausnahmetat. Die Brandstiftung markiert den Höhepunkt rechter Aktivitäten in Bad Freienwalde.
(opferperspektive.de, 20.8.)

19.8. Dresden: Übergriff auf türkischstämmigen Mann

Zwei Unbekannte haben Dienstagnacht in Dresden einen türkischstämmigen Mann geschlagen und ausländerfeindlich beschimpft. Der 18-Jährige habe leichte Verletzungen davongetragen und musste sich ambulant im Krankenhaus behandeln lassen, teilte die Polizei in der Dresden mit. Die Täter konnten unerkannt flüchten. (taz.de

20.8.)
15.8. Magdeburg: Neonazi unter Totschlagverdacht
Die Mordkommission der Magdeburger Polizei hat am Montag, den 18.8.08, einen 20-jährigen Rechtsradikalen festgenommen. Sebastian O. steht unter dem dringenden Verdacht, in der Nacht von Freitag zu Samstag den gleichaltrigen Rick L. aus Magdeburg getötet zu haben. „Wir haben deutliche Hinweise“, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Nord am Dienstag der taz. Die Staatsanwaltschaft Magdeburg ermittelt.
„Der Täter ist wegen Volksverhetzung und gefährlicher Körperverletzung vorbestraft“, so die Polizeisprecherin weiter. Er sei klar der rechten Szene zuzuordnen. Erst im Februar 2008 war er aus der Haft entlassen worden.
Am Freitagabend besuchte Rick L. eine Diskothek in seiner Heimatstadt. Diese gilt nach Polizeiangaben als Kriminalitätsschwerpunkt. Was dort genau geschah, ist noch unklar. Nach Polizeiangaben fand ein Spaziergänger am frühen Samstagmorgen in der Nähe der Disko „einen leblosen Körper“ und informierte die Polizei. Diese stellte in einer ersten Untersuchung deutliche Spuren „stumpfer Gewalt“ fest. Die Obduktion erbrachte als Todesursache „Blut-Aspiration“ – Rick L. war an seinem eigenen Blut erstickt.
Warum er zum Opfer wurde, ist ebenfalls nicht geklärt. „Er war ein ganz normaler junger Mann“, sagte die Polizeisprecherin. Fest steht, dass er weder dunkelhäutig war noch in der linken Szene aktiv. Der Festgenommene hat bisher kein Geständnis abgelegt und schweigt über seine Motive. (taz.de

, 19.8.)

15.8. Hamburg: Anschlag auf Wahlkreisbüro von Ulla Jelpke
In der Nacht zum Freitag ist es zu einem offenbar rechtsextrem motivieriten Anschlag auf das Dortmunder Wahlkreisbüro der LINKE-Bundestags- abgeordneten Ulla Jelpke gekommen. Ein Geschoss durchschlug die Scheibe des Büros. Nach der vorläufigen Einschätzung der Polizei handelte es sich bei der eingesetzten Waffe um eine Stahlzwille. Der rechtsextreme Hintergrund des Anschlags offenbare sich durch zwei Aufkleber, die auf Nazi-Aktionen anlässlich des Todestags des früheren Hitler-Stellvertreters Rudolf Hess hinweisen, teilte Ulla Jelpke mit.(linkszeitung.de 15.8

.)
12.08. Striesen: Brandanschlag auf vietnamesisches Geschäft
Unbekannte haben am Dienstagabend in Striesen eine Baracke abgefackelt und damit das Blumen- und Gemüsegeschäft einer vietnamesischen Familie zerstört. Der Brandstiftung ging laut Polizei möglicherweise ein fremdenfeindlicher Übergriff gegen die Tochter des Händlers voraus.
Zwei Deutsche Anfang 20 hatten nachmittags die 16-Jährige vor dem Geschäft mit derben und fremdenfeindlichen Zoten beleidigt. Ihr Freund (17), der dazwischen ging, wurde mit einem Kopfstoß verletzt. Als dann der Vater kam, drohten die Täter, den Laden „platt zu machen“. Nach 21 Uhr brannten dann die hölzernen Verschläge. Als die Feuerwehr an der Ecke Dürer- / Wormser Straße eintraf, war nicht mehr viel zu retten. Immerhin wurden vier Propangasflaschen geborgen und so noch schlimmere Schäden verhindert.
Die Polizei ermittelt nun wegen Brandstiftung. Im Verdacht sind die beiden Männer vom Nachmittag, die auch abends in Tatortnähe gesehen worden sein sollen. (
Sächsische Zeitung

