Der Fall Templin und die Folgen-nach dem Mord mit rechtsextremen Hintergrund-Bürgermeister hat nichts dazu gelernt

Kommunalpolitiker scheinen oftmals blind zu sein. Der parteilose Bürgermeister von Templin, Ulrich Schönreich untersagte ein Konzert gegen Rechts zugunsten der hinterbliebenen Töchter des Mordopfers Bernd K. (Quelle: www.mut-gegen-rechte-gewalt.de)   Wir möchten dieses Konzert sehr gerne präsentieren und ein deutliches Zeichen setzen und somit zur Unterstützung des Initiators aufrufen

Immerwieder stellen wir fest, dass nach rechtsextremen Übergriffen so mancherorts eine Lähmung stattfindet. In der vierjährigen Geschichte unserer Kampagne erlebten wir Bürgermeister und Kommunalpolitiker, die in ihren Orten bisher keine rechtsextremen Tendenzen feststellen konnten und Verharmlosung betreiben. Zumindest in den Interviews, die nach einem Übergriff stattfanden. Für uns stehen hierfür Beispiele wie das Städtchen Pößneck (der rechtsextreme Anwalt Jürgen Rieger darf das dortige Schützenhaus voraussichtlich wieder als Schulungszentrum nutzen) und Mügeln, aber auch sehr viele andere Orte in denen die rechtsextreme Szene schlichtweg vergessen wird. Statt „Hingucken“ ist „bloß wegsehen“ die Devise. Ein für uns unfassbares Ereignis, ist dieser Tage in Templin zu betrachten.

Auszug aus dem Artikel der mut-gegen-rechte-gewalt.de-Redaktion:

Am Mittwoch, den 30.7. klingelt kurz vor 16 Uhr in der Redaktion der MUT das Telefon. Jörg K, Neffe der ermordeten Bernd K. aus Templin ist dran. Er hatte für den kommenden Samstag ein Open-Air-Konzert mit Bands aus der Region organisiert, um den drei Töchtern des Opfers unter die Arme zu greifen. Zudem sollten Redner der Opferperspektive e.V. und vom Eberswalder Zentrum für demokratische Kultur, Jugendarbeit und Schule e.V., sowie Filmvorführungen über Rechtsextremismus aufklären. Auch Anetta Kahane von der Amadeu Antonio Stiftung hatte sich angekündigt und wollte die Veranstaltung moderieren. Doch nun, so teilt der Pub-Betreiber Jörg K. mit, muss das Konzert abgesagt werden. Kurz bevor MUT die Ankündigung online stellen wollte.

Mit der Veranstaltung wollte Jörg K. auch darauf hinweisen, dass es in Templin durchaus eine rechtsextreme Szene gibt, die seiner Ansicht nach rund vierzig bis fünfzig Leute umfasse. Dies hatte der parteilose Bürgermeister der 17.000-Einwohner-Gemeinde, Ulrich Schöneich, nach der Tat noch bezweifelt und wurde dafür nicht nur vom Innenminister des Landes Brandenburg kritisiert. Bei Verfassungsschutz und Polizei sei Templin schon seit längerer Zeit als Stadt mit einer rechten Szene bekannt, erklärte Schönbohm. Nach Angaben des Vereins „Opferperspektive“ wurden in den vergangenen zwölf Monaten zehn rechte Gewalttaten in Templin registriert So viele wie sonst nur in großen Städten wie Potsdam oder Cottbus.

Doch es ist leider immer noch so, dass viele Stadtoberhäupter Rechtsextremismus in ihren Gemeinden herunterspielen und verharmlosen. In der Templiner Zeitung meldet sich Schöneich nun auch öffentlich zu Wort und rechtfertigt sich mit den Worten,  „dass wir eine solche Veranstaltung vor einer Gaststätte, wo auch noch Alkohol verkauft wird, jetzt nicht brauchen“. Allerdings hatte sich der Veranstalter mit der Templiner Polizei und dem Ordnungsamt bereits auf einen Kompromiss geeinigt, nachdem das Konzert zeitlich begrenzt werden sollte. Aufgrund einer Vielzahl von Veranstaltungen am Wochenende wäre die Polizei stark beansprucht gewesen und hätte nur so für die Sicherheit der Veranstaltung sorgen können.

Mehr unter: http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/debatte/rechtsblog/antirechtsrockverbot-in-temlin/

Wir fordern den Bürgermeister der Stadt Templin dazu auf, dass geplante Konzert stattfinden zu lassen. Gerade als Stadtoberhaupt sollte man Zivilcourage zeigen und vorbildlich im Sinne unserer Demokratie und Freiheit agieren.

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