, 14.08.)
12.08. Berlin: Fremdenfeindliche Beleidigung und Bedrohung
Ein Spezialeinsatzkommando hat in der Nacht vom 12.8. gegen 23 Uhr 15 in der Sonnenallee zwei 26 und 38 Jahre alte Männer festgenommen. Anlass war eine Bedrohung mit einer Schusswaffe.
Beide Männer, die im selben Haus wohnen, standen unter Alkoholeinfluss, als sie gegen 22 Uhr in der Wohnung des 26-Jährigen die Musik zu laut laufen ließen. Als zwei in Ghana geborene 17 und 20 Jahre alte Nachbarn an seiner Wohnungstür um Ruhe baten, wurden sie fremdenfeindlich beleidigt. Sie kündigten an, die Polizei zu rufen und kehrten in ihre Wohnung zurück. Als sie vom Balkon in den Hof blickten, sahen sie dort den 38-Jährigen, der sie erneut beleidigte und gleichzeitig mit einer Pistole auf sie zielte. Dann steckte er die Waffe in den Hosenbund und ging ins Haus zurück.
Bei der Festnahme des 38-Jährigen wurde in seiner Wohnung die Pistole – eine Schreckschusswaffe – gefunden und sichergestellt. Ferner entdeckten die Beamten eine Reichskriegsflagge und Aufkleber der NPD. (Berlin.de

, 12.8.)
9.8. Templin: Rechtsextremer greift grundlos 16-jährigen Jugendlichen an
Am Samstag hat sich in Templin erneut ein schwerer Übergriff eines Rechtsextremen ereignet. Nur drei Wochen nach dem brutalen Mord an einem Arbeitslosen steht ein 19-jähriger aus Milmersdorf unter Tatverdacht, einen Jugendlichen in der Nacht zum Sonntag völlig grundlos überfallen und schwer verletzt zu haben. Das Opfer war gemeinsam mit einem Freund mit dem Fahrrad auf dem Rückweg einer Feier, als er attackiert wurde. Der Tatverdächtige soll den 16-jährigen zu Boden gestoßen und ihm anschließend heftig mit dem Fuß gegen den Kopf getreten haben. Der Junge verlor das Bewusstsein und erlitt schwere Verletzungen, unter anderem einen Kieferbruch. Er befindet sich noch im Krankenhaus, ist aber außer Lebensgefahr. Der Tatverdächtige ist der rechten Szene zuzuordnen. Er wurde am Montag festgenommen und gegen ihn wurde Haftbefehl wegen schwerer Körperverletzung erlassen. Einen rechtsextremen Hintergrund schließt die Staatsanwaltschaft jedoch zurzeit aus. Der junge Mann habe die Tat gestanden und sei nach eigenen Angaben ‚ausgetickt’. Er ist bereits wegen Körperverletzung vorbestraft und wurde vor knapp zwei Monaten aus dem Jugendstrafvollzug entlassen.
6.8. Berlin-Marzahn:  Mord an 20-jährigem Vietnamesen
Am 6. August 2008 ermordete der Deutsche Tino W. (35) in der Marchwitza Straße in Marzahn den Illegalisierten „Cha Dong N.“ (dieser Name ist den ersten Presseberichten entnommen). Gegen 10.15 Uhr griff der Mörder den Zigarettenhändler vor einem Supermarkt an, informierte die Polizei, dass er einen „vietnamesischen Zigarettenhändler“(1) festhalte und fragte laut Berliner Morgenpost: „Regelt ihr das oder muss ich das selbst erledigen?“.
Nach Zeugenaussagen hatte er den Händler zuvor beraubt, woraufhin sich dieser zur Wehr setzte. Noch bevor der gerufene Streifenwagen eintraf, stach W. mit einem Messer auf den zwanzigjährigen „Cha Dong N.“ ein, welcher wenige Stunden später seinen Verletzungen während der Notoperation in einer Berliner Klinik erlag. In den vergangenen Monaten lebte Cha zusammen mit einer schwangeren, jungen Frau in einem Treptower Wohnheim.
In der Vergangenheit äußerte der Täter regelmäßig gegenüber Bekannten, dass „diese Fidschis“(2) endlich verschwinden sollen und kündigte mehrfach an, „selbst etwas dagegen zu unternehmen, wenn die Behörden schon nichts tun würden“(3). Dies ist der 139. Mord mit rassistischem Hintergrund seit der Wiedervereinigung 1989. (the caravan.org, 10.8.2008

)

06.08. Hattingen: Überfall auf Belastungszeugen

Nach Angaben der Opfer griffen 10-15 Neonazis zwei Belastungszeugen in einem Prozess gegen einen Rechtsextremen an. Aus Sicht der Opfer ist davon auszugehen, dass die Drahtzieher der Aktion aus dem Umfeld der „Freien Nationalisten Bochum/Hattingen“ (FNBH) stammen. Der Angriff ereignete sich am 6.8. gegen 23 Uhr. Die beiden Opfer hatten als Zeugen einen fuehrenden Neonazi in der Region, Bernd B. im Prozess um die Kameradschaft FNBH schwer belastet.(indymedia

, 11.8.)
02.08. Dessau: Überfall auf Alternatives Jugendzentrum
Vergangenen Samstag griffen zwei Neonazis frühmorgens das nördlich von Dessau gelegene Alternative Jugendzentrum (AJZ) an und beschädigten durch Steinwürfe eine Sicherheitsglasscheibe des Vereinscafés. Ein Täter, der mit einem Teleskopschlagstock bewaffnet war, konnte kurz nach der Tat durch Vereinsmitglieder gestellt und der Polizei übergeben werden. Der zweite Täter wurde durch Hinweise der Bevölkerung von der Polizei gefasst. Einer der Neonazis soll Mitglied in der Neonazikameradschaft „Freie Nationalisten Aken/Elbe“ sein.
Vor diesem Anschlag gab es bereits mehrere andere Vorkommnisse. Am 15. Juli wurden von Unbekannten aus einem fahrenden Auto heraus Flaschen gegen die Eingangstür geschmissen. Am 26. Juli griffen etwa fünf Neonazis das AJZ an, beschädigten dabei mehrere Scheiben und verursachten damit einen Schaden in Höhe von mehreren tausend Euro.
 
 
23.8. Rostock: Polizei bei Auflösung eines rechtsextremistischen Konzerts angegriffen

 

 


Die Rostocker Polizei hat in der Nacht zum Sonntag ein Konzert der rechtsextremen Szene aufgelöst. Wie die Polizei mitteilte, wurden bei der folgenden Auseinandersetzung in einer leerstehenden Halle elf Beamte und drei Konzertbesucher verletzt.
6 Frauen und 32 Männer aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Berlin wurden festgenommen. Gegen sie werde nun wegen schweren Landfriedenbruchs ermittelt. Die Polizei stellte rechtsextremes Propagandamaterial sicher. Die Besucher der Veranstaltung seien mit Bierkästen, Bänken und Feuerlöschern auf die Beamten losgegangen.


Juli 2008

30.7. Berlin / Marzahn: 14 jährige beleidigt und geschlagen
Opfer eines fremdenfeindlichen Übergriffs wurde am Abend des 30.7. eine 14-Jährige in Marzahn. Das Mädchen wurde gegen 19 Uhr 45 gemeinsam mit einer Freundin in der Märkischen Allee aus einer Gruppe von etwa 15 Personen heraus zunächst fremdenfeindlich beschimpft. Anschließend schlugen und traten zwei Frauen auf das Mädchen ein und rissen ihr mehrere Haare aus. Die von Passanten alarmierten Polizisten nahmen die beiden Täterinnen im Alter von 26 und 35 Jahren fest. Nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung und einer Blutentnahme wurden die Angreiferinnen entlassen. Das Opfer wurde glücklicherweise nur leicht verletzt. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung. (
Berlin.de, 31.7.)Am Abend des 25. Juli wurden gegen 23 Uhr mehrere Jugendliche bei einem organisierten Angriff durch Rechtsradikale am Jugendzentrum „HoT Hagenbusch“ in Marl schwer verletzt. Ein Opfer musste aufgrund mehrerer Messerstiche an den Beinen und am Hinterkopf stationär behandelt werden. Ein weiteres Opfer erlitt Platzwunden und Prellungen am gesamten Körper und trug eine leichte Gehirnerschütterung davon. (MUT, 28.7.)


25.7. Steinwürfe auf alternativen Treff in Dessau

In der Nacht von 25.7 zum 26.7 griffen Neonazis das AJZ Dessau mit Pflastersteinen an.
Zum Glück entstandt nur ein Sachschaden an 5 Fensterscheiben. (i
ndymedia, 26.7.)

23.7. Templin: Neonazis wegen Mordes an Obdachlosem verhaftet
Die Polizei spricht von einem äußerst brutalen, menschenverachtenden Vorgehen: Im brandenburgischen Templin sollen zwei mutmaßliche Rechtsradikale einen 55-Jährigen getötet haben. Der Obdachlose hatte früher als Tischler in dem Ort gearbeitet.
Die Leiche des ehemaligen Tischlers war am Dienstag mit schweren Kopfverletzungen in seiner früheren Werkstatt gefunden worden. Offenbar war der 55-jährige seit einiger Zeit wohnungslos. Nähere Angaben machte die Polizei zunächst nicht.
Das Opfer wies nach Informationen der Staatsanwaltschaft Neuruppin massive Verletzungen am Kopf auf, die nur durch stumpfe Gewalteinwirkung zu erklären seien. Eine Staatsanwältin sprach von einem äußerst brutalen und menschenverachtenden Vorgehen.Zwei mehrfach vorbestrafte Neonazis im Alter von 18 und 21 Jahren wurden am Abend wegen Totschlags verhaftet. Beide sind der Polizei als gewaltbereite Angehörige der rechtsextremen Szene bekannt. Einer der beiden Verdächtigen habe seine Tatbeteiligung gestanden und ausgesagt, die tödlichen Verletzungen herbeigeführt zu haben, hieß es. Das Motiv der Tat ist noch unklar, sagte eine Justizsprecherin.(s
piegel.de, 23.7.)

22.7. Gewalt gegen zwei 18-jährige Berliner auf Usedom
 
 
 

 

Zwei 18-Jährige aus Berlin sind in der Nacht zu gestern bei zwei Zwischenfällen auf einem Zeltplatz auf Usedom (Mecklenburg-Vorpommern) von mehreren jungen Männern angegriffen und geschlagen worden. Die Berliner hatten sich auf dem Campingplatz in Ückeritz auf der Insel Usedom von rechtsextremen Parolen und Gesängen der Angreifer gestört gefühlt. Vier 18 bis 22 Jahre alte Männer aus Pasewalk hätten daraufhin auf den Urlauber eingeschlagen, teilte die Polizei in Anklam gestern mit. Der zweite 18-jährige Berliner wurde in der Nacht aus einer Gruppe von zehn Männern heraus angegriffen und durch Schläge im Gesicht verletzt. Er habe die Aufforderung ignoriert, Musik von seinem Handy zu löschen. (Berliner Morgenpost, 23.7.)20.7.: 30 Hakenkreuze in Ludwigslust
In der Nacht zum 19.7. haben unbekannte Täter in der Ludwigsluster Gartenanlage „Am Stadion“ ein Gartenhaus aufgebrochen und mehrere Gartenlauben mit Hakenkreuzen besprüht.In der gesamten Gartenanlage sprühten die Einbrecher insgesamt 30 Hakenkreuze mit grauer Farbe. Betroffen davon waren mehrere Gartenhäuser, ein Gewächshaus, ein Schaukasten, Gartenpavillons, selbst Gartenmöbel und Bäume ließen die Täter nicht aus.(
mvregio, 21.7.)

20.7.: 13-jährige verletzt – Neonazis überfallen linkes Sommercamp in Nordhessen
Am frühen Morgen des 20. Juli 2008 verübten rechtsextreme Schläger einen Überfall auf das Sommercamp der Jugendorganisation [’solid] am Campingplatz Neuenhainer See. Nachdem zwei vermummte Personen über den Zaun auf das Gelände eingedrungen waren, traten sie von außen auf das nächstgelegene Zelt ein, öffneten es und schlugen auf die noch Schlafenden mit massiven Gegenständen ein. Eine 13-jährige Campteilnehmerin musste daraufhin im Krankenhaus behandelt werden, ein weiterer Teilnehmer ist am Kopf verletzt worden. Auf dem Parkplatz des Campingplatzes demolierten währenddessen drei weitere Personen dort abgestellte Fahrzeuge. Dabei gingen sie willkürlich vor. Zudem wurde ein gegen Rechtsextremismus gerichtetes Banner abgerissen und entwendet. Bereits im Vorfeld kam es zu Drohungen der faschistischen „Freie Kräfte Schwalm“ gegenüber TeilnehmerInnen des Sommercamps. (MUT 21.7.)

17.7. Brandanschlag und Übergriff in Rochlitz (Sachsen)
  

Das Amtsgericht Chemnitz hat am 19.7. Haftbefehle gegen einen 20-Jährigen und einen 24-Jährigen erlassen. Gegen drei weitere Männer ergingen Haftbefehle, die aber gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt wurden. Eine Gruppe vermutlich Rechtsextremer hatte am zurückliegenden Donnerstag Brandflaschen auf einen bei Linken beliebten Jugendclub geworfen. Das auf einem Vordach ausgebrochene Feuer konnte von Besuchern schnell gelöscht werden. Anschließend war ein 20-Jähriger in seiner Wohnung von Vermummten überfallen und geschlagen worden. In Rochlitz war auch die seit April 2007 verbotene Neonazi-Gruppierung „Sturm 34“ aktiv. (Lausitzer Rundschau 21.7.)
14.7. Brutaler Übergriff in Leipzig
Eine aus Vietnam stammende Familie, die gerade vom Einkauf kam, ist gegen 21 Uhr vor ihrem Wohnhaus in der Leipziger Georg-Schumann-Straße brutal von zwei Jugendlichen (19, 26) überfallen worden. Die Angreifer folgten dem 50-jährigen Familienvater bis in den Hausflur, verlangten dort Bier von ihm und beschimpften die Asiaten, die eine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, fremdenfeindlich. Der Familienvater drängte die beiden auf die Straße und wurde dabei von dem Hund des 26-jährigen Angreifers in die Hüfte gebissen. Seine 47 Jahre alte Frau bekam unterdessen von dem 26-Jährigen Schläge auf Kopf und Rücken. Als der älteste Sohn seinen Eltern zu Hilfe eilte, hetzte er seinen Hund auch auf ihn. Der große Mischling mit 70 Zentimetern Schulterhöhe verbiss sich in Bauch und Oberschenkel des 21-jährigen Vietnamesen. Die jüngsten Kinder der Familie, ein neunjähriger Junge und ein 14-jähriges Mädchen, wurden nicht angegriffen, berichtete die Polizei. Die beiden alkoholisierten Schläger wurden wenig später von der Polizei gestellt. Während der Festnahme grölte der mehrfach vorbestrafte Ältere „Sieg Heil“, beschimpfte die Beamten andererseits als „Nazis“. Gegen ihn beantragte die Staatsanwaltschaft inzwischen Haftbefehl. Der 19 Jahre alte Mann kam wieder auf freien Fuß. (amal-sachsen, 14.7.)

13.7. Erneuter Anschlag auf Imbiss in Güstrow
Beamte der Polizeiinspektion Güstrow haben bei einer Kontrolle in der Nacht zum Sonntag wiederum verfassungsfeindliche Symbole an einem Imbisswagen in Güstrow festgestellt.
Unbekannte Täter hatten zwei Hakenkreuze in der Größe 40 cm x 40 cm an den Verkaufswagen im Heideweg gesprüht. Außerdem stellten die Beamten fest, dass die Frontseite mit einer Flüssigkeit, die vermutlich als Brandbeschleuniger dienen sollte, übergossen worden war. Der polizeiliche Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Rostock ermittelt wegen Sachbeschädigung und versuchter Brandstiftung. Zusammenhänge zu den Brandstiftungen an Imbissständen in der Lindenallee (siehe Meldung vom 09.07.2008) und in der Glasewitzer Chaussee werden geprüft. (
mv-ticker.de, 14.7.)

13.7. Ghanaer in Berliner Wohnheim verprügelt
Am Morgen des 13.7. hatten bisherigen Erkenntnissen zufolge zwei 22-jährige zusammen mit ihrem 42- jährigen Komplizen zunächst in einem Zimmer eines Wohnheimes Alkohol getrunken. Gegen 1 Uhr 10 attackierten sie dann den 45- jährigen Afrikaner, der im selben Haus lebt. Die Angreifer traten und schlugen auf den Mann ein. Zuvor demolierten sie sein Zimmer. Anwohner bemerkten den Vorfall und alarmierten die Polizei. Die Beamten fassten das Trio noch in der Nähe des Tatortes. Der 45- Jährige kam mit Gesichtsverletzungen zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus.
Da ein fremdenfeindliches Motiv der Tat nicht ausgeschlossen wird, hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Berliner Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen. (
Berlin.de, 13.7.)

12.7. Übergriffe nach Demo im Zug aus Bonn
Von Angriffen in einem Zug berichtet ein nach eigenen Angaben Betroffener auf Indymedia: „…sie, wie auch ich, wurden von etwa 50 Nazis umringt und von jenen beschimpft, bespuckt, geschlagen, getreten und es wurden Antifaschistische Aufnäher von dem Rucksack meiner Freundin gerissen (diese „Abreiss-Anschläge“ wurden von weiblichen Nazis verübt)“. Alles in allem befanden wir uns zu viert (3 Mädchen und ich als einziger Junge) zwischen den Nazis und waren ihnen aufgrund dessen, dass die Polizei nicht eingriff (nicht einmal, als ich die Zugscheibe oben halb einschlug, um die Polizei endlich auf mich aufmerksam zu machen) hilflos ausgeliefert….“(Indymedia 12.7.)

8.7. Güstrow: Brandanschlag auf Asia-Imbiss?
Aus zunächst unbekannter Ursache kam es in der Nacht vom 8. zum 9.7.2008 zu einem Brand in einem Imbiss in der Güstrower Lindenallee. Gegen Mitternacht wurde die Polizei über den Brand dieses Asia-Imbisskiosk, der sich auf dem Parkplatz eines Lebensmitteldiscounters befindet, informiert. Im Rahmen der Tatortuntersuchung stellten die Beamten weiterhin an der Rückfront ein mit Farbe an die Kioskwand gemaltes Hakenkreuz fest. Ein gleiches Symbol befand sich an der Wand eines in der Nähe befindlichen Mobilfunktelefonladens. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachtes der Brandstiftung sowie wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Da in diesem Zusammenhang ein ausländerfeindlicher Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann, übernahm das Fachkommissariat des polizeilichen Staatsschutzes der Kriminalpolizeiinspektion Rostock die Ermittlungen. (mvticker.de, 9.7.)

6.7.2008 Berlin: Beleidigt und geschlagen
Ein 33-jähriger Mann ist am Morgen des 6.7. am S-Bahnhof Treptower Park angegriffen und beleidigt worden. Nach seinen Angaben wurde er gegen 5 Uhr von fünf Unbekannten aufgrund seiner Hautfarbe beleidigt und geschlagen. Der 33-Jährige erlitt Schürfwunden an der Nase. Die Täter flüchteten in unbekannte Richtung. Der Vorfall hat offensichtlich einen fremdenfeindlichen Hintergrund. (Berlin.de, 6.7.)
 
 
 

 

28.7. Gräber auf Jüdischem Friedhof in Cottbus geschändet
Auf dem jüdischen Friedhof in Cottbus sind mehrere Gräber geschändet worden. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, warfen unbekannte Täter 13 Grabsteine um. Oberbürgermeister Szymanski sagte Hilfe zur Wiederherstellung der Grabmäler zu. Der Staatsschutz Brandenburg übernahm die Ermittlungen. (Märkische Allgemeine 29.7.)

26.7. Passau: Übergriff auf Mongolin und Fotografen
Nach der Beisetzung des Altanzis Friedhelm Busse haben Gesinnungsfreunde in Passau eine Ausländerin und einen Journalisten angegriffen und sich Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Zwei der Männer beleidigten die Mongolin nach Polizeiangaben am Samstag in der Innenstadt mit ausländerfeindlichen Parolen und schlugen ihr ins Gesicht. Zuvor hatten mehrere Neonazis am Friedhof bereits versucht, dem 35-jährigen Reporter seine Kamera zu entreißen, hatten ihn niedergeschlagen und getreten. Auch eine 18-jährige Beobachterin wurde angegriffen. (MVregio, 27.9. und indymedia 27.7., endtstation-rechts mit Darstellung der NPD 29.7.)

25.7. Marl: 15-25 Neonazis greifen Jugendliche an

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